darf man seine mutter nicht mehr mögen wenn nicht sogar etwas hassen?

6 Antworten

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Hallo Ironhide26.   Deine Mutter ist schlussendlich auch nichts anderes als ein Mensch wie jeder andere, nur dass sie dich zufällig geboren  und (so vermute ich `mal) grossgezogen hat. Dies ist aber ihre Pflicht und Verantwortung als deine Mutter. Du stehst deswegen nicht in ihrer Schuld!

Natürlich darfst du sie nicht mehr mögen oder sogar hassen - dazu hast du auch jeden Grund. Die Tatsache, dass sie deine Mutter ist, ist für sie doch kein Freibrief, um sich alles zu erlauben und dann auch noch emotionale Erwartungen an dich zu stellen.

Das Bild der ewig "heiligen" Mutter die einem unter Schmerzen geboren hat und ein Leben lang bedingungslos liebt, ist in meinen Augen einfach nur eine Lüge - oder sagen wir besser: Ein schönes Märchen, das sich in der Gesellschaft ganz hartnäckig hält.

Dieses festgefahrene Bild der unantastbaren Super-Mom ist in praktisch jeder Kultur zu beobachten. Von diesem Mutter-Bonus profitieren enorm viele Frauen und erwarten dadurch von ihren Nachkommen ein Leben lang Dankbarkeit, Respekt und Gehorsam. Diese Machtansprüche sind äusserst egoistisch und haben mit Liebe rein gar nichts zu tun.

Mütter sind nichts anderes als normale Menschen, mit positiven und negativen Eigenschaften. Respekt verdient ein Mensch unter anderem durch seine einzigartige Persönlichkeit und durch sein positives Handeln, aber doch nicht automatisch nur weil er sich fortgepflanzt hat - so ein Unsinn!

Natürlich gibt es ganz wundervolle, liebevolle, aufopfernde Mütter, die es verdient haben, jeden Tag auf Händen getragen zu werden - aber auf keinen Fall automatisch und selbstverständlich jede Mutter.

Wie elladara richtig sagt, ist deine Mutter einfach nur undankbar. Recht wirst du`s ihr nie machen können - sie wird nie zufrieden sein. Versucht euch von ihr zu distanzieren, bevor sie euer Leben noch völlig zerstört. `Wünsche euch viel Kraft und Beharrlichkeit dabei und auch sonst von <3 - en alles Gute euch allen!

vielen lieben dank du hast mir schon weiter geholfen. ich habe aber auch wenn ich es nicht sollte nach wie vor ein schlechtes gewissen ich hoffe das legt sich wenn sie ende nächsten monat endlich ausgezogen ist. danke aber nochmal für eine ausführliche antwort

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@Ironhide26

Bitte - ist doch gern geschehen. All` das ist mir aus eigener Erfahrung auch nicht ganz fremd.

Das ist ja das Traurige: Dass man dann trotzdem noch ein schlechtes Gewissen hat. Daran siehst du, wie raffiniert solche Menschen die Gefühle der anderen manipulieren können und skrupellos für ihre Zwecke zu nutzen wissen.

Bestimmt wird sich das schlechte Gewissen legen, wenn sie ausgezogen ist. Dann habt ihr endlich die Chance, wieder zur Ruhe zu kommen. Bitte glaube mir: Ihr tut das einzig Richtige damit. Alles Gute für die Zukunft und passt gut auf euch auf     ;)     !

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@puffetta

dankeschön du uns wirklich weiter geholfen ich wünsche dir auch alles gute für die zukunft und ganz viel gesundheit und erfolg :)

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kleines update zur ganzen situation sie zieht nächstes wochenende aus. in einen wohnwagen in der nähe ihrer arbeit weil der weg von meiner schwester zu ihrer arbeit 20-40 kilometer mehr sind als jetzt. ich muss mich mega zusammen reissen nicht durchblicken zu lassen das ich jetzt nen riesen schlechtes gewissen habe das sie in einen wohnwagen ziehen muss. klar hat sie sehr lange zeit gehabt ne wohnung zu suchen aber trotzdem hab ich irgendwie ein schlechtes gewissen. vor allem wegen den hunden und das jetzt ja winter wird.  Ich will das sie auszieht aber ich wollte nie das sie in einem wohnwagen wohn muss. 

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@Ironhide26

Hallo Ironhide26.  Vielen Dank für das update und verzeih` bitte meine laaange Antwort. 

