Darf man ein Haus ohne Kanalanschluss bauen?

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25 Antworten

Hallo gleity,

ich glaube nicht, daß es möglich ist. Ich weiß nur, daß man die Möglichkeit hat, Urinale zu kaufen, welche ohne Wasser funktionieren können, aber alles andere, sollte gesetztesmäßig ein- und angebaut werden.

Hier:

Das Abwasser, das in einem Gebäude und auf dem dazugehörigen Grundstück anfällt, muss also entsorgt und gereinigt werden. Das dient vor allem der Hygiene und dem Gesundheitsschutz, da ansonsten das Grundwasser verunreinigt werden könnte. Generell unterscheidet man, auch im Bereich der Hauskanalisation, zwischen zwei Abwassertypen: Dem Regenwasser, welches durch Ruß, Staub, Gase und Pollen in der Atmosphäre verschmutzt wird, und dem Schmutzwasser, welches im Haus selbst entsteht. In einem Gebäude werden diese beiden Typen normalerweise getrennt gesammelt und abgeführt. In weiterer Folge können sie auch getrennt gereinigt oder als Mischwasser gemeinsam in einer Kläranlage aufbereitet werden. Mittlerweile werden in der Hauskanalisation vorwiegend Keramik, Grauguss und Kunststoffe verwendet. Das Material richtet sich dabei meist nach der Abwasseraggressivität, den geplanten Kosten und Das Material richtet sich dabei meist nach der Abwasseraggressivität, den geplanten Kosten und nach den verwendeten Rohren (meist 10 - 20 cm Durchmesser). Im Haus befinden sich die Entwässerungsgegenstände, wie etwa Waschbecken, Toiletten oder eine Waschmaschine, die das Schmutzwasser produzieren. Diese Entwässerungsgegenstände sind an einem Siphon (Geruchsverschluss) angeschlossen, über den das Abwasser in die Fallrohre gelangt.

Die Hauskanalisation ist also für den Hausbau zwingend erforderlich. Je nach Grundstücks- und Hausgröße, nach Anlagesystem und Material können die Kosten variieren. Für abgeschiedene Häuser bieten sich Sickergruben oder ein Kleinklärwerk zur Entsorgung bzw. Reinigung an. Zuletzt aktualisiert: 02.11.2010

Früher gab´s ja mal die Sickergruben, aber die sind bei uns in BW schon seit vielen Jahren nicht mehr zulässig. Schon bestehende Klärgruben mussten stillgesetzt, und ein Kanalanschluss gemacht werden. Könnte ja sein, dass das von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird. Ich würde mich einfach mal bei der Gemeinde erkundigen.

Servus nochmal !

Ich bin da auf einer Internetseite gelandet, www.schellheimer.de/index.shtml?unbenannt2 die evtl. eine Alternative zu einem Kanalanschluss anbietet. Jedoch weiss ich nicht, ob das ueberall in der BRD von Seiten der jeweiligen Bauaemter genehmigt wird. Auf den Bildern im unteren Teil, kann man bereits realisierte Projekte sehen. Habe momentan keine Zeit mich intensiver mit dem Thema auseinander zusetzen. Werde mich diesbezueglich noch schlau machen.

Aber jetzt wollte ich mal eure Meinung dazu lesen.

Falls das System funktionieren sollte, halte ich es fuer ne oekologisch und oekonomische Sache.

Auf vielen Dörfern hast du gar keine Abwasserkanäle, jedoch trotzdem Baurecht. Du musst also eine Kleinkläranlage mit vorsehen, wenn du Vorflut hast. Das heißt, wenn das geklärte Wasser abfließen kann. Wenn das nicht geht, musst du eine Grube bauen in entsprechender Größe, die du dann im Rythmus entleeren lassen musst. Deshalb brauchst du auch keinen Trockenabort einbauen, das ist unhygienisch, stinkt und unzumutbar (außer in Lauben). Geh mit diesem Konzept zum Bauamt und lass das vorher absegnen. Im Bestand kenne ich sogar Schlösser, die Trockenaborte noch haben. Sind eben unsaniert geblieben, aber frage nicht wie es da mitunter stinkt bei bestimmten Wetterlagen;-)

