Darf man sein eigenes haus niederbrennen?

16 Antworten

Komisch... Du bist schon der Zweite, der innerhalb der letzten 5 Wochen diese Frage hier gestellt hat... also:

Nein, Du darfst Dein Haus NICHT anzünden... auch dann nicht, wenn es Dir selbst gehört, es "frei" steht und sich niemand dort drin befindet.

Anders als ein Feuerkorb oder Gartenfeuer kann man einen Gebäudebrand nicht mehr (ohne Feuerwehr) kontrollieren. Es könnte sich also ausbreiten, z.B. durch Funkenflug, Strahlungshitze usw.

Auf der anderen Seite besteht so ein Haus aus einer ganzen Reihe von Materialien, die beim Verbrennen giftige Stoffe freisetzen und damit dann Menschen und Umwelt gefährden. Nicht ohne Grund gibt es in Deutschland Abfallgesetze.

So gesehen wird auf jeden Fall irgendjemand die Feuerwehr rufen und diese wird dann auch - ob Du es nun möchtest oder nicht - die Löscharbeiten einleiten.

Da es sich um vorsätzliche Brandstiftung handelt, wirst Du den Einsatz dann auch bezahlen müssen. Den und eine nicht unerhebliche Strafe wegen Brandstiftung, illegaler Abfallentsorgung, Umweltdelikten usw.

Brandstiftung zählt zu den Gefährdungsdelikten. Feuer ist ein gemeingefährliches Mittel: Wenn du Feuer erst einmal gelegt hast, kannst du eine Ausbreitung nicht mehr kontrollieren !

§ 306a Abs. 1 StGB ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt, welches bestimmte, auch im Eigentum des Täters stehende Räumlichkeiten generell vor dem Inbrandsetzen schützt.

Du würdest also bestraft, wenn du dein Eigentum abfackelst.

Zu Zeten wo 6 Jahre alte Autos nichtmehr in innenstäte rein dürfen wegen dem Dreck willst du ein ganzes Haus niederfackeln?

Also angenommen der Tatsache das du eine Gefährdung der Natur ausschlieen kannst, das Haus wirklich schön alleine Steht nichts anderes anzünden kann, es einzig und allein dir gehört würde rechtlich eigentlich nichts gegen Sprechen.

Aaaaaaaber.... irgend einen Waldameisenhaufen den das beeinträchtigt findet sich bestimmt irgendwo und damit ist die Sache verboten.

Woher ich das weiß:Hobby – Maschinist in der FFW

Zunächstmal wäre der Abriss als solcher meldepflichtig. Dann wäre die Feuerwehr zu informieren, diese wird dann wohl auch kostenpflichtig vor Ort sein.

Besonders problematisch dürfte aber die Schadstoffsituation sein, die wird ein warmes Abtragen in der Regel ausschließen.

Nein - so einfach ist es nicht.

Bei jedem Hausbrand muss die Feuerwehr ausrücken und den Brand löschen.

Die Kosten musst du dann übernehmen.

Außerdem, kann durch Funkenflug auch ein größerer Schaden an den anliegenden Grundstücken, Wald, Felder usw. entstehen und somit würde man dich dann belangen bezüglich Brandstiftung.

https://dejure.org/gesetze/StGB/306.html

Einfacher wäre es ein Abbruchunternehmen zu suchen, das das Haus abreißt und die Steine usw. entsorgt.

§ 306a StGB ist die hier treffendere Hausnummer, aber ansonsten richtig ;)

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@AuroraAlpha

Sehe ich jetzt nicht so.

Ich gehe bei der Frage davon aus, dass das Haus ihm gehört und er alleine darin wohnt.

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@Unterfranke61
Ich gehe bei der Frage davon aus, dass das Haus ihm gehört und er alleine darin wohnt.

Genau - § 306 bezieht sich aber ausschließlich auf fremde Gebäude.

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@AuroraAlpha

Dann hast du meine Antwort wohl nicht verstanden:

§ 306 bezieht sich aber auf fremde Grundstücke, Wälder, Felder usw.

(1) Wer fremde

5. Wälder, Heiden oder Moore oder

6. land-, ernährungs- oder forstwirtschaftliche Anlagen oder Erzeugnisse

in Brand setzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

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@Unterfranke61

Dann haben wir da in der Tat aneinander vorbeigeredet.

Aber m.E. ist es doch sinniger, den FS auf seine definitive Strafbarkeit nach § 306a StGB aufmerksam zu machen als auf den Umstand, dass er sich möglicherweise auch nach § 306 StGB strafbar macht.

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@AuroraAlpha

Es stellt sich nur die Frage, wenn durch eine Fahrlässigkeit sein eigenes Haus abbrennt und kein anderer geschädigt wird, ob er sich dadurch überhaupt strafbar gemacht hat?

Denn solche Fälle passieren doch in unserer Zeit sehr oft und von einem Strafverfahren gegen den Hauseigentümer habe ich noch nie etwas gelesen.

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@Unterfranke61
Es stellt sich nur die Frage, wenn durch eine Fahrlässigkeit sein eigenes Haus abbrennt [...]

§ 306d stellt auch die fahrlässige Brandstiftung am eigenen Haus unter Strafe (wobei der FS ja wohl schon vorsätzlich fackeln will).

[...] und kein anderer geschädigt wird, ob er sich dadurch überhaupt strafbar gemacht hat?

Der teleologischen Reduktion hat der BGH regelmäßig einen Riegel vorgeschoben: "Jedenfalls bei einem auf einen Blick nicht übersehbaren Gebäude ist regelmäßig der Einwand des Täters bedeutungslos, er habe sich vor der Tat vergewissert, daß sich niemand sonst in dem Gebäude aufhalte."
- BGH, Urteil vom 24. 4. 1975 - 4 StR 120/75

Denn solche Fälle passieren doch in unserer Zeit sehr oft und von einem Strafverfahren gegen den Hauseigentümer habe ich noch nie etwas gelesen.

Ist einem guten Freund von mir auch mal in ähnlicher Form passiert und der hatte dann erstmal ein Ermittlungsverfahren der StA am Laufen - wurde dann aber letztlich eingestellt.

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