Darf man beim auto fahren essen und trinken? Oder ohne Schuhe fahren? Mein Fahrlehrer meint ja man darf aber....?

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9 Antworten

Es gibt die rechtliche Seite und die Sicht der Versicherungen. Die sind nun mal Weltmeister, wenn es darum geht, Gründe für Nicht-Zahlungen zu finden.

Mein Fahrlehrer hat immer einen Schuhappell gemacht. High Heels oder die damals so modernen Clogs gingen gar nicht. Die Schuhe mussten eine weiche Sohle haben und hinten geschlossen sein.

Ich trinke im Auto (Wasser) und lutsche Bonbons. Zum Essen mache ich eine Pause, das tut auch dem Körper mal ganz gut. Man soll ohnehin nicht stundenlang Auto fahren.

Also grundsätzlich kannst beim Autofahren alles machen, was Dich nicht in Deiner Aufmerksamkeit beeinträchtigt.

  • ohne Schuhe: grenzwertig. Aber ich glaube ohne Schuhe ist immer noch besser als mit FlipFlops, weil die sehr schnell verrutschen können und somit die Pedalbedienung eingeschränkt ist. Ich persönlich bin auch schon ohne Schuhe gefahren, habe aber den Sitz um eine Raste weiter nach vorne gestellt dabei. Das muss aber jeder mit sich selbst ausmachen. Denn wenn Du einen Unfall baust und als Ursache das barfuß-fahren nachgewiesen werden kann, dann zahlt Deine Versicherung nix.
  • Essen und Trinken: klar. Warum nicht. Wenn das Deine Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt. Du kannst sogar ein Bier (mit Alkohol) am Steuer trinken, darfst aber natürlich nicht die 0,5 Promille-Grenze überschreiten bzw. bei alkoholbedingten Auffälligkeiten oder Unfall die 0,3 Promille-Grenze
  • Handy/Smartphone (das füge ich jetzt mal selber hinzu): das ist verboten. Und mal ehrlich: aus gutem Grund. Ich bin Vielfahrer und oft, wenn ich mich über ein seltsames Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers wundere, dann hat der ein Telefon am Ohr oder er hockt hinterm Lenkrad und glotzt permanent in seinen Schoß - und was liegt da wohl?

Das einzige, was (in Deutschland!) ausdrücklich verboten ist, ist während der Fahrt ein Mobil- oder Autotelefon zu benutzen,

wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss.

s. StVO §23(1a)

Selbst die oft angeführte Verpflichtung, sein Fahrzeug jederzeit sicher zu beherrschen, findet sich in dieser Formulierung nicht in der deutschen StVO.

Das einzige, was hier greift, sind die Grundregeln aus §1:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Ob z. B. essen und trinken oder barfuß fahren grundsätzlich eine Schädigung, Gefährdung, Behinderung oder Belästigung anderer darstellt, wage ich doch arg zu bezweifeln.

Dein Fahrlehrer hat also Recht, Dein Vater nicht. (Das sollte auch so sein, schließlich ist es der Job des Fahrlehrers, so was zu wissen.) Rein rechtlich darfst Du während der Fahrt essen, in der Nase popeln, Dein Autoradio bedienen und auch sonst alles Mögliche veranstalten ...

Nur wenn es zum Unfall kommt, versuchen u. U. die Versicherungen, sich mit solchen Begründungen (die evtl. auch Vertragsbestandteil sein könnten) vor der Erstattung zu "drücken" - ob sie damit vor Gericht durchkommen würden, hängt m. E. stark vom Einzelfall ab.

 

 


 

Man darf, jedoch verliert man dadurch seinen Versicherungsschutz. Was man nicht darf ist Zeitungen oder Bücher lesen, Fernsehen, am Laptop arbeiten (ja, das kommt öffter vor als man denkt) und das Mobiltelefon benutzen (ein Handunkgerät oder fest installierte Geräte sind jedoch erlaubt). - 


Man darf, jedoch verliert man dadurch seinen Versicherungsschutz.

Das ist Unsinn.

Eine mögliche Unaufmerksamkeit durch Essen und Trinken beim Fahren stellt noch lange keine Obliegenheitsverletzung dar - erst das würde die Versicherung berechtigten Regressansprüche nach einem Unfall zu stellen.
Der Versicherungsschutz bleibt in jedem Fall bestehen.


Was man nicht darf ist Zeitungen oder Bücher lesen, Fernsehen, am Laptop arbeiten

Ausdrücklich verboten ist das nicht.
Nur wenn die Aufmerksamkeit dadurch leidet - was wohl regelmäßig der Fall ist - bekommt man Probleme.

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@Crack

Gibt es einen Fall, in dem jemand beim Essen einen Unfall verursacht hat, bei dem die Versicherung den Schaden anstandslos reguliert hat?

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@tryanswer

Gibt es einen Fall, in dem jemand beim Essen einen Unfall verursacht hat, bei dem die Versicherung den Schaden anstandslos reguliert hat?

Einen?
Da gibt es sicher Tausende.

Gibt es einen Fall bei dem die Versicherung die Leistung verweigern konnte? Nein, sicher nicht.

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Essen und trinken ist erlaubt.

Barfuß fahren verbieten die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften. Privat kannst du das machen, aber spätestens wenn du zur Arbeit fährst, musst du Schuhe anziehen.

Es gibt keine Gesetze die Schuhwerk beim Auto fahren vorschreiben.

Wenn Du es gewohnt bist mit Messer und Gabel zu essen, lass es lieber. Bei einem Auffahrunfall bohrt sich die Gabel tief in den Rachen.

Doch, man darf. Dein Fahrlehrer hat recht.

Als Beifahrer kann man essen, trinken, Schuhe ausziehen, mit dem Handy rumspielen etc.

dein Vater hat Unrecht !

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