Darf man als Therapeut in einer Psychiatrie, eine Beziehung mit seinen Patienten führen?

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Eine Beziehung besteht immer, sonst ist keine Therapie möglich. Aber das ist eine rein professionelle Beziehung.

Geht eine Therapie zwischen Therapeut und Patient darüber hinaus, im sexuellen Bereich, dürfte das zur fristlosen Kündigung führen und zusätzlich zur Anzeige bei der Therapeutenkammer, sprich Verlust der Approbation und Ruin der beruflichen Karriere.

Bemerken die Kollegen, dass die Beziehung zwischen Therapeut und Patient/in zwar nicht sexuell ist, aber doch über die rein professionelle Ebene hinausgeht, ist zumindest ein ernstes Gespräch mit der Klinikleitung und Verpflichtung zur Supervision am Platze.

Therapeut und Patient haben immer eine Beziehung.

Sex (gleich welcher Art) hingegen ist verboten und führt zum Entzug der Zulassung/Approbation des Therapeuten und wird strafrechtlich nach §174c StGB verfolgt.

Natürlich besteht eine Beziehung zwischen Therapeut und Patient, diese hingegen hat sehr eng gesteckte Grenzen:

Für Psychotherapeuten gilt das sog. "Abstinenzgebot". Danach dürfen Psychotherapeuten die therapeutische Vertrauensbeziehung nicht zur Befriedigung eigener Interessen, Wünsche und Bedürfnisse nutzen. Eine Verletzung des Abstinenzgebotes kann deswegen schon vorliegen, wenn der Therapeut den Patienten zum Beispiel um eine Gefälligkeit, etwa einen Botengang bittet. "Gerade weil die Grenze im Einzelfall manchmal schwer zu ziehen ist, müssen die professionellen Verpflichtungen grundsätzlich ohne Wenn und Aber eingehalten werden", stellt BPtK-Präsident Richter klar. Ein professionell arbeitender Psychotherapeut kommt dem Wunsch nach einem privaten Kontakt nicht nach. Er schreibt keine privaten Briefe an den Patienten, er verabredet sich nicht mit ihm zum Essen, er nimmt keine Geschenke an. Insbesondere ist jeder sexuelle Kontakt unzulässig. Das Abstinenzgebot erstreckt sich auch auf Personen, die dem Patienten nahe stehen und gilt auch nach Beendigung der Behandlung, bis sich der Patient aus der therapeutischen Beziehung gelöst hat, in jedem Fall aber mindestens ein Jahr nach Behandlungsende. https://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/besonders-sc.html

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