Darf ich mich ohne Notenverlust weigern, ein Wort im Unterricht zu verwenden, das ich als grundsätzlich falsch erachte?

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19 Antworten

Wir sollen Xenophobie als Fachwort für Fremdenhass lernen aber für mich ist dieses Wort an sich falsch

Das mag für dich falsch sein, aber das Wort wird nun mal in dem Sinn gebraucht.

Der Duden definiert 'xenophob' wie folgt:

allem Fremden, allen Fremden gegenüber negativ, feindlich eingestellt

http://www.duden.de/rechtschreibung/xenophob

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Du willst also unbedingt das Rad neu erfinden?

Wörter erfahren im Lauf der Zeit einfach oft eine Bedeutungsveränderung und bedeuten nicht immer dasselbe wie die Summe ihrer Einzelteile.
Auch wenn "xenos" der "Fremde" bzw. auch "der Freund" und eine Phobie eine übertriebene Angst vor etwas bedeutet, wird der Begriff "Xenophobie" heutzutage für "Fremdenfeindlichkeit" gebraucht - und das nicht nur im Deutschen, auch im Englischen und Französischen und schließlich auch im heutigen Griechisch. 

Dass Wikipedia deine unangebrachte Verbesserung nicht annehmen wird, ist klar. Ein Wörterbuch beschreibt, wie Wörter heute gebraucht werden und nicht, was sie vielleicht einmal bedeutet haben.

"Xenoaversion" und "Xenoanimosität" sind Neuschöpfungen, die niemand gebraucht außer du. (Außerdem sind sie Mischungen auch verschiedenen Sprachen, wie schon jemand erwähnt hat.)

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Kommentar von adabei
18.10.2016, 14:28

- aus verschiedenen Sprachen

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Hallo,

Xenophobie heißt deswegen so, weil es den Kern der Sache eigentlich ganz gut darstellt. Hass auf Fremde entsteht fast ausnahmslos aus der Angst vor dem Fremden, bzw. aus dem Gefühl, wegen den Fremden zu kurz zu kommen oder sich gegen dieses wehren zu müssen. Es ist in jedem Fall, genau wie andere Phobien, irrational gesteigerte Angst. Hör dir mal Reden von AfDlern und ihren Anhängern an, es geht fast immer um "Angst" vor der Zukunft.

Du scheinst ein Problem damit zu haben, weil du glaubst, dass das Wort "Angst" die Fremdenfeindlichkeit verharmlost und sie relativiert. Allerdings impliziert das Wort "Phobie" keinesfalls die Harmlosigkeit einer Angst oder erklärt "den Phobischen" grundsätzlich zum Opfer der Situation, das ist wenn überhaupt nur in der umgangssprachlichen Nutzung so. Phobien können das eigene Leben oder die eigene Lebensqualität einschränken, anderen Menschen das Leben schwer machen oder jemanden nicht-gesellschaftsfähig machen.

Deine Aussage hat vielleicht einen wahren Kern, aber aus dem Begriff "Xenophobie" liest wirklich so gut wie niemand heraus, dass der Fremdenfeindliche das Opfer der Situation ist, eben weil man weiß, wie es meistens in der Realität aussieht und dass der Fremdenfeindliche fast immer selbst das Problem bzw. der Aggressor ist. Das Wort hat sich einfach als Term für diesen Sachverhalt etabliert.

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Wenn du es gut begründen kannst, dann tu dies! Ich bin Grieche und finde es selbst schwierig Begriffe zu benutzen, die meines Erachtens nicht in den Kontext passen. Oft wir aber auch von fremdenhass gesprochen, da Ängste mit Ungewissheit und fehlender Erfahrung verbunden wird. Ein Beispiel dafür ist die Flüchtlingszuwanderung. Viele reden von der Islamisierung Deutschlands. Hierbei wird von Xenophobie gesprochen, da es um die Angst vor dem Unbekannten handelt. Und somit eine Anti- Haltung erstellt wird! Lg

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Ich meine dass du falsch liegst. Folgende Gründe. 

1. Das Wort Xeno ist griechisch, also muss auch das Nachwort griechisch sein. Aversion ist lateinisch, Animosität ist französisch. Geht also beides nicht. Das griechische Wort für Hass ist (B)Echtra. Das kennt "kein Mensch", geht also auch nicht. 