Was machst du mit dem Duschwasser, von der Küche und sonstige Gullys? Also, eine Nachklärungist in jedem Fall zwingend erforderlich. Die Behörde erteilt keine Genehmigung, wenn das nicht 100% sicher ist. Warum gibt es dort keinen Kanal? Dann ist grundsätzlich die Frage, ob hier ein Baurecht besteht. Erst mal von der Gemeinde bestätigen lassen. Wenn es im Außenbereich ligt gibt es kein Baurecht, außer Privilegierte. Zur Nachklärung braucht man in jedem Fall Klärgruben, danach Sandfilterschacht, Sandfilterbrunnen Klärteich oder Pflanzbeet. Das Pflanzbeet ist bei uns der Faforit. Das andere wird zZ gar nicht mehr anerkannt. Investition, je nach Grüße 7000 bis 10000€ Die Klärgrube muss jährlich ausgepumpt werden.

Beste Grüße der Maurermeister mussner.baugeschaeft@t-online.de

Und baust du dir auch eine Trockendusche? ;)

Du brauchst keinen Kanalisationsanschluss. Du kannst dein Abwasser auch in einer Grube fangen und dann abtransportieren lassen. Oder du kannst dir deine eigene, kleine (Natur)Kläranlage bauen.

Für genauere Infos, frag mal hier an: http://www.nutzwasser.de/ Da gibts Leute, die sehen sich in der gleichen Situation wie du.

Ich kenne das Problem durch einen jahrelangen Proszess der mal im Fernsehen diskuttiert wurde. Der Ökofreak hatte die gelichen Idde wie Du, konnte sich aber, solange ich das beobachtet hatte, nicht durchsetzen. In einem anderen Fall wurde ein neuer kanal verlegt und der anlieger durfte seine fast neue biologische Kläranlage auch nicht mehr nutzen.

Dafür gibt es m. E. kein Gesatz, sondern das wird mit den Satzungen der Gemeinden geregelt.

"Somit ist klargestellt, dass nur land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Gärtnereien auf Antrag von der Überlassungspflicht entbunden werden können. Für Fäkalschlamm und Fäkalien aus abflusslosen Gruben des übrigen kommunalen Bereiches kann Freistellung von der Befreiungspflicht der Gemeinde generell nicht erteilt werden – ein Aufbringen betriebsfremder Fäkalien auf landwirtschaftlich genutzte Flächen ist damit unzulässig." Ouelle Budesverband Deutscher Landwirte.

Daraus ergibt sich, besteht die Möglichkeit zum Anschluss, dann musst Du anschließen, auch wenn das Grundstück nicht erschlossen ist. Rechtlich kannst Du vielleicht in jahrelangen Proszessen etwas durchsetzen. Die Chance stehen aber sehr schlecht. Es müßte schon ein krasses Missverhältnis der Kosten zum Nutzen bestehen, also ewig lange Leitungen, o. ä.

Falls Sie vorhaben, dass Grundstück demnächst mit einem Wohnhaus zu bebauen, würde ich die Finger davonlassen. Grundlage einer Baugenehmigung ist ein erschlossenes Grundstück. Wenn Sie spekulieren möchten, ob das Grundstück in naher Zukunft zu bebauen ist, würde ich mit dem zuständigen Bauamt Rücksprache halten, ob geplant ist das Baugebiet zu erschliesen.

Ich glaube, das geht höchstens bei so Schrebergärten, aber auch da wäre ich mir in Deutschland nicht sicher. Es gelten schon gewisse Regeln beim Hausbau. Aber das könntest Du sicher in der örtlichen Verwaltungsstelle oder so nachfragen.

Das alles entscheidente ist die künftige Nutzung bzw. Bebauung.

Für Wohngrundstücke mit Wohnbebauung besteht grundsätzlich Anschlusspflicht.

Für ein Dixi-Klo am Rande einer Spargel-Feld-Fläche ggf. nicht, aber auch bei Kleingärten wird schon kräftig gestritten (bzw. versucht, zu widersprechen).

