Darf man bei Grundsicherung ein Zuveridenst auf dem 1. arbeitsmarkt machen?

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5 Antworten

Du darfst sogar so viel selbst verdienen, dass die Grundsicherung gar nicht mehr gebraucht wird / entfallen kann.

Auch ein Minijob ist der erste Arbeitsmarkt,genauso wie Teilzeit und Vollzeit !

Es kommt darauf an,was du mit Grundsicherung meinst,entweder Leistungen nach dem SGB - ll vom Jobcenter oder nach dem SGB - Xll vom Sozialamt,dass macht nämlich einen großen Unterschied bei der Anrechnung des Einkommens.

Wenn du nämlich vom Sozialamt Leistungen bekommst,dann gibt es die 100 € Grundfreibetrag nicht,dir stünden dann nur 30 % deines Einkommens an Freibeträgen zu,max.aber die Hälfte der Regelbedarfsstufe 1 ( 399 € ) also um die 199 € und eine Pauschale von 5,20 € für die Fahrkosten für die Beschäftigung.

Hättest du nachweislich höhere Ausgaben,dann würden natürlich die tatsächlichen Kosten berücksichtigt.

Im ALG - 2 hast du 3 Stufen der Freibeträge.

  • Grundfreibetrag von 100 € des Bruttoeinkommen
  • von 100 € - 1000 € Brutto / 20 % Freibetrag / 80 % Anrechnung auf den Bedarf
  • von 1000 € - 1200 € / 1500 € Brutto / 10 % Freibetrag / 90 % Anrechnung auf den Bedarf

Letzte Stufe der Freibeträge von 1000 € - 1500 € Brutto gilt,wenn in der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) min.1 minderjähriges Kind lebt.

Diese Freibeträge werden dann theoretisch vom Nettoeinkommen abgezogen und ergibt dann das anrechenbare Einkommen,was dann auf den Bedarf angerechnet wird.

Deine Frage hat einen grundsätzlichen Fehler. Die Annahme das es mehrere Arbeitsmärkte gibt.

Es gibt nur einen einzigen. Auf diesem gibt es unterschiedliche Arbeitsformen. Praktika, bezahlte Aus- und Fortbildung, Minijobs, Teilzeit und Vollzeit.

1 Euro Jobs sind künstliche Arbeitsformen vom Jobcenter selbst erzeugt um ihre Statisken zu schönen. Auch die Fortbildungsmaßnahmen des Jobcenters sind grundsätzlich dafür gedacht, die Arbeitslosenstatistik zu schönen. Oder hast du schon mal jemanden erlebt, der danach in eine neue Arbeitsstelle gegangen ist?

Aber nun zu deiner Frage.

Du darfst als Harz IV Empfänger selbstverständlich etwas hinzuverdienen. Dies geht bis 450 Euro.

100 Euro werden dabei deinem Harz IV nicht angerechnet. Heißt du bekommst die 100 Euro ohne Abzüge. Alles was da drüber liegt, wird dir zu 80 Prozent angerechnet.

isomatte 05.02.2015, 19:51

Warum nur bis 450 € ?

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Baltarsar 05.02.2015, 19:54
@isomatte

Natürlich kannst du auch drüber verdienen. Nur damit wird die Tätigkeit zu einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis für welches dann entsprechende Abgaben gemacht werden müssen. Aber selbst bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen kannst du, je nach Höhe deines Einkommens, noch Leistungen vom Staat bekommen. Du wärest dann Aufstocker.

Also war meine Formulierung nur bis 450 Euro ehr unglücklich von mir gewählt.

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isomatte 05.02.2015, 20:09
@Baltarsar

Ich danke dir für deine Erklärung,dass ist mir alles bekannt,mich haben nur die bis 450 € gestört und man ist im übrigen verpflichtet,seine Bedürftigkeit so gering wie möglich zu halten,man muss sich also entweder um eine besser bezahlte Beschäftigung bemühen oder eine zusätzliche annehmen oder es zumindest versuchen !

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Baltarsar 05.02.2015, 20:27
@isomatte

Dies ist ein Trugschluss. Man muss nicht jede Arbeit annehmen, die einem vorgeschlagen wird und man muss auch nicht soviel wie möglich verdienen. Denn wenn es ein MUSS wäre, würden wir hier über sogenannte Zwangsarbeit sprechen und laut § 12 GG Abs. 3 ist Zwangsarbeit nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

Die Mitarbeiter des Jobcenters verkaufen den Zwang zur Arbeit immer sehr heftig, denn im Grunde erpressen sie dich rechtswidrig zur Zwangsarbeit, denn nimmst du die Jobangebote nicht an, werden dir die sozialen Leistungen rechtswidrig gekürzt.

Und bevor jetzt hier einer ankommt, von wegen Schmarotzer, du willst nur nicht arbeiten gehen. Dies stimmt in keinsterweise. Jedoch suche ich mir den Job danach aus, ob er mir Spaß macht, ob ich die beruflichen Qualifikationen habe oder ob der Beruf diese so massiv unterschreitet, dass ein Schimpanse den Job machen machen könnte und ob meine Arbeitskraft fair entlohnt wird. Trifft eines meiner Kriterien nicht auf einen Job zu, lehne ich das Angebot des Jobcenters dankend ab und bitte um ein neues.

Und sie müssen mir ein neues raussuchen, ohne mir die Leistungen zu kürzen, denn ansonsten würden sie gegen unsere Verfassung verstoßen.

Selbstverständlich suche ich auch noch selbst nach einer Beschäftigung.

Das mag vielen Leuten jetzt nicht passen, jedoch gebe ich folgenden Gesetzestext aus unserem Grundgesetz hier mal wieder:

Die Sozialstaatlichkeit ist im Grundgesetz an zwei Stellen verankert: so in Art. 20 Abs. 1, der den sozialen Bundesstaat fordert, und in Art. 28, in dem die Bundesrepublik Deutschland als "sozialer Rechtsstaat" bezeichnet wird.

Wem also die Sozialstaatlichkeit nicht passt, kann nach meiner Auffassung sehr gerne seine Ausweispapiere, mit denen man diese Staatsform anerkannt hat, bei seinem Einwohnermeldeamt zur Vernichtung abgeben. Die deutsche Staatsbürgerschaft behält man dann immernoch, denn dann greift das Gesetz des Jahres 1913 wieder. Oder für die, die sich an der Sozialstaatlichkeit von Deutschland extrem stören, es gibt auch noch andere Länder in denen diese Menschen dann leben können.

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du darfst so viel arbeiten, wie du kannst. gib deinen verdienst beim amt an. alles was du über 100,- verdienst wird auf deine grundsicherung angerechnet. Davon erhältst du dann noch einen Anteil, ca. 30%, max. 191,-

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