2. Es gibt in jeder Sprache viele Wörter deren Sinn stark von ihrer wortwörtlichen Bedeutung abweicht. 

Z.B. Antisemitismus. Ein Antisemit hat doch nichts gegen die semitischen Völker, sondern er ist gegen Judaismus und den gesellschaftlichen Einfluss seiner Anhänger. Das Wort müsste also Antijudaismus heißen, aber man hat sich nunmal anders geeinigt. 

Z.B. Holocaustleugnung, Auschwitzlüge u.s.w.. Etwas leugnen kann man nur, wenn man um dessen Wahrheit weiß und diese bestreitet. Die meisten Holocaustleugner sind aber der Ansicht, dass dieser nie stattgefunden hat (sie wissen nicht um ihren Irrtum). Das Wort müsste also Holocaustbestreitung, Auschwitz-Bestreiten oder so ähnlich heißen. Aber man hat sich nunmal auf Holocaustleugnung geeinigt, und jeder weiß was gemeint ist.

Z.B. blauäugig für naiv, gutgläubig. Das ist sogar ein rassistischer Ausdruck. ...

Z.B. Vandalismus für Zerstörungswut. Ebenfalls ein rassistischer Ausdruck. Trotzdem ... s.o.  

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Xenophobie läuft auch unter Wikipedia als Fremdenhass, dort wird aber genau erklärt, wie es zu diesem Begriff kam. Wenn also in Fachkreisen Xenophobie gleichbedeutend mit Fremdenhass ist, warum sollte dann das Wort, weil du es anders siehst, eine andere Bedeutung haben. Deshalb mit dem Lehrer herumzustreiten ist sinnlos.

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Kommentar von ManuTheMaiar
18.10.2016, 11:37

Ich weiß und ich würde das auch gerne ändern bei Wikipedia aber leider wurde die Seite vor Änderungen geschützt

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Wenn ich Lehrer wäre würde ich dich erklären lassen, warum du es anders siehst. 

Ob du nun aus der Sicht des Lehrers recht hast oder nicht ist egal, Hauptsache du kannst es erklären. 

Aber benutz es nicht einfach so sondern erkläre es erst deinem Lehrer sonst streicht er dir Punkte.

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Ich denke, das darfst Du nicht.

Die Bedeutung von -phob ist nicht nur -fürchtend sondern auch -feindlich und -abweisend, eben das Gegenteil von -phil.

Du kannst den Gebrauch dieses Worts ebensowenig ablehnen wie "Minister" oder "Bürgermeister".

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Seltsam. Man sagt ja auch homophobie, man hat aber keine Angst vor ihnen, sondern ist GEGEN sie (was btw arm ist). Also hm... aber zu deiner Frage: Ich als Lehrer würde komisch schauen, aber nicht schlecht bewerten, weil es zeigt, dass sich ein Schüler Gedanken macht :) Aber du solltest es verwenden wie jeder andere, Querschießen kommt nie gut an^^

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Fremdenfeindlichkeit, (bildungssprachlich Xenophobie
griechisch ξενοφοβία „Fremdenangst“, von ξένος xénos „Fremder“ und φοβία phobía „Angst“, „Furcht“), ist eine Einstellung, die Menschen aus einem anderen Kulturkreis, aus einem anderen Volk, aus einer anderen Region oder aus einer anderen Gemeinde aggressiv ablehnt. Begründet wird die Ablehnung mit sozialen, religiösen, ökonomischen, kulturellen oder sprachlichen Unterschieden. In diesen Unterschieden wird eine Bedrohung gesehen, etwas zu Bekämpfendes. Fremdenfeindlichkeit ist oft eine Erscheinungsform von Nationalismus, Rassismus oder
Regionalismus. Sie fördert die Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Fremden in der Gesellschaft.
Nicht nur Ausländer gehören zu denen, die Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt sind. Der Begriff
Ausländerfeindlichkeit wird deswegen seltener benutzt.[1]

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fremdenfeindlichkeit

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Kommentar von ManuTheMaiar
18.10.2016, 11:44

Ich habe den Artikel gerade bearbeitet in der Mobilversion scheint der Schreibschutzt nicht zu funktionieren

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Kommentar von Chaos53925
18.10.2016, 11:49

Es dauert ein bisschen bis Wikipedia das für alle zulässt

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Kommentar von Chaos53925
18.10.2016, 14:40

Ja das stimmt. Es wird geprüft

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Wenn du dir das Leben nicht unnötig schwer machen willst, einfach das durchkaust, was dir dein Lehrer vordiktiert. Ich/wir wissen nicht wie dein Lehrer gestrickt ist und ob er solche Spielchen mitmacht. Selbst wenn, fraglich wie er es am ende benotet. Daher lieber auf Nummer sicher gehen und den eigenen Standpunkt außen vor lassen. 

