Darf man mit einem Lehramtsstudium in der Forschung oder in der Industrie arbeiten?

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3 Antworten

Wenn Du auf Gymnasiallehramt studiert hast, ja. Du hast eine dem reinen Fachstudium formal gleichgestellte Qualifikation, die auch zur Promotion berechtigt. Mit einem Lehramtsabschluss in die Wirtschaft zu gehen oder zu promovieren stellt also eine Alternative da. Interessant wird das ganze auch durch die didaktischen und pädagogischen Anteile des Studiums, die ein reiner Fachwissenschaftler nicht hat. Obwohl Du einen formal gleichwertigen Abschluss hast, wirst Du das Fach nicht im gleichen Umfang studieren können, wie ein reiner Fachwissenschaftler, in wie weit dieser Umstand als Defizit ausgelegt wird, hängt vom Einzelfall ab.

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Dürfen dürfte man.

Allerdings dürfte auch eine Bewerbung in dem Bereich für Erheiterung bei den Verantwortlichen sorgen. 😀

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Ja, darf man. Es ist nur vollkommen sinnfrei. Du wirst niemals Professor mit so einem Studium, das ist schon mit einem vollwertigen Studium der jeweiligen Fachwissenschaft sehr schwer und letzten Endes auch Glükssache.

In der Industrie wird niemand einen promovierten Chemielehrer einstellen. Einzig und allein eine Promotion in Didaktik ist für eine große Zahl von  Karrieren von Lehramtsabsolventen positiv. Hier empfiehlt sich die Promotion aber nach Referendariat und Erhalt der Festanstellung bei halber Stelle.

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Kommentar von capi89
16.07.2017, 23:58

Das Ganze ist offensichtlich abhängig von der Fachrichtung. In den Geisteswissenschaften ist es durchaus üblich Lehramtsabsolventen im wissenschaftlichen Dienst zu finden, ca. 40-50% aller historischen Lehrstühle sind beispielsweise von ehemaligen Lehramtsstudenten besetzt. Auch was Stellen in der Wirtschaft betrifft scheint es hier Unterschiede zu geben, da gerade die pädagogisch-didaktische Zusatzqualifikation Geisteswissenschaftler hier erst interessant macht (wobei das nicht bedeutet, dass die Privatwirtschaft Scharenweise nach geisteswissenschaftlichen Lehramtsabsolventen sucht).

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Kommentar von capi89
18.07.2017, 00:07

Mit wissenschaftlichem Dienst meine ich Personen, die an einer Hochschule oder einer anderen Forschungseinrichtung in Forschung und/oder Lehre hauptberuflich beschäftigt sind, egal ob angestellt oder verbeamtet. Die Prozentzahl stammt aus einem Vortrag über Berufsperspektiven für promovierte Historiker, aus welcher Statistik die Zahl stammt, kann ich Dir leider nicht sagen. Am Historischen Seminar der Uni Mainz haben 5 von 9 Lehrstuhlinhaber ihr Studium mit einem Lehramtsabschluss beendet. Von meinen direkten KollegInnen (außeruniversitäres Institut) hat jeder zweite einem Lehramtsabschluss.
Ich möchte Dir nicht widersprechen, ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Verhältnisse in den Naturwissenschaften etwas anders sind, im geisteswissenschaftlichen Bereich, speziell in der Geschichtswissenschaft, ist ein Lehramtsabschluss kein Hindernis für eine Karriere im wissenschaftlichen Bereich.

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