Mein Vorredner will bestimmt sagen:

... bei Kleingärten wird ... versucht, der grundsätzlichen Anschlusspflicht zu widersprechen.

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Servus nochmal !

Ich bin da auf einer Internetseite gelandet, www.schellheimer.de/index.shtml?unbenannt2 die evtl. eine Alternative zu einem Kanalanschluss anbietet. Jedoch weiss ich nicht, ob das ueberall in der BRD von Seiten der jeweiligen Bauaemter genehmigt wird. Auf den Bildern im unteren Teil, kann man bereits realisierte Projekte sehen. Habe momentan keine Zeit mich intensiver mit dem Thema auseinander zusetzen. Werde mich diesbezueglich noch schlau machen.

Aber jetzt wollte ich mal eure Meinung dazu lesen.

Falls das System funktionieren sollte, halte ich es fuer ne oekologisch und oekonomische Sache.

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Die Erschließung muss normalerweise gesichert sein für Bauvorhaben aber - Ausnahmen bestätigen die Regel... Trotzdem, wenn es dort auch (neben dem Kanal) kein Wasseranschluss, Stromanschluss, usw. gibt, dann rate ich dir dringend davon ab.

Im Prinzip kannst du dir ein eigenes Klärwerk bauen: eine Jauchegrube wie früher.

In manchen Lagen ist das auch heute noch möglich, weil weit und breit keine Kanalisation vorgesehen ist und schon ein Gemäuer steht...

Als Neubau in einem erschlossenen Gebiet geht das nicht.

Als Neubau in einem unerschlossenen Gebiet wirst du dir die Mühe machen müssen, mit dem zuständigen Bauamt zu sprechen.

da darfst Du gerade mal einen Schrebergarten haben und eine Gartenlaube bauen. Wo sollen denn Wasser und Elektrizität herkommen? Die Wasserleitungen müssen alle frostsicher herangeführt werden und ohne Erschließung ist da nichts drin.

Für Frischwasser kann man sich einen Trinkwasserbrunnen bohren lassen....

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@Eldor

klar, kann man - kommt auf den Preis an. Und wo und wie entsorgst du das Wasser?

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  1. Nicht erschlossen heißt eideutig, dass es keine Baugenehmigung geben wird. Wie entsorgst du das Abwasser aus Küche und Badewanne/Dusche? Das Klo ist nicht das einzige Problem.

  2. Es soll noch Gegenden geben, die Baugrundstücke ausweisen in denen Strom und Trinkwasser verfügbar sind (teilerschlossen) jedoch eine Kanalisation fehlt. Dort muss man aber entweder ein eigenes Miniklärwerk (sauteuer) oder eine Klärgrube bauen. Die Klärgrube muss man dann von Entsorgungsunternehmen leeren lassen.

  3. Ein Anschluss an eine vorhandene Kanalisation kommt über die Jahre gesehen billiger als die Entleerung von Klärgruben oder gar der Bau eines kleinen Klärwerks.

  4. Ausschlaggebend kann auch sein ob Wälder, Wasser-, Natur- oder Landschaftsschutzgebiete anliegen.

P. S. Willst Du wirklich Zeit Deines Lebens mit einem Trockenklo leben und einen Streit wegen dieses Sch...hauses mit den Behörden wagen?

Du dürftest noch nicht mal ein Haus bauen das mit einer eigenen Sickergrube also für die Abwasser ausgestattet wäre. Kanalanschluss ist Pflicht wie einen Personalausweis zu haben.

Ein Haus kannst du nur auf einem Grundstück bauen, welches im Bebauungsplan der Gemeinde/Stadt ausgewiesen ist, d.h. das Grundstück muss Bauland sein. Und diese Grundstücke sind in der Regel erschlossen.

Es geht auch nicht nur um eine Trockentoilette....wo willst du Wasser herbekommen zum kochen, baden,duschen? Aus einem Brunnen?

nicht erschlossene grundstücke bringen viel probleme und die kosten können ein faß ohne boden sein, aber du kannst bei der gemeinde mal vorsprechen, ob überhaupt und was auf dich zukommt, mach die anfrage unverbindlich

Ja, wenn keine Kanalisation vorhanden ist.

