Darf man im Wald Feuer machen, einen Unterschlupf bauen, Jagen etc. Im Falle einer Überlebenssituation?

12 Antworten

Lies mal folgende beiden Paragraphen aus dem BGB; es gibt die konstruktion theoretisch, in der Praxis wird es aber IMMER eine Alternative dazu geben, in den Wald eines anderen (Wald gehört IMMER jemandem) zu zündeln und zu wildern etc. = lass das sein!! (die Paragraphen sind gemacht für Situationen, wie z. B. bei einem Hochwasser ein Fenster einzuschlagen oder sowas, also wirkliche unvermeidbare Notlagen - nicht für Wunschträume... - Prüfung im Einzelfall vor Gericht...)

§ 34 BGB: Rechtfertigender Notstand

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

§ 35 BGB: Entschuldigender Notstand

(1) Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib oder Freiheit eine rechtswidrige Tat begeht, um die Gefahr von sich, einem Angehörigen oder einer anderen ihm nahestehenden Person abzuwenden, handelt ohne Schuld. Dies gilt nicht, soweit dem Täter nach den Umständen, namentlich weil er die Gefahr selbst verursacht hat ...

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung

"Im Falle einer Überlebenssituation", wie du es beschreibst, ja. Die anderen haben ja auf den rechtfertigenden Notstand hingewiesen.

Allerdings muss man in Deutschland schon sehr phantasievoll sein, um sich so eine Situation auszudenken, wo du im Wald einen Unterschlupf bauen und Feuer machen musst, um zu überleben. In den Alpen kann es schon vorkommen. Wenn du auf Grund eines Unfalles in abgelegenen Regionen meinetwegen eines Mittelgebirges nicht weiter kommst, wäre es auch denkbar.

Jagen und Fallenstellen gerhören auf keinen Fall zu den Sachen, bei denen der Gesetzgeber ein Auge zu drücken würde. Wer jagen und Fallenstellen kann, der kann auch die nächste Straße erreichen, wovon es in Mitteleuropa ja bekanntlich keinen Mangel gibt.

Das Problem ist, dass du Survivaltechniken für echte Notfallsituationen nur im eigenen Garten üben kannst oder wenn du gut mit dem Waldbesitzer stehst und der dir ein kleines Feuerchen erlaubt. Und auch dann nur ohne Blutvergießen (jagen usw.)

Was du im deutschen Wald darfst und was nicht, erklärt dir Ben in aller Ausführlichkeit:

https://youtu.be/TuiAMuML5m0

Aber du brauchst m. E. gar nicht für die Zombie-Apokalypse zu trainieren. Geh einfach raus, lerne die Natur kennen und lerne Rücksicht zu nehmen. Da hast du schon Herausforderungen genug. Wenn du die meisterst, lernst du ganz von selbst viele Dinge, die dir in Notfallsituationen nützlich sein können. Als allererstes gehören Besonnenheit und Findigkeit dazu.

https://youtu.be/VH4I0YP6OvU

Ein paar handwerkliche Details zeigt dir Sacki:

https://youtu.be/Fasg31pbrso

In einer wirklichen Notsituation darfst du das schon, wen wolltest du denn dann auch fragen und wie? Also wenn du dich im Wald verirrt hast, keinen Handyempfang hast, dann darfst du natürlich schon einen kleinen Unterschlupf bauen, um dich vor Wetter und Tieren zu schützen und dir auch ein Kaninchen schnappen und dich durch ein Feuer wärmen und das Kaninchen bruzzeln. Du wirst ja aber selten Werkzeug oder ein Gewehr bei dir tragen, wenn du dich verirrst. Vielleicht aber ein Messer und ein Feuerzeug. Das wird wohl durch Notstand gerechtfertigt sein. Schutz von Leib und Leben geht immer vor Eigentumsrechten.

Ansonsten gehört der Wald jemanden und den müßtest du um Erlaubnis fragen. Zum anderen gibt es oft ein generelles Verbot, Feuer im Wald zu machen, insbesondere im Sommer. Das steht sicher in Ländergesetzen.

Was möchtest Du wissen?