Darf man rechtlich gesehen im Fall eines Krieges als Mann im wehrfähigen Alter überhaupt fliehen?

9 Antworten

Mal jenseits des infantil-naiven Patriotismus, der gern aus solchen Fragen & Antworten sprüht: 

Natürlich ist die Flucht vor Krieg von den Herrschenden, die sich in solchen Zeiten in tiefen Bunkern verstecken, während sie die Patrioten für sich sterben lassen, nicht gern gesehen. Am Ende müssten sie noch selbst ran...

Deshalb werden oft drakonische Strafen verhängt, um das zu verhindern. @zetra hat's bereits angedeutet.  

Das ändert aber nichts daran, dass es neben dem "geltenden Recht" - wie @zetra bereits sagte: meist Kriegsrecht; also diktatorisches Recht - möglich ist; und dass, hätten es etwa bei der Wehrmacht mehr Menschen getan, viel Leid, Elend und Tod erspart bliebe. 

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Darüber hinaus gelten die jeweiligen Landes-Rechte. 

Falls du dich auf Syrien beziehst: Dort gibt es keine generelle Mobilmachung. Wer nicht bei der regulären Armee ist, und wer nicht bei irgendeiner vom Westen, von den Saudis oder von anderen Interessengruppe gesponsorten irregulären Truppe kämpft, ist in diesem Sinne frei, sein Leben durch Flucht zu verlängern, wenn er nicht zwischen den Fronten aufgerieben werden will.

Entsprechendes gilt für nahezu alle Bürgerkriegsregionen dieses Planeten.  

Was ist denn mit den jungen Männern die eigentlich ihre Wehrpflicht in Syrien absolvieren müssten ?  Wenn man diese durch Flucht umgeht, muss man dann mit Konsequenzen bei einer Rückkehr rechnen ? 

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@PaulRek

Du stellst Fragen... Das kann dir wohl nur ein Prophet beantworten. Letztlich spielen da so viele Faktoren - vom nationalen über internationales Recht bis hin zur tatsächlich eintretenden Variante des Ausgangs des Krieges - mit, dass das zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand klar beantworten können wird.

Ziemlich wahrscheinlich ist aber wohl, dass es keine, zumindest aber keine schwerwiegenden Konsequenzen haben dürfte; weil die vielen Hände für den dann dringend notwendigen (Syrien war vor dem Krieg eines der modernsten Länder des Nahen Ostens) Wiederaufbau der Infrastrukturen gebraucht werden.

Will sagen: Wem heute möglicherweise die Todesstrafe drohen würde, der würde nach dem Krieg höchstens noch ins Gefängnis kommen und dort ein paar Monate oder Jahre absitzen ... behielte aber sein Leben. Und das wird die Familie sicherlich zu schätzen wissen.

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Meine Frage war in erster Linie juristisch gemeint. Macht man sich also durch eine Flucht strafbar oder nicht?

Auch aus der Sicht einer Wehrdienst-Verweigerers müsst man die Frage stellen können, ob eine Flucht erlaubt ist. Alte und Verwundete müssen wahrscheinlich gepflegt werden.

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@l3487171

Macht man sich also durch eine Flucht strafbar oder nicht?

Wer nicht mobil gemacht wurde, macht sich logischerweise nicht strafbar. Ganz egal, ob er flüchtet oder sich versteckt.

Auch aus der Sicht einer Wehrdienst-Verweigerers müsst man die Frage stellen können, ob eine Flucht erlaubt ist.

Das hängt, wie gesagt, vom Landesgesetz ab. In Deutschland wäre es nur bedingt strafbar. In anderen Ländern ist es generell strafbar.

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In der Regel wird bei einem Kriegseintritt das Kriegsrecht verhaengt.

Die Grenzen sind dicht, somit ist hier schon klar, ein fliehen ist nicht mehr moeglich und wird auch als Fahnenflucht gewertet. Darauf steht die Todesstrafe. Bis jetzt wurde auf jeden Fall das Gesetz so durchgehalten, ein simpler Grund steht dahinter, Nachahmer sollen von vornherein vom fliehen abgehalten werden.

Woher hast du diesen Unsinn?

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Das nennt sich Fahnenflucht oder Dessertieren und wird meistens hart, oft mit Erschießen, bestraft.

In Deutschland gibt es allerdings eine gesetzliche Regel, die ziemlich einmalig in der Welt ist, dass die Verweigerung des Kriegsdienstes bei einem Angriffskrieg erlaubt ist.

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