Darf man als Gynäkologe Abtreibungen grundsätzlich verweigern?

21 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Maßgeblich ist § 12 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG). Dort ist geregelt, dass niemand verpflichtet ist, an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken.

Dieses Weigerungsrecht ist nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) auch nicht (vertraglich) abdingbar und seine Geltendmachung muss niemandem gegenüber begründet werden.

Ebenso wenig darf nach Ansicht des Gerichts die Weiterbildung eines angehenden Gynäkologen daran scheitern, dass er sich auf dieses Recht beruft. Denn das Recht zur Verweigerung der Mitwirkung falle in den Schutzbereich des durch das ärztliche Berufsbild geprägten Persönlichkeitsrechts des Arztes.

Es ist aber auf den eigentlichen Abbruch beschränkt und gilt nicht für die Untersuchung zur Abklärung der Indikationslage und die erforderliche Nachsorge, Betreuung und Pflege.

Eine Ausnahme hinsichtlich des Weigerungsrechts gilt nach § 12 Abs. 2 SchKG, wenn die Mitwirkung am Schwangerschaftsabbruch notwendig ist, um von der Frau eine anders nicht abwendbare Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung abzuwenden.

Nimmt der Arzt in dieser Situation keinen Abbruch vor, kann er sich wegen unterlassener Hilfeleistung oder im Falle einer sogenannten Garantenstellung auch wegen eines Totschlags- oder Körperverletzungsdelikts strafbar machen.

http://www.haeverlag.de/nae/n_beitrag.php?id=5540

Hi,

es fasziniert mich immer wieder, wie man jahrelang studieren und in den Fächern Medizinrecht und -ethik sitzen kann - um dann ein anonymes Laienforum im Internet zu fragen. Aber sei's drum.

Darf ich als niedergelassene Gynäkologin Frauen die abtreiben wollen aus Gewissensgründen wegschicken ?

Als Ärztin genießt Du grundsätzlich Behandlungsfreiheit - d.h. Du darfst prinzipiell frei entscheiden, ob und wie Du behandelst (oder auch, welche Behandlungen Du anbietest).

Davon abgesehen solltest Du dich dir dennoch bewusst sein, dass der Patient - allgemein, nicht nur auf den Fall bezogen - den Anspruch auf die bestmögliche medizinische Versorgung hat, auch wenn sie mit deinen Interessen kollidiert. Das Patientenwohl sollte immer an erster Stelle stehen.

In bestimmten Fällen kommt auch unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB) in Betracht.

LG

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Es ist nicht möglich, Medizin zu studieren und die Antwort auf diese Frage nicht zu kennen.

Pflegepraktikum und Famulaturen in der Gynäkologie hat die Dame offenbar auch nicht gemacht. Komischer Werdegang. ;-)

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es fasziniert mich immer wieder, wie man jahrelang studieren und in den Fächern Medizinrecht und -ethik sitzen kann - um dann ein anonymes Laienforum im Internet zu fragen. Aber sei's drum

DANKE.

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Für mich ist das Baby auch ein Patient dessen Wohl zählt ich kann es einfach nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich würde auch keine Explantation durchführend

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@EleaMahlmann

Man sollte als Arzt durchaus in der Lage sein, persönliche Werte- und Moralvorstellungen von der medizinischen Behandlung zu trennen.

Das pauschale Abwägen von Leben gegen Leben halte ich für höchst bedenklich.

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@EleaMahlmann

Schon mal etwas vom hippokratischen Eid gehört?

Am besten, du suchst dir einen anderen Beruf. In der Gynäkologie wärst du eine fatale Fehlbesetzung.

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@SaniOnTheRoad

Es gibt genügend andere Ärzte die das tun können solange das Leben der Mutter nicht auf den Spiel steht führe ich keine Abtreibungen durch

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@EleaMahlmann

Mit "ich will das nicht machen" wirst Du im medizinischen Bereich nicht weit kommen. Davon abgesehen würde - zumindest ich - von einer angehenden Ärztin deutlich mehr Selbstreflexion und Hintergrundwissen erwarten.

