Darf man eine Vorarbeiterstellung nach 20 Jahren fristlos kündigen bzw. generell kündbar nach einer so langen Zeit?

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7 Antworten

Hat der Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag als Vorarbeiter oder wurde er nach ein paar Jahren ohne Zusatz im Arbeitsvertrag stillschweigend befördert?

Gibt es eine Begründung des AG für diese Maßnahme? Hat der AN seinen Job nicht mehr ordentlich ausgeführt und wurde auch abgemahnt?

Wenn der AN einen Vertrag als Vorarbeiter hat, kann der AG diesen nicht so einfach kündigen und fristlos schon gar nicht. Will er den AN auf einem weniger gut bezahlten Posten einsetzen, muss er ihm zunächst eine Änderungskündigung geben. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten für den AN:

  1. Der AN nimmt an und arbeitet zu den neuen Bedingungen
  2. Er lehnt ab und aus der Änderungskündigung wird eine "Beendigungskündigung".
  3. Er nimmt unter Vorbehalt an, arbeitet zunächst zu den neuen Bedingungen und lässt die Änderungskündigung beim Arbeitsgericht prüfen. Stellt dieses fest, dass die Ä-Kündigung nicht rechtens ist, hat er seinen alten Job zurück.

Bei 2. und 3. muss der AN aber innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Änderungskündigung Klage beim Arbeitsgericht einreichen, sonst ist diese gültig.

Auch bei Änderungskündigungen muss im Übrigen die "normale" vereinbarte, tarifliche oder gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist (hier nach § 622 Abs. 2 BGB sieben Monate zum Monatsende) eingehalten werden. Von "Jetzt auf Gleich" geht also überhaupt nicht.

Sollte der AN keinen Arbeitsvertrag über den Vorarbeiterjob haben, diesen aber schon 20 Jahre ausüben, nennt man das "konkludentes Handeln". Nach so einer langen Zeit ist daher ein Vertrag über die Tätigkeit auch ohne Schriftform zustande gekommen.

Wenn es einen Betriebsrat gibt, was sagt dieser?

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Kommentar von sublinin
16.12.2015, 14:37

Das weiß ich nicht. Ich weiß, dass dieser AN den Posten eben die letzten 20 Jahre inne hatte und nun bei der wöchentlichen Dienstbesprechung erfahren hat, dass der neueingestellte Kollege (Arbeitsbeginn 15.12.15) diesen Posten nun inne hat. Betriebsrat??? Gewerkschaft??? Das gibt es leider nicht. Der AN um den es geht ist im öffentlichen Dienst (früher unter der Bezeichnung einfacher Dienst) tätig. Änderungsvertrag, denke nicht dass es das geben wird, hab ich gestern im Gespräch auch schon bemängelt und den AN gebeten, diesen zu verlangen. 

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Dein erster Ansprechpartner sollte da der Betriebsrat oder die Gewerkschaft sein.

Aber natürlich darf dein Chef dich auf einer anderen Stelle einsetzen. Allerdings kann er dir nicht ohne Weiteres das Gehalt kürzen.

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kündbar ist jeder, allerdings unter Berücksichtigung der gesetzlichen Kündigungsfristen.

Fristlos kündbar nur nach 2 Abmahnungen

Hier scheint es sich aber um eine sog. " Änderungskündigung" zu handeln   

http://arbeits-abc.de/die-aenderungskundigung-voraussetzungen-kundigungsfristen-und-urteile/        schau mal da rein!

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Kommentar von Maximilian112
16.12.2015, 11:40

Fristlos kündbar nur nach 2 Abmahnungen

Also muß ich dreimal die silbernen Löffel mitgehen lassen um eine Fristlose zu erhalten??

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da eine firma ihre vorarbeiter selbstständig ernennt, kann sie auch entscheiden das jemand diesen posten nicht mehr bekleidet. wenn ich betroffen wäre, würde ich zuerstmal fragen warum.

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Dauer der Betriebszugehörigkeit und / oder Funktion im Betrieb verhindern nicht eine Kündigung - jeder ist ersetzbar.

Bestenfalls könnte man -sofern die Voraussetzungen gegeben sind- über eine Abfindung streiten / verhandeln. Ansprechpartner sollten auf jeden Fall Betriebsrat (sofern vorhanden), Gewerkschaft (falls Mitglied) und/oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sein. Das sollte dann aber zeitnah geschehen, damit keine Fristen versäumt werden.

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Dann hat diese Person bis gestern wohl keine Verbindung mehr zur Leitung gehabt [ oder ihnen verschwiegen ]. Hat PERSON Zulagen erhalten, bzw. werden die beendet ?

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Kommentar von sublinin
16.12.2015, 14:33

doch hat sie, zumindest jeden Dienstag bei der "Märchenstunde"/Dienstbesprechung. Seit gestern arbeitet auch ein neuer Mitarbeiter dort, der nun die Stelle des Vorarbeiters inne hat. die Person von der ich rede ist nicht gekündigt, ihr wurde der Vorarbeiterposten genommen, was auch etwa 200€ weniger Einkommen bedeutet. Daher auch die Frage, denn die Person um die es mir geht, hatte wie gesagt, diesen Posten 20 Jahre inne.

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Kommentar von sublinin
16.12.2015, 14:43

Doch es war klar, dass der eine Kollege geht und ein neuer kommt, aber dass er seinen Posten als Vorarbeiter verliert hat er gestern in der Märchenstunde erfahren. Davon wusste er nichts. War auch nicht in der Stellenausschreibung vorgesehen. 

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fristlos geht so ohne weiteres gar nicht. 

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