Darf man in ein Haus soviel WE bauen wie man möchte?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Keiner hat Recht, da die Anzahl der zulässigen Wohnungen in einem Gebäude nicht durch das Baurecht (jeweilige Landesbauordnung) sondern durch das Planungsrecht (BauGB, BauNVO) geregelt ist. Daher ist zu prüfen, welches Planungsrecht in diesem Fall vorliegt. Gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der die Anzahl der Wohneinheiten beschränkt, so ist dieser einzuhalten. Unter ganz speziellen Einzelfallbedingungen gibt es die Möglichkeit der Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes durch die Baugenehmigungsbehörde. Gibt es keinen B-Plan greift §34BauGB, wonach eine Beschränkung der Wohneinheiten nur in ganz speziellen Fällen möglich sein dürfte.

So lange baurechtlich nichts dagegen spricht kann der Bekannte so viele Wohnungen wie er will in dem Haus aus-/umbauen.

War es noch kein Wohnraum kann er die Umwidmung beantragen. Das geht i. d. R. auch problemlos.

Nein, hat er nicht. Der Bebauungsplan legt für jedes Flurstück (ein Grundstück kann aus mehreren Flurstücken bestehen) fest wie es bebaut und genutzt werden darf.

Anzahl der Wohnungen, Anzahl der Wohnfläche im Verhältnis zum Flurstück und zur bebauten Fläche.

Das Grundstück für unser erstes Haus haben wir preiswert bekommen, weil es einem großen Konzern gehörte (als Ausgleichsfläche für irgend etwas in der Vergangenheit) und der Konzern dort Mehrfamilienhäuser bauen wollte. Die Stadt hat immer auf den Bebauungsplan verwiesen, in dem lockere Bebauung mit freistehenden 1 1/2 geschossigen Einfamilienhäusern stand und steht.

Jetzt stehen dort elf (11) Einfamilienhäuser und uns wurde die Nutzung als Zweifamilienhaus untersagt.

ChristianLE 29.06.2017, 09:10

Nein, hat er nicht.

 

Doch, hat er.

Wenn das Gebäude dort schon stand, bevor der Bebauungsplan festgesetzt wurde, dann kann dieses auch weiterhin als solches genutzt werden.

Immerhin wird die Gemeinde hierfür auch eine Baugenehmigung erteilt haben.

0
habakuk63 29.06.2017, 09:25
@ChristianLE

Bitte nichts verwechseln.

Das Haus steht dort, als Einfamilienhaus. Wenn der bestehende Bebauungsplan keine Mehrfamilienhäuser vorsieht, dann darf er aus dem Einfamilienhaus kein Mehrfamilienhaus machen, egal wie lange das Haus dort vorher schon gestanden hat.

1
Paulina42 29.06.2017, 10:10

@ Christian es ist zur Zeit ein Einfamilienhaus

0
ChristianLE 29.06.2017, 10:20
@Paulina42

OK, dann könnte es schwierig werden. Ggfs. wäre hier nur eine Einliegerwohnung denkbar.

Ich würde hier dennoch mal eine Bauvoranfrage stellen und schauen, was passiert.

1

Wenn vorher schon 3-4 Wohnungen in dem Haus gewesen sind, bzw. das Haus als Mehrfamilienhaus eingestuft ist, dann kann dies auch in Zukunft zu bleiben.

Beschränkungen aus einem Bebauungsplan ergeben sich in der Regel nur für Neubauten.

Wäre auch schlimm, wenn das anders wäre. Stell Dir vor, Du hast ein Mehrfamilienhaus und die Gemeinde stellt per Satzung einen neuen Bebauungsplan auf, welcher nur 2 Wohnungen pro Haus vorsieht.

Reißt Du dann dein Mehrfamilienhaus ab?

Wenn er hier aber Grundrisse im Haus ändert, d.h. in die grundsätzliche Bausubstanz eingreift, wäre hier ggfs. auch ein Bauantrag nötig.

Hallo

die Gemeinde / Behörde stellt einen Bauplan auf in dem steht dann alles drin was man darf oder nicht. Mehrere Wohnungen in einem Gebäude regelt der Bauplan auch.

Gruß

Theo

Paulina42 29.06.2017, 08:47

Genau! Und der Bebauungsplan gibt Häuser mit maximal 2 WE vor. In der Straße sind keine Mehrfamilienhäuser vorgesehen

0
Theo130170 29.06.2017, 08:49
@Paulina42

genau und wenn es dann keine Ausnahmen gibt ( was mal möglich sein kann) dann gibt es keine 4 WE pro haus

1
anitari 29.06.2017, 09:01
@Paulina42

Der Bebauungsplan gilt für Häuser die neu gebaut werden sollen, nicht für bereits vorhandene.

1
habakuk63 29.06.2017, 09:10
@anitari

Der Bebauungsplan gilt für ALLE Häuser. Auch ein schon bestehendes Haus darf nicht vom Bebauungsplan abweichen.

Ist meinem Trauzeugen passiert. Haus mit Wintergarten gekauft, nach acht (8) Jahren kommt ein Schreiben von der Stadt, der Wintergarten ist illegal und muss abgerissen werden! Und genau so ist es passiert, da hat kein Rechtsanwalt geholfen.

0
ChristianLE 29.06.2017, 10:46
@habakuk63

Auch ein schon bestehendes Haus darf nicht vom Bebauungsplan abweichen.

 

Sorry, aber das ist quatsch.

Wenn der Wintergarten illegal war, dann hat er das Ding dort einfach hingesetzt, ohne vorher einen Bauantrag einzureichen.

Ansonsten steht eine erteilte Baugenehmigung immer über der Satzung eines Bebauungsplanes.

Erteilte Baugenehmigungen der Vergangenheit können doch nicht widerrufen werden.

Ein Beispiel eines Bekannten: In dessen Gemeinde wurde über die Aufstellung eines B-Plans beraten, es wurde aber keine Veränderungssperre verhängt.

Da er dort ein Grundstück besaß und ein 2-Familienhaus bauen wollte, hat er mal ganz schnell einen Bauantrag gestellt, welcher überraschenderweise auch bewilligt wurde (Im Normalfall werden Baugesuche zurückgestellt).

Während des Baus wurde der neue B-Plan (nur Einfamilienhäuser) wirksam. Heute hat er dort das einzige 2-Familienhaus in dem Gebiet.

0
Paulina42 29.06.2017, 08:52

Ah ok

0

Da muss sich der Hausbesitzer bei der zuständigen Gemeindeverwaltung erkundigen. Die wissen das.

Was möchtest Du wissen?