Nun, dass sie jetzt in einen Wohnwagen ziehen muss, finde ich natürlich auch bitter für sie, aber vergiss nicht, dass sie euch das Leben lange genug unnötig erschwert hat. Ihr habt mit allen Mitteln versucht, ihr zu helfen und sie hat das einfach nicht zu schätzen gewusst, sondern immer nur noch mehr gefordert.

Dein Bruder, der sich so bemüht hatte, hat von deiner Mutter nichts als Undankbarkeit zurück bekommen - du und deine Familie danach genau dasselbe. Ich finde, es war eine grosszügige Geste von euch allen, sie bei euch wohnen zu lassen, obwohl ihr bestimmt wusstet, dass es mit ihr nicht einfach werden würde.

Da sie das nicht als ein grosses Geschenk erachtet hat, sondern immer nur unzufrieden war, hat sie ja jetzt was sie wollte: Sie "muss" jetzt nicht mehr mit euch zusammen leben...   ;) . Wie man sich eben bettet, so liegt man auch, gell?

Ich finde, dass das für den Moment ganz okay ist und sie muss ja nicht zwingend bis an ihr Lebensende in diesem Wohnwagen wohnen bleiben - sie kann doch weiterhin nebenher nach einer passenden, kleinen Wohnung suchen. Sie ist ja jetzt auch bestimmt nicht alt und gebrechlich, wenn sie noch arbeiten geht... Daher ist die Lösung mit dem Wohnwagen für eine gewisse Zeit bestimmt auch zumutbar.

Vielleicht hört ihr euch ja alle ein bisschen um, ob irgendwo evtl. eine kleine Wohnung frei wird, in die sie später noch umziehen könnte... Ich meine einfach, damit du dich danach wieder etwas besser fühlen kannst.

Dies für dein Gewissen: 

  • Ihr wurden mehrere Chancen geboten, die sie nicht als solche wahrgenommen hat, bevor es jetzt soweit kommen musste
  • Niemand hat sie gezwungen, in einen Wohnwagen zu ziehen - die Situation hat sich eben nicht anders ergeben und die Entscheidung dazu, hat alleine SIE getroffen
  • Diese Situation kann jetzt als gute Zwischenlösung gesehen werden, bis sich eine andere Lösung finden lässt
  • Und hey: Es ist doch durchaus möglich, dass sie sich in der neuen Wohnsituation total wohl fühlt, schliesslich bringt wenig Wohnraum auch Vorteile mit sich, wie z.B. weniger Hausarbeit machen zu müssen, sich nur noch von Dingen zu umgeben die man wirklich braucht, eine ganz besondere Wohnatmosphäre usw.

Dass du jetzt ein schlechtes Gewissen hast, kann ich gut verstehen, aber dies kann jetzt für sie durchaus auch eine Chance sein. SIE ist der "Gestalter" IHRES Lebens - ihr seid - ganz klar - nicht für ihr Leben verantwortlich! Sie ist noch berufstätig, ist (noch) keine kranke, hochbetagte, pflegebedürftige und/oder schwache Frau, sondern eine starke, berufstätige Persönlichkeit, die sich (wie es scheint) bestens durchzukämpfen weiss - sogar über die Bedürfnisse der anderen hinweg   ;)   .

Und wie gesagt: Dies kann jetzt für euch alle als Familie eine Chance sein, um euch künftig wieder entspannter begegnen zu können. Auch wenn es schwierig ist: Bleibt bei eurer Entscheidung, sonst schiebt ihr das Unausweichliche nur weiter hinaus. Halt` bloss die Ohren steif!

Von <3 -en alles, alles Gute euch allen!   <3<3<3

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@puffetta

vielen lieben dank für deine ausführliche antwort ich werde es mir zu herzen nehmen was du geschrieben hast. dein text hat mir wiedereinmal weitergeholfen. ich versuche dich auf dem laufenen zu halten :) Vielen lieb dank kann ich gar nicht oft genug schreiben es kommt echt von Herzen. Ich wünsche dir alles gute dankeschön nochmal hehe

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@Ironhide26

Es gibt wirklich gar nichts zu danken - unser Dialog fand ich sehr spannend und schön. Da ich weiss, wie anstrengend gewisse Situationen mit so "besonderen" Menschen sein können, freut es mich, wenn ich ein wenig helfen konnte.

Passt einfach weiterhin gut auf euch auf und geniesst jetzt die bestimmt wieder etwas ruhigere Zeit in der Familie! `Wünsche euch allen für die Zukunft von Herzen viel Glück, Erfolg und beste Gesundheit. <3<3<3

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Hallo,

ich kann deine Situation gut nachvollziehen.

