Darf man in seiner Wohnung ohne Erlaubnis des Vermieters ein Bordell betrieben(leise)?

12 Antworten

Die Ausübung der Prostitution wird in Urteilen regelmäßig als eine
gewerbliche Nutzung eingestuft, die nicht zulässig ist, wenn die Räume nur zu Wohnzwecken vermietet wurden.
Dies ist im einem reinen/ gemischten Wohngebiet dann nicht möglich, wenn...

Der Vermieter wendet sich gegen die Ausübung der Prostitution eines Mieters

Der Vermieter kann einem Mieter, der in der Mietwohnung die Prostitution
ausübt, oder dies ermöglicht, in der Regel fristlos kündigen (nach
vorheriger >>> Abmahnung) LG Lübeck, NJW-RR 93, 525. Noch weitergehend ist die Ansicht des AG Münster, Urteil vom 14. Juni 1995, Az: 6 C 547/94: Die Mieterin ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass nicht der Eindruck entsteht, sie gehe in der Wohnung der Prostitution nach. Der Vermieter hatte wegen „Verdachts“ der Ausübung der Prostitution fristlos gekündigt, konnte diesen Verdacht aber in letzter Konsequenz nicht beweisen. Dennoch bekam der Vermieter Recht, der begründete Verdacht genügte für eine fristlose Kündigung. Zu beachten: Dies ist die einzelne Meinung eines Amtsgerichts – andere Gerichte haben sich mit dieser Frage soweit  ersichtlich nicht auseinander gesetzt. Fundstelle: WuM 1995, 538-539.
aus: http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/f1/fotomodell.htm

Falls der Vermieter einverstanden ist:

BGH 5. Zivilsenat, Urteil vom 12. Juli 1985, Az: V ZR 172/84: Eine das sittliche Empfinden von Nachbarn verletzende Nutzung eines Grundstücks durch einen Mieter, die nach außen nicht wahrnehmbar ist, begründet keinen Beseitigungsanspruch oder Unterlassungsanspruch nach BGB §§ 1004, 906 gegen den Vermieter, der die Genehmigung zur gewerblichen Nutzung erteilt hat.

Im Mietrecht ist entscheidend, ob von dem „Betrieb“ nach außen Störungen ausgehen. Störungen sind auch darin zu sehen, dass andere Mieter mit Freiern oder „Besuchern“ zusammentreffen oder es zu peinlichen Verwechslungen (Eingangstüren, Haustürklingel usw.) kommen kann. Der Mieter kann Mietminderungsansprüche geltend machen und die Beseitigung der Störungen verlangen, was in aller Regel für den Vermieter bedeutet, den
Bordellbetrieb einzustellen, bzw. das Mietverhältnis des Betreibers zu
kündigen. In der Regel wird davon auszugehen sein, dass nicht
ausgeschlossen werden kann, dass andere Mieter durch das „Gewerbe“
belästigt werden (bspw. wartende Freier im Hausflur). Belästigte Mieter
können den Vermieter auf Untersagung der Ausübung der Prostitution in
einer Wohnung verklagen.
aus:
http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/f1/fotomodell.htm

Und, konnte ich weiterhelfen?

Gruß seniorix

Im Gegensatz zu der Meinung vieler hier, kann es nicht ausdrücklich verboten sein, in der Wohnung ein Gewerbe zu betreiben. Man stelle sich nur mal einen Versicherungsvertreter vor, der keine Kunden empfängt, sondern nur hingeht. Kein Problem!

Ein Bordell ohne Publikumsverkehr ist aber schwer vorstellbar und ein Gewerbe, das regelmäßig Kunden empfängt ist nicht erlaubt, bzw. kann vom Vermieter jederzeit verboten werden.

Jedoch darf jeder soviel privaten Besuch empfangen, wie er will und wenn der Betrieb so leise vonstatten geht, dass in den Nachbarwohnungen niemand was mit bekommt, wäre ein Brodellbetrieb auch kaum nachzuweisen. Erlaubt wäre es zwar dann immer noch nicht, aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Nein, man darf ohne Erlaubnis gar nichts in einer Mietwohnung betreiben. Man darf dort nur wohnen. Denn du hast einen Wohnungsmietvertrag und keinen Gewerbemietvetrag mit deinem Vermieter abgeschlossen.

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