Anderenfalls besteht sofortige Anschlusspflicht bei Neubau.

Bestandsobjekte werden mit Fristvorgaben beauflagt, sobald die Kanalisation hergestellt wurde (z. B. in den Randgebieten von Ost-Berlin)

Abwasser- und Schutzrohre für die Hausanschlüsse (Wasser/blau, Gas/schw., E/rot) - (Hausbau, Grundstück, Baurecht)

Richtig --> Abwasseranschlusspflicht !

Bei einem Neubau oder auch einem Umbau geschieht dies bereits bei der Erteilung der Baubewilligung. Hierbei prüft die kommunale Baubehörde, ob das Bauvorhaben innerhalb oder außerhalb der öffentlichen Kanalisation liegt. Grundsätzlich muss das verschmutzte Abwasser im Bereich öffentlicher Kanalisationen in die Kanalisation geleitet werden. Außerhalb von öffentlichen Kanalisationen muss eine Kleinkläranlage angeschafft werden. Des Weiteren muss die Gemeinde bei der Neuerstellung von Abwasseranlagen dafür sorgen, dass bestehende Bauten und Anlagen ebenfalls angeschlossen werden.

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@Fanfan

Der Bau und die Unterhaltung der öffentlichen Kanalisation und der öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen (Kläranlagen) obliegen dem „Abwasserbeseitigungspflichtigen“, im Regelfalle der jeweiligen Kommune.

Diese kann die Abwasserbeseitigungspflicht einem Dritten, beispielsweise einem Abwasserzweckverband, oder unter gewissen Voraussetzungen dem Grundstückseigentümer bei dem das Abwasser anfällt, zum Beispiel durch den Bau einer Kleinkläranlage, übertragen.

Für Neuanschlüsse an eine öffentliche Kanalisation kann je nach Abwassersatzung ein Anschlussbeitrag zu entrichten sein. Die Benutzungsgebühren werden bei Anschluss an ein zentrales Abwassernetz meistens das Schmutzwasser nach dem Trinkwasserverbrauch (Wahrscheinlichkeitsmaßstab) und das Niederschlagswasser nach angeschlossener versiegelter Fläche abgerechnet. Bei dezentralem Anschluss (Kleinkläranlage) wird gemäß der abgefahrenen Fäkalschlammmenge abgerechnet.

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@Abschmecker

... ihr wisst so gut bescheid; dann schreib doch bitte noch dazu, aus welchem gesetz das stammt, dann ist es eindeutig. Im übrigen gibt es nicht nur bestandsschutz oder fristen wenn der kanal noch nicht da ist, sondern auch wenn kanal vorhanden, einbindung schon da, aber trotzdem noch kleinkläranlage (fäkaliengrube) in betrieb - so wie bei uns bis vor wenigen jahren, kommt auch immer auf die regionalen satzungen an. Wenn keine ausnahmesituation vorliegt, hast du wohl schlechte karten, denn mit den kläranlagen haben sich manche eine goldene nase verdient und die allgemeinheit muss zahlen - das thema dürfte, nach vielen streitigkeiten, in den meisten gemeinden durch sein.

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Servus nochmal !

Ich bin da auf einer Internetseite gelandet, www.schellheimer.de/index.shtml?unbenannt2 die evtl. eine Alternative zu einem Kanalanschluss anbietet. Jedoch weiss ich nicht, ob das ueberall in der BRD von Seiten der jeweiligen Bauaemter genehmigt wird. Auf den Bildern im unteren Teil, kann man bereits realisierte Projekte sehen. Habe momentan keine Zeit mich intensiver mit dem Thema auseinander zusetzen. Werde mich diesbezueglich noch schlau machen.

Aber jetzt wollte ich mal eure Meinung dazu lesen.

Falls das System funktionieren sollte, halte ich es fuer ne oekologisch und oekonomische Sache.

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Geht wenn Du eine "Güllegrube" baust die von einem Entsorger geleert werden muss. Glaub mir, das willst Du nicht wirklich. :(

Hallo,

was rechtlich möglich ist, kann dir nur das zuständige Bauordnungsamt beantworten.

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