Du darfst Abneigungen haben und du darfst dich ärgern und auch hassen. Das gehört zum Menschsein dazu, wenn du authntisch sein willst.

Auch deine Liebe zur Mutter und das schlechte Gewissen ist normal, denn die Idee der "heiligen Mütter" schwirrt seit Jahrhunderten durch unserer kollektive Psyche und kann nicht einfach per Schalter im Gehirn abgestellt werden, ohne dass starke und unangenehme innere Konflikte entstehen, die aber gelöst werden können und dann zu deiner Entwicklung beitragen.

Die Lösung, deiner Mutter die Wohnung zu kündigen, erscheint dem Verstand zunächst plausibel und entlastet auch etwas.

Doch vom Kontext her gibt es noch mehr zu beachten...

So schlecht scheint deine Mutter nicht zu sein, denn du bist gut geraten. Du hast ihre Gene und du bist ok. Alsao muss sie vom Grundsatz her auch ok. sein.

Ja, sie war mal ok bis die Trennung von deinem Vater kam. Das hat sie nicht verkraftet und sie ist seit etwa 22 Jahren geschockt und hat diesen Schock nie überwunden oder aufgearbeitet. In diesem schockaktiven Zustand kann sie gar nicht anders sein, als sie sich gibt.

Mein Vorschlag wäre, dass du ihr kündigst und zugleich innerhalb deiner Möglichkeiten dafür sorgst, dass sie in therapeutische Behandlung kommt. Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Familienaufstellungen, Tiefenpsychologische Gespräche, Psychopharmaka, Bio-Dynamik, Psychosomatische Kinik usw..

Das wäre hilfreich, um dein schlechtes Gewissen zu entschärfen, denn allein durch die Kündigung wirst du das Problem nicht los. Sie wird krank werden und dich über Krankheit und dein Mitgefühl weiter manipulieren. Das wird sie nicht tun, weil sie boshaft ist, sondern weil sie in ihrem engen Rahmen, der schockbedingt ist, keine anderen Alternativen sieht und auch nicht sehen kann.

Ich wünsche dir Gelassenheit und einen überpersönlichen Blick bei der Suche nach einer Lösung, die für alle Vorteile bringt.

Alles Gute...

wie kommst du darauf das sie sich vor 22 jahren getrennt haben?

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@Ironhide26

Das habe ich per Kinesiologie gefragt. Mir geht es aber nicht um die 22 Jahre, sondern darum, dass deine Mutter einen Schock hat, der noch nicht aufgelöst ist.

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@Chinama

hat nicht fast jeder mensch irgendeinen schock aufzuarbeiten? sie wurde nie verlassen. sie ist seit meiner kindheit so. ich wurde mehr von meinen freunden und meiner oma aufgezogen als von ihr. ja sie war da und bezahlte mein essen also ich jung war aber das war es auch eigentlich schon. sie hat immer gelästert über alles und jeden so auch über mich mit meiner schwester zusammen und stritt es ab wenn ich es mit bekommen habe.klar braucht sie hilfe aber wer nicht? ich würde auch gerne mit einem psychiater über einiges reden aber ich glaube das ist nicht so einfach wenn einen der hausarzt nicht überweist. In guten zeiten ist sie nett in schlechten zeiten ist sie nicht für einen da und meckert nur rum

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@Ironhide26

Es haben nur wenige Menschen Schocks. Ich schätze mal so um die 3 %. Wenn das aber eintrifft, wird das Leben extrem schwer  und so ein Mensch sollte Hilfe suchen.

Ich kann verstehen, dass du mal mit kompetenten Menschen über deine Not sprechen möchtest.  Ich meine, man kann einen Psychotherapeuten auch ohne Hausarzt aufsuchen. Der regelt dann das Weitere mit der Krankenkasse.
Ansonsten gibt es noch viele alternative Therapeuten. Methoden habe ich dir in meiner Antwort ja schon genannt. Eine Familienaufstellung wäre sicher auch für dich hilfreich.

Alles Gute...

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Es gab manche Zeiten, da habe ich meine Mutter gar nicht gemocht. Man kann nicht mögen, oder hassen, oder lieben dürfen, denn man tut dies sowieso, selbst wenn es einem verboten würde. Ich finde deine momentanen Gefühle deiner Mutter gegenüber völlig in Ordnung.

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