Darf man seinem Kind 6 Vornamen geben?

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7 Antworten

Vornamensgebung und -änderung


Das Recht der Vornamensgebung ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Es handelt sich um Gewohnheits- und um Richterrecht. Ausnahmen bestehen bei Vornamensänderungen im Rahmen einer Adoption (§ 1757 Abs. 4 BGB) sowie im Rahmen des Transsexuellengesetzes (§ 1 TSG).

Nach der Geburt eines Kindes wird dessen Vorname von den Eltern (oder dem allein Sorgeberechtigten) bestimmt. Es gibt jedoch bestimmte Richtlinien für die Namensgebung.


Der Vorname …

… muss als solcher erkennbar sein.
… muss eindeutig männlich oder weiblich sein.
… darf dem Kindeswohl nicht schaden, indem er das Kind lächerlich machen oder eine Verbindung „zum Bösen“ herstellen würde, wie durch die Namensgebung Judas oder Kain.
… darf das religiöse Empfinden der Mitmenschen nicht verletzen, zum
Beispiel Christus und früher auch Jesus (durch OLG Frankfurt 20 W 149/98
als Vorname zugelassen).
… darf kein Orts- oder Markenname sein.
… darf kein Familienname sein. Ausnahmen sind insbesondere bei ostfriesischen Zwischennamen (zum Beispiel „ten Doornkaat“ BGH StAZ
1959, 210 ff) und bei sehr seltenen, ungewöhnlichen Nachnamen (zum
Beispiel Wannek, Birkenfeld) gemacht worden, sowie natürlich bei den
Familiennamen, die hauptsächlich als Vornamen bekannt sind (wie
Gerhart).
… darf keinen Titel wie Lord oder Prinzessin bezeichnen.
… muss innerhalb eines Monats nach der Geburt festgelegt werden (§ 22 Abs. 1 Personenstandsgesetz).
… kann nicht rechtlich geschützt werden (um ihn auf diese Weise als einzigartig zu erhalten).

Eine Person kann mehrere, muss aber mindestens einen Vornamen besitzen. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes darf das Amtsgericht die Anzahl der Vornamen eines Kindes zu dessen Wohle beschränken (in diesem Fall
durfte die Mutter ihrem Kind statt zwölf nur fünf Vornamen geben).
Bei
Verwendung mehrerer Vornamen wird der Vorname, mit dem die Person
hauptsächlich angeredet („gerufen“) wird, als „Rufname“ bezeichnet. Die
Reihenfolge der Vornamen stellt keine Rangfolge dar. Nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGH, Beschluss vom 15. April 1959 –
IV ZB 286/58) steht es in Deutschland dem Namensträger frei, zwischen
seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Ein Rufname ist
also nicht unveränderlich festgelegt.

Die Namen eines Kindes müssen sich von denen seiner Geschwisterunterscheiden. Wenn mehrere Vornamen vergeben werden, darf einer dem derGeschwister entsprechen (BayObLGZ 1985, 362–368). Drei Vornamen dürfennicht durch Bindestrich zu einem Vornamen verbunden werden(Jan-Marius-Severin; StAZ 1982, 46–47).

Bei der Geschlechtsgebundenheit des Vornamens wurde eine ältere Dienstanweisung durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verworfen. Nach § 262 Abs. 4 der Dienstanweisung für die Standesbeamten und ihre Aufsichtsbehörden soll der Vorname eindeutig männlich oder weiblich sein. Lässt ein Vorname Zweifel über das Geschlecht des Kindes aufkommen, so soll der Standesbeamte verlangen, dass dem Kinde ein
weiterer, den Zweifel ausschließender Vorname beigelegt wird. Eine Ausnahme stellen etablierte Namen wie Toni, Sascha, Nicola, Ashley, Robin, Andrea dar. Eine seit langem bestehende Ausnahme von der Geschlechtskennzeichnung stellt die Vergabe des weiblichen zweiten Vornamen Maria an einen Jungen dar (BGHZ 30, 132–140; mittlerweile sogar mit Bindestrich zulässig: Claus-Maria, AG Traunstein 10 UR III 61/92; Johannes-Marie, AG Mönchengladbach 15 III 7/97). Das Bundesverfassungsgericht entschied dagegen 2008, dass das Gesetz keine Begrenzung der elterlichen Vornamenswahl auf einen geschlechtsbezogenen Namen vorsieht.
Obengenannte Dienstanweisung ist daher für die Eltern nicht bindend.
Die elterliche Vornamenswahl findet ihre Grenzen nur da, wo eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, von der „allenfalls dann auszugehen [ist], wenn der gewählte Vorname dem Kind offensichtlich nicht und nach keiner Betrachtungsweise die Möglichkeit bietet, sich anhand des Vornamens mit seinem Geschlecht zu identifizieren“.


In Deutschland besteht in Ausnahmefällen die Möglichkeit, den eigenen Vornamen im Nachhinein ändern zu lassen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der Namenänderungsbehörde, die entweder beim Standesamt, der Kreisverwaltung oder beim Ordnungsamt angesiedelt ist. Damit der Vorname geändert werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zum Beispiel können ausländische Vornamen nach der Einbürgerung eingedeutscht werden, oder falls dies nicht möglich ist, neue Vornamen gewählt werden (Art. 47 EGBGB). Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Vornamen ändern zu lassen, wenn jemand schon immer anders genannt wurde und sich mit seinem exotischen Vornamen nicht abfinden kann.

Des Weiteren können transsexuelle Menschen nach dem Transsexuellengesetz ihren Vornamen ändern lassen, so dass er der geschlechtlichen Identität (Gender) entspricht. (Quelle: Wikipedia)

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Wir hatten mal einen Verteidigungsminister, der hatte noch viel mehr Vornamen. Wahrscheinlich ist die Anzahl der Vornamen nur durch die Größe des Formulars begrenzt, welches der Standesbeamte benutzt, um die Daten des Neugeborenen aufzunehmen.

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Eine Person kann mehrere, muss aber mindestens einen Vornamen besitzen. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes darf das Amtsgericht die Anzahl der Vornamen eines Kindes zu dessen Wohle beschränken (in diesem Fall durfte die Mutter ihrem Kind statt zwölf nur fünf Vornamen geben).

https://de.wikipedia.org/wiki/Vorname_%28Deutschland%29#Vornamensgebung_und_-.C3.A4nderung

Ob man aus diesem Urteil des Bundesverfassungsgericht ableiten kann, dass maximal 5 Vornamen vergeben werden dürfen, weis ich nicht. In diesem Urteil war nicht nur die Anzahl der Namen, sondern auch die Namen an sich ungewöhnlich.
Es kommt wohl auf den Einzelfall an. Im Zweifel beim zuständigen Standesamt nachfragen.

Es gibt aber durchaus Menschen, mit 6 oder mehr Vornamen, einer der prominentesten dürfte Karl-Theodor zu Guttenberg sein, dessen vollständige Vornamen sind: Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester

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Soweit ich weiß, sind manche Standesämter da restriktiv und gestatten kein halbes Dutzend.  Wozu auch, werden eh nicht benutzt. :)

5 sind glaub ich ok.

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Habe vergessen das zu ergänzen. Eigentlich ist es ja besser, weil dann kann das Kind sich später einen aussuchen

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Darf man aber man sollte nicht alle 6 Namen als Rufnamen nehmen :)

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Ja :D  aber sprich es bitte nur mit einem an

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