Darf man bei Ergänzung einer bestehenden Autoversicherung diese kündigen, wenn durch die Ergänzung höhere Beiträge entstehen?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Entschuldigung dass ich den Kollegen an dieser Stelle wiedersprechen muss.... Es besteht in diesem Fall sehr wohl ein Sonderkundigungsrecht nach §25 Abs 2. VVG. Mehrbeitrag bei gefahrerhöung um mehr als 10 % und genau das liegt in diesem Fall vor. Der Vertrag ist innerhalb eines Monats ab Zugang der Mitteilung über den höheren Beitrag fristlos kündbar.

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Fraglich erscheint, ob die Ausweitung des Fahrerkreises mit einer Gefahrerhöhung gleichzusetzen ist, und ob der Wegfall von Rabatten als Beitragserhöhung angesehen werden kann...

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@suzisorglos

@Suzisorglos:

Fraglich erscheint, ob die Ausweitung des Fahrerkreises mit einer Gefahrerhöhung gleichzusetzen ist,Was sollte man denn sonst unter Gefahrerhöhung verstehen?

Wenn keine Gefahrerhöhung vorläge, gäbe es auch keinen Grund für Die Versicherung die Beiträge zu erhöhen.
Gefahrerhöhungen sind z.b.

- Wenn sich die Jahres- Kilometerleistung ändert

- wenn ein Kfz nachträglich mit teurer Sonderausstattung ausgerüstet wird

- Wenn statt dem VN als Alleinfahrer, Frau und Kinder dem Fahrerkreis hinzugeschrieben werden (wie in diesem Fall)

Desweiteren stellt sich in diesem Speziellen Fall auch noch die Frage, ob hier nicht ein Verstoß gegen §138 BGB vorliegt. Der besagt das ein Rechtsgeschäft dass gegen gute Sitten verstößt, oder bei Wucher anfechtbar ist.
Wucher deshalb, weil ich keinen Versicherer kenne, der wegen der Erweiterung des Fahrerkrieses, egal in welchem Umfang, einen Beitrag verlangt, der um ein vielfaches höher liegt als der Beitrag für Alleinfahrer.

und ob der Wegfall von Rabatten als Beitragserhöhung angesehen werden kann...

Ich suche die Stelle im Text in der der Fragesteller vom Wegfall von Rabatten spricht. Allerdings hätte der Fragesteller insbesondere schon allein aus dem Entfall zugesagter Rabatte ein Sonderkündigungsrecht.

Ich gebe zu, dass ich mir im geschliderten Fall nicht sicher bin ob meine Behauptung richtig ist, ich komme aber beim Lesen der Gesetzte immer wieder auf den gleichen Schluss, nämlich dass im Falle einer Gefahrerhöhung eine Beitragserhöhung um 300% nur den Schluss zulässt, das ein Sonderkündigungsrecht nach § 25 Abs. 2 in diesem Fall Vorliegt und das die Beitragserhöhung nur auf Grund einer Gefahrerhöhung ausgesprochen wurde.

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@RudiRatlos67

Wegfall von Rabatten: Üblich ist ja, dass der Tarifbeitrag Rabattiert wird, wenn der - nach Tarif zunächst unbeschränkte - Fahrerkreis durch Vereinbarung eingegrenzt wird (z.B. auf den VN oder VN und Ehe-/ Lebenspartner). Wenn der VN nun die Erweiterung des Fahrerkreises wünscht, führt das ggfs. zum Wegfall von solchen Rabatten. Da bin ich mir immer noch nicht sicher, ob das einer Beitragserhöhung gleichzusetzen ist. Allerdings ist die hier in den Raum gestellte Beitragsänderung auf ein Mehrfaches des ursprünglichen Beitrags tatsächlich schwer nachvollziehbar...

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Vielen Dank für die hilfreiche Antwort/-en. Ich weiß jetzt zumindest wie und was ich weiter machen muss. Die Erweiterung des Fahrerkreises stellt für die Versicherung eine Gefahrenerhöhung dar, sonst würden sie die Beiträge nicht erhöhen. Vor allem, wenn ein junger, unerfahrener Fahrer/-in den Fahrerkreis erweitert. Das ist selbstverständlich. Aber, dass man den Beitrag von zur Zeit ca. 294 Euro (SF20) auf ca. 1108 Euro erhöt, ist etwas heftig. Finde ich.

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@Darius02

Ich habe heute mit unserer Rechtsabteilung telefoniert und die Bestätigung erhalten, dass in diesem Fall zweifelsfrei Sonderkündigungsrecht nach §25 Abs. 2 VVG besteht

Es ist so wie ich vermutet hatte... ein weiterer Fahrer ist eine Gefahrerhöhung und der VN muss einen 10% höheren Beitrag akzeptieren. Steigt das Risiko in der Art an, dass sich der Beitrag um mehr als 10% erhöht, kommt das einer Neuordnung des versicherten Interesse gleich und es steht dem VN frei den höhren Beitrag anzunehmen oder den vorhandenen Vertrag aufzulösen und unabhängig auch bei jeder anderen Versicherung neu zu verhandeln.

In diesem Fall ist das hinzukommende Risiko gewichtiger als der zu schützende Vertrag

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1000 mal Dank an Sie für die hilfreiche Antwort und die Tipps mit §25 Abs. 2 VVG und §138 BGB. Habe das Alles meiner Versicherung schriftlich geschildert und nach einer Weile siehe da... sie haben mir das Sonderköndigungsrecht eingeräumt. Vielen Dank!

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Ein Sonderkündigungsrecht besteht nicht!

Die Begründung dafür liefert § 40 Abs. 1 VVG direkt im ersten Satz:

Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie,
ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend ändert,
kann der Versicherungsnehmer den Vertrag innerhalb eines Monats nach
Zugang der Mitteilung des Versicherers mit sofortiger Wirkung,
frühestens jedoch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung,
kündigen.

Ihr kriegt aber für Mehrbeitrag auch eine Mehrleistung, ergo kein Sonderkündigungsrecht. Ihr könnt ganz normal ordentlich kündigen.

Darf man nicht.

Jedoch wird für begleitetes Fahren mit 17 idR. keine große Beitragserhöhung erfolgen. Das Risiko ist gering, schließlich sitzen Mutti oder Vati daneben. Erst wenn das Kind 18 ist und alleine fährt, erst dann glaube ich dir diese drastische Erhöhung.

Davon abgesehen kannst du dein Auto auch abmelden. Dann bist du die Versicherung los. Such dir einen Versicherungsmakler, der kann (kostenlos für dich) die Tarife der Gesellschaften vergleichen. Dafür gibt es Programme. Wird halt deine Frau Halter.

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durch Abmeldung und wiederzulasszng des gleichen Kfz auf den gleichen Halter erfolgt unterjährig keine Kündigung des bestehenden Versicherungsvertrag. Dazu ist entweder ein Fahzeugwechsel oder ein Wechsel des Halters unumgänglich.

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@RudiRatlos67

Ganau, war vorher der Mann Halter, wird es jetzt eben die Frau, oder die Tochter/Sohn/Oma/Opa. Oder umgedreht. Hauptsache es ändert sich der Halter. Dann ist der VN den Vertrag los.

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