Ich habe damals als Schüler auch vieles hinterfragt. Was mir an manchen Stellen Plus- und an anderen Stellen Minuspunkte beschert hat. Wie meine Lehrer darauf reagierten, wohl an der »Brühstärke« ihres Kaffees lag. ;) Mich insgesamt ganz gut damit durch gemogelt habe. Es trotzdem keine Garantie gibt. Da tickt schließlich jeder Pädagoge anders. 

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Kommentar von ManuTheMaiar
18.10.2016, 11:40

Ich hinterfrage immer alles, deswegen bin ich auch Anarchist geworden, für mich ist der einfach Weg keine Option und ich scheue auch keinen Aufwand sofern ich eine Garantie habe das ganz am Ende das Ergebnis stimmt

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Kommentar von Alissa03
18.10.2016, 11:45

Ja eben und was medmonk dir sagen will ist dass diese Garantie nunmal nicht da ist und dass es für dich sicherer wäre dich einfach an das zu halten was dein Lehrer dir sagt. Es ist nunmal so: Lehrer sind bei sowas äußerst schwierig und es ist schwer sie von ihrem eigenen falsch liegen zu überzeugen. Das lohnt sich einfach nicht.

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Also ob das Wort richtig verwendet wird und oder ob du recht hast kann ich nicht sagen
Aber dem Lehrkörper kannst du ja deine Infos zukommen lassen

Aber zu der Frage: Darf ich mich ohne Notenverlust weigern ein Wort im Unterricht zu verwenden das ich als grundsätzlich falsch erachte?

Nein,
Wenn ein Wort und dessen Bedeutung Bestandteil einer Prüfung ist und nach dieser gefragt wird und du dann etwas sagst das nicht dem entspricht was gelehrt wird dann wird es natürlich entsprechend bewertet

Du kannst ja um dein Gewissen zu beruhigen bei der Erklärung sowas anführen wie : Dieser Begriff wird trotz der Endung Phobie in der Gesellschaft als .....
Hauptsache der Inhalt ist nach Lehrbuch wiedergegeben
Wenn du vor vielen Jahren gesagt hättest die Erde sei rund hättest auch ne schlechte Note bekommen

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Kommentar von ManuTheMaiar
18.10.2016, 11:35

Wenn ich beweisen kann das ich recht habe kann ich die Note doch anfechten oder ?

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Kommentar von Dave0000
18.10.2016, 11:39

Versuchen kannst du es immer

Erfolgsaussichten sehen da aber vielleicht nicht so gut aus

Und die Frage ist ja wie du es beweisen kannst

Gibt es "einen Duden" der das Maß aller Dinge ist?
Nur weil im Internet oder so irgendwas steht steht es nicht über das was in den Büchern steht
Und wenn die Bedeutung trotz des falschen Wortstammes nunmal diese ist dann kannst du nicht viel tun
Was du meiner Meinung nach eh nicht tun solltest
Es gibt auch Momente im Leben in denen man sich einfach fügen sollte da es den Aufwand nun wirklich nicht lohnt

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Kommentar von adabei
18.10.2016, 14:34

Der "Lehrkörper" weiß schon, aus welchen griechischen Wörtern das Wort ursprünglich entstanden ist. (Dazu braucht er die Belehrung von "Manu" nicht.) Er weiß aber auch, in welcher Bedeutung das Wort heute gebraucht wird, nämlich eindeutig als Synonym für "Fremdenfeindlichkeit".

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Kommentar von Dave0000
18.10.2016, 15:45

Ja?!?

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Du kannst gern deine Steckenpferdchen reiten (beinahe hätte ich das etwas drastischer ausgedrückt), aber erwarte bitte nicht, dass jedermann (oder auch nur irgendjemand?) Verständnis für deine Weigerung oder für deine skurrilen Vorschläge hat.

