Darf man aus Spaß jemanden einen Zugang legen?

11 Antworten

Das Legen eines venösen Zugangs ist grundsätzlich Körperverletzung und somit strafbar. Zudem ist für diese Tätigkeit eine entsprechende Ausbildung bzw. Einweisung erforderlich. Es ist und bleibt eine primär ärztliche Tätigkeit, auch wenn sie u.U. an Pflege- und Rettungspersonal delegiert werden kann. Er soll auf jeden Fall die Finger davon lassen, das ist kein Spielzeug. Sollte es anschließend gesundheitliche Probleme geben, so wird sich kein Richter dafür interessieren ob der Geschädigte zugestimmt hat.

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@Haglaz

Einer anderen Person "aus Spaß" mit einer Nadel im Körper herumzupuhlen ist sittenwidrig und bleibt auch bei bestehender Einwilligung Körperverletzung.

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@Aliha

Unsinn, die Begriffe sind eng auszulegen. Der Bundesgerichtshof vertritt in ständiger Rechtsprechung, dass eine Einwilligung in eine Körperverletzung erst dann sittenwidrig ist, wenn das Opfer einen „erheblichen Grad an Gefährdung des Lebens“ erleidet, also zum Beispiel bei einer anschließenden Behandlung in der Intensivstation. Dazu NJW 2013, 1379.

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@Haglaz

Ist dir bewusst, welche Gefahren mit diesem Eingriff, insbesondere wenn er von einem Laien und nicht lege artis durchgeführt wird? Das reicht von einem harmlosen Hämatom bis zu einer lebensgefährlichen Sepsis.

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@Aliha

Toll, dass Boxer so gut darin ausgebildet sind, wie man den Gegner möglichst k.o. schlägt^^

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@Aliha

Eine abstrakte Gefahr reicht dafür nicht aus.

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@Haglaz

Die Gefahr ist nicht abstrakt, sondern real. Solange nichts passiert, wird auch kein Hahn danach krähen, sollte aber etwas ernsthaftes passieren, dann glaube ich nicht, dass unser Möchtegerndoktor ungeschoren davon kommt.

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@Aliha

Du bringst hier einiges durcheinander, die Körperverletzung ist ein Vollendungsdelikt, in erster Linie ist die Streitfrage also relevant in Fällen, in denen die Gefährdung konkret eingetreten ist. Anders sieht es aus in Fällen, in denen eine Gefährdung besteht aber nicht eintritt. Noch anders sieht es hier aus, wo die Gefährdung nicht, oder nur sehr abstrakt besteht und kein Körperverletzungserfolg eingetreten ist. Sehr zweifelhaft, ob der Erfolg dann überhaupt noch objektiv zugerechnet werden kann.

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Ganz egal,sowas sollte man generell unterlassen...auf was für Ideen kommt ihr...bitte geh hin und sag ganz klar,dass das unverantwortlich,fahrlässig und unsinnig ist.

Naja wer ist so bescheuert und lässt sich einen Zugang von jemandem legen, der das nie richtig gelernt hat? Natürlich haben wir das untereinander auch schon gemacht (zur Übung), aber da hat ja jeder zumindest schon mal gezeigt bekommen wie es funktioniert und es war ein Unterweisender dabei. Ich lass zuweilen auch mal einen neuen Azubi bei mir probieren (nach meiner Anleitung natürlich). Jemand, der das nicht kann und dem das nicht beigebracht wurde sollte sowas nicht machen, denn die Risiken sind ja vorhanden daß man dabei Fehler macht. Wenn was schief geht wird immer gefragt werden ob der Ausführende die durchgeführte Maßnahme beherrscht hat, was in diesem Fall ganz klar mit Nein zu beantworten wäre. Und in dem Fall verstößt das gegen die guten Sitten wie es hier ja schon gesagt wurde.

Zugang legen welche Farbe?

Hallo. Es gibt ja in Krankenhäusern, Rettungswagen etc. solche Venenverweilkanülen, die einem gelegt werden. Davon habe ich auch schon mehrere Farben gesehen, welche die unterschiedliche Größe kennzeichnen. Gesehen hab ich bis jetzt die Farben Gelb, Blau, Grün, Orange, Weiß, Rosa und Grau. Mich würd interessieren, wem man jetzt welchen Zugang legt? Also abgesehen von Notfallsituation wie hoher Blutverlust und Schock, wo eine hohe Durchflussrate und Volumen benötigt wird.

Gibts da ne Unterteilung wie z.B. Kinder von 5-10 Jahren Farbe X, Kinder von 11-15 Jahren Farbe Y und Jugendliche von 16-20 Jahren Farbe Z? Oder macht das jeder nach seinem Willen?

Mir hat man nämlich schon blaue, rosane und grüne Zugänge gelegt.

Danke für die Antworten!

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