Darf man als Chef Personen aufgrund ihrer Religion nicht einstellen?

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10 Antworten

Die katholische Kirche muss keine muslimischen Mitarbeiter einstellen, da es eine Glaubensgemeinschaft ist. In bestimmten Bereichen findet das aber doch statt, beispielsweise in der Pflege. Da gilt nur...man muss Mitglied einer anerkannten Religionsgemeinschaft sein. Es gibt aber Bereiche in denen es auch unangebracht wäre. Allerdings wäre ein katholischer Priester muslimischen Glaubens auch irgendwie unsinnig, oder ?

Als normaler Chef darfst du das nicht, denn dann bist du diskriminierend. Allerdings wird auch kein Chef in die Ablehnung reinschreiben, das er dich aufgrund des Glaubens nicht einstellt, sondern einfach andere Gründe nennen, z.B. besser qualifizierte Mitbewerber.

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Naja, bei der katholischen Kirche nehme ich an, dass es sich um eine Grundqualifikation handelt, als Pfarrer, Prediger oder Religionslehrer (für römisch-katholischen Unterricht) mit dem katholischen Glauben vertraut zu sein. Das sehe ich nicht als Diskriminierung, wenn ich ehrlich bin… Ein Katholike sollte meiner Meinung nach auch keinen Islam-Unterricht halten.

Aber ein normaler Arbeitgeber darf nicht nach Religion gehen. Das wäre wirklich Diskriminierung. Jedoch sieht es auf dem heutigen Arbeitsmarkt so aus, dass mehr Angebot als Nachfrage an ArbeiterInnen für viele Jobs herrscht und damit findet der Chef schon irgendeinen Grund, warum er genau den mit dem Bekenntnis, das ihm nicht zu Gesicht steht, nicht nimmt bzw den anderen bevorzugt. Wobei ich ehrlich gesagt, mein Bekenntnis bisher auf keiner Bewerbung angegeben habe…

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Die Kirche darf, das weil sie eben die Kirche ist. Sie kann verlangen, das ein Arbeitnehmer ihr Gesinnung vertritt oder zumindest nicht boykottiert. Sie DARF durchaus Muslime einstellen. Oder andersgläugibe.

Das Problem dabei: Es wird dann eben oft gehetzt. Was wiederum ein Kundigungsgrund wäre. Was wiederum Ärger und Arbeit bedeuten würde.

Es wird auch kaum ein Metzger einen Vegetarier einstellen.

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Es gibt sogenannte "Tendenzbetriebe". Dazu zählen nicht nur die Kirchen, sondern beispielsweise auch politische Parteien. Möchtest Du zum Beispiel im Büro eines Abgeordneten der CDU arbeiten, darfst Du sicher kein Mitglied bei der SPD sein. Es gibt hier eine ganze Reihe solcher "Unternehmen".

Schaust Du dazu auch hier:  https://de.wikipedia.org/wiki/Tendenzbetrieb

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Als "normaler" Unternehmer (wie du es definiert hast), darf man selbstverständlich keine Person ausschließen aufgrund ihrer Glaubensrichtung. Das gleiche gilt bei Mann und Frau. Es dürfen hier keine Unterschiede wegen Alter, Geschlecht oder Religion gemacht werden. Liegen die gleichen Voraussetzungen vor, darf also keine Differenzierung erfolgen. 

Die Beweispflicht ist da immer nochmal eine andere Sache. Im Falle eines Ablehnungsbescheids wird kein Chef folgende Begründung verfassen. 

"Herr ..., leider kann auf Grund seines Glaubens keine Anstellung bei uns erfolgen"

Das wird kein Chef so rein schreiben, d.h. selbst wenn er dich wegen deines Glaubens abweist, musst du das erst einmal beweisen können.

Und nun zur Kirche. Allgemein gilt wie oben beschrieben Artikel 3 GG

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 3



1 - Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.


2 - Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.                                                       


3 - Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Es gilt jedoch "lex specialis derogat legi generali". D.h. gibt es eine Spezialnorm, so geht diese dem allgemeinen Gesetz vor. Und ich bin mir sicher, für diesen Fall gibt es eine Spezialnorm und wenn es nicht im Gesetz, sondern im Kommentar oder der Rechtssprechung zu finden ist.

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Laut Gesetz nicht.
Wenn der Chef dich aber wegen deiner Religion nicht einstellen will ... Sucht er sich irgendeinen noch so kleinen (teilweise irrelevanten und lächerlichen) Grund der dann die "offizielle" Version darstellt.
Beweisen wird man es ihn nur in den seltensten Fällen können.
Leider Gottes ist es in unserer Welt leider so

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Die Kirche hat eine gute, nicht diskriminierende Begründung. Ein normaler Arbeitgeber nicht.

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Ja, anerkannte Religionsgemeinschaften haben ein Sonderrecht bei Anstellungen, die im Rahmen ihrer Religionsgemeinschaft geschehen.

Ein Beispiel: Punkt 3.2 auf der im folgenden verlinkten Seite.

https://www.ekd.de/glauben/islam\_2000\_islam3.html

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Wie viele Fragen zu Politik und Religion möchtest du eigentlich heute Abend noch stellen?

LG Willibergi

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Kommentar von Hastro
07.06.2016, 17:06

1. Kannst du mir das auch in einer Nachricht schreiben.
2. Ist das bei Gutefragenet verboten?
3. Dieser Kommentar hat nichts mit der Frage zu tun!

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Kommentar von Willibergi
07.06.2016, 17:07

1. Nein, dazu müssten wir befreundet sein.
2. Nein, das habe ich aber auch nie behauptet.
3. Richtig.

LG Willibergi

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Nein aber er muss generell keine Gründe nennen.

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