Sprachen sind lebendig, und Bedeutungen ändern sich im Lauf der Zeit.

Mein Uroppa hätte gesagt: "Mook watt de wutt." Mach also, was du willst. Wundere dich dann aber bitte nicht über eventuelle Konsequenzen.

Gruß, earnest

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Wenn Du ein Wort benutzen mußt, dessen Verwendung in Deinen Augen nicht seinem Sinn entspricht, kannst Du es in Anführungszeichen setzen oder ein sog. davor schreiben.

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Du liegst mit deiner Interpretation richtig: Es handelt sich hier um einen grie-chischen Begriff und setzt sich aus xenos = Fremder und phobia = Angst, Furcht zusammen. Jemand, der dir für deine Deutung eine schlechtere Note gibt, ist für diesseitige Begriffe "fehl am Platz",

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Kommentar von tHiNk413
18.10.2016, 13:46

Achtung, Gefahr! Das ist ein sprachwissenschaftlicher Zusammenhang! Einfach die Worte übersetzen und dann sagen: "Das bedeutet das Wort" lässt komplett die Geschichte des Wortes und seine übliche Nutzung aus! Die Übersetzung ist richtig, aber ein kleines Beispiel: Enttäuschung. Die reine Übersetzung würde nur bedeuten, dass die Täuschung einer Person aufgehört hat, "der Schleier gelüftet wurde", quasi. Im regulären Sprachgebrauch ist das Wort jedoch negativ besetzt. Wo bitte findet man diese negative Ausrichtung in der wörtlichen Übersetzung? Wörtliche Übersetzungen sind fast immer schlichtweg falsch, jedenfalls was die genutzte Bedeutung des Wortes angeht. Für etymologische Betrachtungen mag solch eine Übersetzung nützlich sein, sonst nicht.Und was muss der Lehrer vermitteln? Den üblichen Gebrauch der Sprache, die er lehrt! Der Lehrer hat also linguistisch jedweges Recht, bei "Xenoaversion" einen Fehler anzustreichen. Ob er das Recht hat, eine fundierte Diskussion über das Wort "Xenophobie" zu verweigern, ist eine ganz andere Sache!

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Du hast schon Recht. Aber diese "Furcht" führt eben zu einem Gefühl der Bedrohung und zur aggressiven Ablehnung dessen, was man fürchtet.

Daher ist Fremdenfeindlichkeit eine direkte Folge der Fremdenangst. Insofern ist die Xenophobie eine Art pars pro toto für Fremdenfeindlichkeit.


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Wenn du das erklären/begründen kannst, sollte das kein Problem sein.

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Kommentar von reginarumbach
18.10.2016, 11:29

ja. lehrer stehen auf gute begründungen, da jauchzt der pädagoge in ihnen. das dürfte also sogar noch irgendwie einen pluspunkt einbringen letztendlich..

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Du überspitzt hier das Wort Phobie.

Das Wort kommt aus dem grieschichem bzw. aus dem lateinischen und übernimmt die Bedeutung von "Abneigung".

Hydro-, oder Liphophob ist Wasser-, bzw. Fettabweisend bzw. wird sogar noch weiter als "unlöslich" übersetzt. In diesem Zuge ist es nämlich ein "modernes Wort".

Wörter die in alten Sprachen nicht existierten, werden also aus ähnlichen Worten zusammengesetzt. Das Wort "Fremdenhass" ist eben so ein "modernes" Wort, welches einfach im normalen Sprachgebraucht nicht integriert ist.

Da mediziener und andere Wissenschaftler aber so gerne Latein und Griechisch benutzen, musste eben diese Bezeichnung herhalten.

Ich hoffe das bereinigt deine Zweifel.

MfG. Der wortgewandte IT-Support

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Das solltest du mit dem Lehrer selbst besprechen. Wenn du eine plausible Antwort vorlegen kannst, besteht durchaus die Möglichkeit, dass er einverstanden ist. 

"~phob" ist übrigens nicht nur in diesem Zusammenhang gebräuchlich. Auch in der Chemie wird dieser Wortteil genutzt, um eine Unvereinbarkeit aufzuzeigen, wie in Hydrophob. 

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