Darf man sich als Christ künstlich befruchten lassen?

32 Antworten

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„Du sollst deinen Samenerguß nicht der Frau deines Genossen geben, daß du dadurch unrein werdest“ (3. Mose 18:20, 29). Dieses Gesetz wurde erlassen, als es noch keine künstliche Befruchtung gab und noch kein Kind geboren wurde, das auf diese Weise gezeugt worden war. Dennoch läßt es Gottes Gedanken erkennen.

Aufgrund dessen, was die Bibel sagt, müssen wir schlußfolgern, daß eine Zeugung, bei der Samen und Ei nicht von einem Ehepaar stammen, gleichbedeutend mit Ehebruch oder Hurerei ist.

Gefunden in wol.jw.org.

Woher ich das weiß:
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Nachdem Gott allwissend ist, hätte er schon damals auf die künstliche Befruchtung eingehen müssen.

Da Gott nicht existiert, könnten die Geschichten natürlich nur auf Basis des damaligen Wissen erfunden werden.

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Beging der Heilige Geist auch Hurerei?

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@stefanbluemchen

Also du behauptest, ein medizinischer EIngriff ist Hurerei?

In einem anderen Kommentar schriebst du, dass Maria ähnlich wie bei einer künstlichen Befruchtung schwanger wurde. Was genau ist also falsch an meiner Schlußfolgerung?

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Im Katechismus der katholischen Kirche wird es zum 6. Gebot ungefähr so erklärt:

"11) DIE KÜNSTLICHE BEFRUCHTUNG

a) Die Infragestellung der Liebe

Die künstliche Befruchtung wendet sich zunächst gegen den vollen Sinn des ehelichen Geschlechtsaktes. Der Geschlechtsakt hat von Natur aus einen doppelten Sinn: Er ist einerseits Ausdruck der persönlichen Hingabe der Partner und andererseits auch die Quelle neuen Lebens. Aus der Natur des ehelichen Geschlechtsaktes geht hervor, dass das neue Leben die Frucht der liebenden Hingabe der beiden Ehepartner ist. Durch die künstliche Befruchtung kommt es nun aber dazu, dass diese zwei Sinngehalte des ehelichen Geschlechtsverkehrs, nämlich die liebende Hingabe der Eheleute und die daraus entstehende Frucht des neuen Lebens, getrennt und voneinander isoliert werden. Auf diese Weise ist jedoch der künstlich entstandene Mensch keine Frucht der Liebe mehr! Damit ist aber die Liebe als die Quelle neuen Lebens in Frage gestellt. In einem speziellen Schreiben des kirchlichen Lehramtes zu dieser Frage heißt es: Die "Fortpflanzung ist aus moralischer Sicht ihrer eigenen Vollkommenheit beraubt, wenn sie nicht als Frucht des ehelichen Geschehens der Vereinigung der Eheleute angestrebt wird."

b) Der Kinderwunsch ist keine Rechtfertigung

Wie steht es nun aber bei Ehegatten, die nur durch eine künstliche Befruchtung ein Kind bekommen können? Ist der ehrliche Wunsch nach einem Kind nicht doch eine moralische Rechtfertigung für die Vornahme einer künstlichen Befruchtung? Dazu lässt sich Folgendes sagen: Es ist zutiefst verständlich, wenn sich zwei Eheleute ein Kind wünschen. Aber der Wunsch nach einem Kind ist noch keine Rechtfertigung für eine künstliche Befruchtung. Es genügt nämlich nicht, dass das Ziel der Handlung - in diesem Fall also das Kind - moralisch einwandfrei ist; es muss auch die Art und Weise moralisch einwandfrei sein, wie es zu diesem Kind kommt. Da nun aber die künstliche Befruchtung den vollen Sinn des ehelichen Geschlechtsaktes zerstört, kann diese Art und Weise der Kindesentstehung moralisch nicht gutgeheißen werden. Aus diesem Grund ist die künstliche Befruchtung auch in diesem Fall moralisch nicht vertretbar.

c) Die künstliche Befruchtung mit Hilfe eines Dritten

Manche Ehepaare entschließen sich dazu, die Unfruchtbarkeit des Mannes durch den Samen eines anderen Mannes zu überwinden. In diesen Fällen werden die Eizellen der Frauen künstlich mit dem Samen eines fremden Mannes befruchtet. Eine solche Befruchtung durch fremden Samen wendet sich aber direkt gegen die Einheit der Ehe und führt nicht selten zu einer Entfremdung der Eheleute. Es lässt sich nicht leugnen, dass sich durch das Mitwirken eines Dritten etwas Fremdes zwischen Mann und Frau schiebt. Deshalb lehrt die Kirche zu Recht: "Die Achtung vor der Einheit der Ehe und der ehelichen Treue erfordern, dass das Kind in der Ehe empfangen wird; das Band, das zwischen den Eheleuten besteht, gewährt ihnen objektiv und unübertragbar das ausschließliche Recht, dass der eine nur durch den anderen Vater oder Mutter wird." Aber auch für das Kind ist eine solche Herkunft nicht unproblematisch. Für das Kind kann es eine große Belastung sein, wenn es erfährt, dass es von einem unbekannten Dritten abstammt. Es hat unter Umständen größte Schwierigkeiten, seine eigene Identität zu finden und sich selbst anzunehmen.

