Darf ich mit dem Stammkapital meiner Aktiengesellschaft arbeiten?

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Nach deutschem Recht wären die 120.000 Euro zu bilanzieren. Wie das in Italien läuft - keine Ahnung. Bei der deutschen GmbH kannst Du ja auch mit Stammkapital von 25.000 Euro gründen und die Gesellschafter zahlen 12.500 Euro ein.

Dann steht in der Bilanz aber auch drin, dass 25.000 Euro das Stammkapital sind und noch erst 12.500 Euro eingezahlt wurden. Bei der zweiten Hälfte wird dann bilanziert ob das Geld bereits von den Gesellschaftern eingefordert wurde oder nicht.

Eine weitere Möglichkeit kann noch im italienischen AG-Recht liegen. Wenn nämlich 20.000 Euro der SpA selber gehörten, dann kann ich mir da Konstellationen vorstellen, die so ein Buchungsverhalten im Widerspruch zum deutschen Recht verlangen.

Oder aber - letzte Möglichkeit - wenn ich nicht von einer falschen Bilanzierung ausgehen will, dass nach italienischem Recht Aktien erst nach ihrem Verkauf bilanziert werden dürfen.

Das Stammkapital einer Gesellschaft ist in der freien Verfügungsgewalt der Geschäftsführung. Damit ist dieses Geld frei für Ausgaben im Rahmen des Unternehmenszwecks. Ist es eine Bauträgerin, dann kann sie damit Häuser bauen.

Das Geld darf nicht ausgeschüttet werden und nicht für unternehmensfremde Zwecke verwendet werden. Wobei große Entscheidungsspielräume bestehen. So kann beispielsweise die Gründer-Villa im Betriebsvermögen sein oder eine Yacht. Das Unternehmen kann solche Wirtschaftsgüter als Sicherheiten nutzen, aber auch um Geschäftsfreunde zu bespaßen. Ob diese Ausgaben dann steuerlich geltend gemacht werden können, dass ist dann nach dem jeweiligen Landesrecht zu prüfen. In Deutschland sind diese Ausgaben nur ganz schwer bzw. gar nicht abzugsfähig. Vergleiche hierzu § 4 EStG - Stichwort nicht abzugsfähige Betriebsausgaben.

Die Überschuldung (ein Insolvenzgrund) liegt ja gerade dann vor, wenn das Stammkapital verbraucht wurde. Also die damit getätigten Ausgaben nicht zu mindestens kostendeckenden Einnahmen geführt haben.

Weil das Geld dann verbraucht ist, kann es für die Schuldentilgung auch nicht verwendet werden.

Also: GmbH gegründet, Stammkapital 100.000 Euro. Unternehmenszweck ist der Handel mit Immobilien. Sie kauft für 200.000 Euro eine Immobilie. Dann haben wir unter Aktiva 200.000 Warenbestand. Passiva bestehen aus den 100.000 Stammkapital und z.B. eine Hypothekenschuld i.H.v. 100.000 Euro.

Soweit ist nichts passiert. Mal abgesehen davon, wenn jetzt eine Forderung kommt und man die nicht bezahlen kann. Dann wäre zu prüfen ob durch die nicht vorhandene Liquidität eine Insolvenz verpflichtend durchgeführt werden müsste.

Weiter aber an unserem Beispiel: Die 200.000 Euro-Immobilie wird für 300.000 verkauft - keine Probleme. Ware weg, dafür eine Forderung oder Bargeld auf der Aktivseite. Passiv Gewinnausweis und vielleicht wurde das Darlehen zurückgezahlt oder es bleibt als normales Darlehen stehen.

Jetzt soll die Immobilie aber nur für 130.000 Euro verkauft werden können. Das sei auch wirklich die reale Marktlage. Dann werden die 200.000 Euro Warenbestand zu Wareneinsatz. Der Erlös abzüglich dem Wareneinsatz ergibt ein Minus von 70.000 Euro. In der Bilanz würde jetzt zum einen das Stammkapital stehen und der Verlust.

Insolvenztechnisch kein Problem. Eine Überschuldung haben wir nicht. Der Verlust wird ja noch durch das Stammkapital gedeckt.

Bekommt die GmbH allerdings keine 130.000 Euro, sondern wegen anderer Gründe nur 90.000 Euro. Dann hätten wir nun einen Verlust von 110.000 Euro. Die 100.000 sind durch Stammkapital gedeckt. Die 10.000 Euro nicht, wir könnten also die Hypothek nicht bedienen! Überschuldung! Allerdings auch hier gilt - Jetzt muss geprüft werden, ob diese bilanzielle Überschuldung ausreichend ist. Es kann dadurch, dass das Darlehen noch gar nicht fällig ist, durchaus so sein, dass nach rechtlicher Prüfung weiter gearbeitet werden kann. Aber Vorsicht! Daraus kann auch eine Nachschusspflicht für die Gesellschafter erwachsen, wenn die GmbH das Darlehen weiterhin nicht bedienen kann. Also weitere Verluste gemacht hat.

Im Insolvenzfall ist es also so, dass bereits ein Verbrauch des Stammkapitals erfolgt ist. Das ist nicht irgendwo auf einem Sparbuch zu halten um dann im Insolvenzfall alles glatt bügeln zu können.

Alles etwas kompliziert und bestimmt nicht eindeutig. Daher auch schwer anschaulich zu machen. Ich hoffe es ohne inhaltliche Schnitzer hinbekommen zu haben.

Die Aufgabe ich einfach falsch. 

1. Natürlich ,üsste das gezeichnete Kapital 120.000,- sein, denn das ist ja das, was als Aktien gezeichnet sein muss.

2. Natürlich müssen die 120.000,- nicht auf dem Bankkonto verbleiben sonder können verwendet werden,

3. Bei einer Aufgabe ist es doch relativ egal.

Das Grundkapital kann verwendet werden und im Allgemeinen ist es auch der Sinn dieses Kapitals, verwendet zu werden. Es dient nicht in dem Sinne als besondere Sicherheit, dass es in bar irgendwo auf einem Sperrkonto oder ähnlichem liegt. Es ist in dem Sinne Haftungskapital, als das dies Geld der Eigentümer ist, was sie auch nicht wieder herausziehen können und was sie verlieren, wenn das Unternehmen pleite geht.

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Bilanzsumme: 1.000 €

_________________________

Passiva

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Wäre klasse, wenn jemand einmal drüberschauen und mir sagen könnte, ob das so passt. Vielen lieben Dank im Voraus.

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