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@SaniOnTheRoad

Es gibt viele Gynäkologen, die aus persönlichen Gründen keine Abtreibungen durchführen. Das ist in Ordnung und wird auch von der Ärzteschaft nicht verurteilt. Katholische Häuser führen meines Wissens grundsätzlich keine Abtreibungen durch. Außer in Notfällen natürlich.

Hier gibt es nunmal unterschiedliche Ansichten und die sollte man akzeptieren. Diese Entscheidung macht keinen schlechten Arzt aus.

Das vor dem Staatsexamen mit dem Ziel der Gynäkologie jedoch nicht zu wissen, ist eine herbe Wissenslücke. Desweiteren gibt es einschlägige Literatur zu dem Thema, mit dem sich eine Kandidatin auf das Staatsexamen und diesem Fachwunsch auseinandersetzen sollte.

Eigentlich kann das nur ein Troll sein. :D

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Ist z.B. die Weiterleitung an einen Kollegen, der Schwangerschaftsabbrüche durchführt, eine Erfüllung im Sinne des Patientenwohls und bestmögliche medizinische Versorgung?

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@sirigel

Das kommt auf den Fall an - in den meisten Fällen wird man es mit Ja beantworten, in anderen allerdings nicht.

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@sirigel

Ein Arzt sollte sich auch seinem Gewissen verpflichtet fühlen und Behandlungen ablehnen, die er für nicht vertretbar hält.

Dennoch muss er natürlich eine adäquate Versorgung der Patientin sicherstellen, das steht außer Frage. Man kann daher als Gynäkologe Patienten mit dem Wunsch nach Schwangerschaftsabbruch durchaus an einen Kollegen weiterleiten.

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@Maxxismo

Danke Maxxismo, dies meinte ich mit meiner Aussage.

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Also ich denke dass du dir das nicht aussuchen kannst, so oft wird es nicht vorkommen, dass eine Frau aus Spaßgründen abtreibt. Ich denke, dass du darauf hinaus möchtest. Du musst immer darauf achten, was für die Mutter und das Kind am besten ist und ein Schwangerschaftsabbruch wird dann schon begründbar sein. Selbst wenn die Mutter beispielsweise aufgrund einer Trisomie sich dafür entscheidet, dann wird es sicherlich keine einfache Entscheidung für sie gewesen sein und das hast du zu respektieren. Eine Abtreibung wird niemandem Freude bereiten weder dem Arzt noch der Mutter, aber jemand muss es ja machen.

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Steht nicht das Leben der Mutter auf dem Spiel können diese Frauen sich einen anderen Arzt suchen der es macht

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@EleaMahlmann

Deine Patientin ist die ungewollt schwangere Frau!

Wenn du sie wegschickst, weil du aus persönlichen Gründen eine Behandlung ablehnst und sie deine Moralvorstellungen vielleicht noch spüren oder wissen läßt und dieser Frau passiert etwas, bist du deine Zulassung - zu Recht-los! Ich denke da an die ohnehin starke Verzweiflung deiner Patientin, die in einer Notlage ist, die ohnehin psychisch stark belastet ist, absolut hilflos, die Zeit im Rücken, vielleicht noch ein Vergewaltigungsopfer oder aus einer kulturell sehr strengen Familie, also evtl um ihr Leben fürchten muss.

Wenn ich an solche Frauen denke, dann widert mich deine falsche Moral förmlich an, die besagt, dass, sobald eine Frau schwanger ist, egal ob gewollt oder ungewollt, egal wie es ihr geht, wie es mit ihr weitergeht etc., nur noch das ungeborene Kind zählt und nichts weiter. Die Frau ist nur noch lebender Brutkasten, der da einfach mal durch muss, mit allen möglichen Spätfolgen, nach dem Motto "selbst schuld".

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