d) Die künstliche Besamung einer ledigen Frau

Moralisch abzulehnen ist weiters auch die künstliche Besamung einer ledigen Frau. Es handelt sich dabei um ein schwerwiegendes "Unrecht gegen das Kind, das nicht nur die Mutter, sondern auch den Vater braucht. Wenn eine Frau, die keinen Mann findet oder nicht heiraten will, zu ihrer Lebenserfüllung doch ein eigenes Kind haben will, denkt sie einseitig an sich, da sie das Kind zum Mittel für ihr eigenes Lebensglück macht."

e) Die Verwendung von Ersatzmüttern

Im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung kommt es auch immer häufiger zur Verwendung von Ersatzmüttern. Aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen entschließen sich Frauen, ihr Kind von einer "Mietmutter" austragen zu lassen. Dabei wird ein befruchtetes Ei einer fremden Frau eingepflanzt und von dieser dann ausgetragen. Es kann aber auch sein, dass eine fremde Frau mit dem Samen eines Ehemannes befruchtet wird und diese Leibesfrucht dann für das Ehepaar austrägt. Aber auch in diesem Fall kommt es zur Verletzung von grundlegenden Prinzipien: "Die Ersatzmutterschaft stellt einen objektiven Verstoß gegenüber den Pflichten der Mutterliebe, der ehelichen Treue und der verantwortlichen Mutterschaft dar; sie beleidigt die Würde und das Recht des Kindes, von den eigenen Eltern empfangen, ausgetragen, zur Welt gebracht und erzogen zu werden". Die Verwendung von Ersatzmüttern führt aber auch immer wieder dazu, dass diese Frauen sich nach der Entbindung nicht dazu entschließen können, das Kind an den "Auftraggeber" auszuhändigen. Ihre Bindung an das Kind ist während der Schwangerschaft so stark geworden, dass sie sich nach der Geburt nicht mehr von ihm trennen wollen.

f) Die Zerstörung von menschlichem Leben

Gegen die künstliche Befruchtung spricht auch die Zerstörung von menschlichem Leben, die mit diesem Verfahren unausweichlich verbunden ist. Bei einer künstlichen Befruchtung werden immer mehrere Eier befruchtet, die dann einem Ausleseverfahren unterzogen werden. Dazu kommt, dass die Einpflanzung nicht immer gleich Erfolg hat und oft mehrmals wiederholt werden muss. Auf diese Weise sind viele Embryonen zum Absterben verurteilt. Eine solche Zerstörung von Embryonen, bei denen es sich um menschliches Leben handelt, ist aber moralisch nicht zu rechtfertigen.

g) Die künstliche Befruchtung ist moralisch nicht erlaubt

Abschließend lässt sich sagen, dass die christliche Moral die künstliche Befruchtung nicht erlaubt. Die künstliche Befruchtung wendet sich gegen die Liebe als Quelle neuen Lebens (Retortenbabies); sie kann sich aber auch gegen die ausschließliche Partnerschaft der Eheleute wenden (Befruchtung durch fremden Samen); sie kann weiters gegen das Recht des Kindes auf ein Elternpaar verstoßen (Besamung einer ledigen Mutter); sie stellt schließlich auch die Mutterschaft der Frau in Frage (Verwendung einer Mietmutter). Die christliche Moral erlaubt aber alle Maßnahmen, die die natürliche Befruchtung im Rahmen des Geschlechtsaktes der Eheleute fördern. Es können also ohne weiteres Kuren und Mittel verwendet werden, die für eine natürliche Empfängnis gedeihlich sind.

h) Keine künstliche Verlängerung der Fruchtbarkeit

Im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung soll auch kurz die künstliche Verlängerung der Fruchtbarkeit behandelt werden. Es gibt heute die Möglichkeit, die Fruchtbarkeit der Frau über die natürliche Zeit zu verlängern. So ist es heute mit Hilfe von speziellen Therapien möglich, dass Frauen auch mit über fünfzig Jahren noch Kinder bekommen. Es stellt sich nun die Frage, ob es sinnvoll ist, die Fruchtbarkeit der Frau um viele Jahre zu verlängern. Wenn wir daran denken, dass die Erziehung eines Kindes doch sehr viel Spannkraft erfordert und dass die Ausbildung eines jungen Menschen oft bis zum 25. Lebensjahr dauert, dann ergeben sich echte Bedenken bezüglich der Sinnhaftigkeit solcher "Spätgeburten". Dazu kommt, dass die Ehemänner solcher Frauen oft noch älter sind und dass sich dann die Frage stellt, ob das Kind einen Vater oder einen "Großvater" hat. Männer und Frauen sollten sich nicht nur vom Wunsch nach einem Kind, sondern vor allem vom Wohl des Kindes leiten lassen. Es wäre daher ratsam, dass die Frauen die natürliche Altersgrenze der Fruchtbarkeit, die Gott in die Natur hineingelegt hat, respektieren würden. Im Leben des Menschen hat alles seine Zeit, auch das Kinderkriegen."

http://www.hauskirche.at/glartikel/deksex.htm

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Obwohl ich persönlich in einigen Punkten der gleichen Meinung bin, halte ich es für anmaßend, sich in die persönliche Entscheidung eines Paares einzumischen.

Giwalato

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@Giwalato

Wer mischt sich ein?

Wer fragt, verdient eine Antwort.

Und Antworten dienen dazu, über einen Sachverhalt nachzudenken.

Mir hat es auch oft geholfen, die Sichtweisen anderer anzuhören bzw zu lesen, um einen Blickwinkel von mehreren Seiten zu bekommen und dann fundierter eine Entscheidung zu treffen.

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@anonymos987654

Du hast den Katechismus zitiert. Das ist als Information natürlich interessant. Ich bin jedoch der Meinung, daß sich die katholische Kirche sich damit in einem Ausmaß in die Familienplanung einmischt, die ihr nicht zusteht.

Meine Kritik ist gegen die Interpretation des Katechismus zum sechsten Gebot gerichtet, nicht gegen Dich.

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@Giwalato

Da mischt sich niemand ein. Da weist jemand auf die Zusammenhänge hin.

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Ich bin nicht katholisch, doch diese Antwort finde ich sehr gut, es fehlen nur noch biblische Gründe, die ich gerne hinzu fügee.

„Du sollst deinen Samenerguß nicht der Frau deines Genossen geben, daß du dadurch unrein werdest“ (3. Mose 18:20, 29). Dieses Gesetz wurde erlassen, als es noch keine künstliche Befruchtung gab und noch kein Kind geboren wurde, das auf diese Weise gezeugt worden war. Dennoch läßt es Gottes Gedanken erkennen.

Aufgrund dessen, was die Bibel sagt, müssen wir schlußfolgern, daß eine Zeugung, bei der Samen und Ei nicht von einem Ehepaar stammen, gleichbedeutend mit Ehebruch oder Hurerei ist.

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@stefanbluemchen

Würdest du mir bzw. uns bitte mitteilen aus welcher Bibel du zitiert hast. Ich habe nämlich in verschiedenen Bibeln (Luther, Schlachter …) das Zitat von dir nicht gefunden. Bestätigen kann ich nur, dass sich das Kapitel 18 tatsächlich mit der Sexualität in Familie und Verwandtschaft befasst.  

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@stefanbluemchen

in ethischen Fragen gibt es glücklicherweise weitgehende Übereinstimmungen zwischen Katholiken und ZJ

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@stefanbluemchen

Da die von dir genannte Bibelstelle "verlinkt" ist, was mir erst jetzt auffiel, konnte ich inzwischen selbst herausfinden, dass dein Zitat aus der Wachturm-Bibel stammt. Ein Antwort auf meinen Vorkommentar erübrigt sich also.

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@stefanbluemchen

Nein Stefan. Das ist falsch....

Was verstand man unter 'Samen geben' bei den Israeliten? Geschlechtsverkehr natürlich....

Künstliche Befruchtung gab es dennoch in biblischen Zeiten. Wie wurde wohl Maria schwanger?

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@666Phoenix

Nicht einmal schlecht der Gedanke.

Pneuma aus dem Griechischen: Geist und Wind....

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Ob das einer liest??

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Da es kein Gesetz dagegen gibt, darf man (bzw Frau) das.

Wie die Menschen in deiner Gemeinde darüber denken, das ist ein anderes Thema. Da wird es solche und solche geben. Aber ganz ehrlich - musst du denen das erzählen?

Relevant ist doch nur, wie ihr das seht.

Manche werden sagen "offensichtlich möchte Gott die Fortpflanzung dieser beiden Menschen nicht, vielleicht will er sie prüfen, sich dagegenzustellen und medizinisch nachzuhelfen ist Gotteslästerung"

Andere werden sagen "Die beiden nutzen alle Möglichkeiten, die Gott uns gegeben hat, indem er Menschen schlaue Ideen in den Kopf gesetzt hat"

Erstere Denkweise ist nicht meine, demnach dürfte man bei jeder Erkrankung ja nur beten.

Und sollte jmd der Meinung sein, Gott möchte euch ein Kind verwehren, dann sollte derjenige Gott nicht für so schwach halten, dass man ihn mit einer künstlichen Befruchtung übertölpeln kann.

Nimm den Weg, den du als richtig empfindest und vertraue darauf, dass du gut geleitet wurdest.

Alles Gute

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Möchte das allerdings erst nächstes Jahr machen lassen da bin ich dann schon 21j.

Kann ich mich mit 21j. Künstlich befruchten lassen? was würde mich sowas kosten? Geht das auch ohne eine überweisung von meiner Frauenärztin?

Wer möchte kann mir gerne antworten

Dumme Kommentare interessieren mich nicht:)

Es ist mein Körper und mein Leben wenn ich das möchte dann ist das so;) da braucht mir keiner dumm reinreden

Ich bedanke mich im vorraus

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