Darf ich mein Unternehmen gleichzeitig als UG und als Gmbh anmelden?

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6 Antworten

Ganz theoretisch kann man auch so ein Konstrukt umsetzen. Lohnt sich nur nicht.

Man gründe eine Trägergesellschaft und lasse die zwei Gesellschaften gründen. Die Namen dürfen auch da nicht identisch sein. Weil die Firma lautet eben Monika. UG und GmbH sind nur Zusätze. Wobei eine Konzernstruktur nicht nötig ist, allerdings das ganze ab bestimmter Größe mit Sinn erfüllt. Sonst wäre da die Gründung von Monika Einkaufsges. mbH und Monika Kundenbetreuung UG [haftungsbeschränkt].

Allerdings wäre der Aufwand viel zu groß. Du bist, es die nachher dem Kunden beweisen muss, dass ihm klar sein musste, sein Geschäftspartner war die UG.

Der Aufwand bezieht sich allerdings auch auf zwei Buchführungen, zwei Bilanzen, zwei Hinterlegungen. Die Verpflichtung des jeweiligen Geschäftsführers sich im vollen Umfang dem Wohl der jeweiligen Kapitalgesellschaft zu widmen.

Bei jeder organisatorischen Maßnahme muss man sich nur die betrieblich notwendigen Abläufe vorstellen, sondern auch die rechtlichen. Man hätte sich einen Bremsklotz geschaffen.

Sollte ein Unternehmen in die Krise kommen, dann lauern weitere Gefahren bzw. Komplikationen. Die Gründungen von verschiedenen Unternehmen sollte immer inhaltlich am Produkt entschieden werden.

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Kommentar von Monika1200
17.11.2015, 18:03

Hallo und danke für die ausführliche Antwort!

doch ganz sicher ist das vielleicht nicht - ich bin eigentlich durch einen (etwas zwielichtigen) Kunden auf diese Konstruktion gestoßen, dessen Geschäftsfeld allem Anschein nach getarnte Immobilienspekulation ist.

Bei Recherche in den Registern stellte ich fest, das dieser ca. 1 Jahr vor der Insolvenz seiner "Monika GmbH" am selben Registergericht eine identische "Monika UG" eintragen lies.

Den genauen Sinn kenne ich nicht - vielleicht um nach der absehbaren Insolvenz der GmbH das Geschäft fortführen zu können, ohne das andere von der Insolvenz erfahren.

Mein spontaner Gedanke war auch, das dies doch kaum legal sein kann - aber bin mir da nicht mehr so sicher.

(Eine bzw. zwei   "Monika&Co KGs"  hatte er übrigens auch)

Aber insgesamt könnte das mit GmbH und UG ja ein super Trick sein, kalkulierte Insolvenzen legal zu vernebeln!

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Nein.

Du kannst nicht einmal eine "Monika GmbH" und einmal eine "Monika UG (haftungsbeschränkt)" im selben Amtsgerichtsbezirk gründen. Eine Unterscheidung nur durch den Rechtsformzusatz ist keine deutliche Unterscheidung, die zwingend gefordert wird. Zumal müsstest du wirklich zwei Unternehmen gründen (wenn die Firmenbezeichnungen jeweils unterschiedlich genug sind), die jeweils getrennt bilanzpflichtig sind und Kosten verursachen...ob das alles wirklich Sinn macht, bezweifle ich mal.

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Welchen Sinn kann das haben? Beides sind Kapitalgesellschaften und juristische Personen und die UG sollte eigentlich nur eine Vorab-Gesellschaft sein, bin man das Stammkapital zur Gründung einer GmbH zusammen hat. Das war jedenfalls der Gedanken zur UG und als Antwort auf die Limited Corp. Durch das Stammkapital ist die GmbH dann für Gläubiger und evtl. Investoren natürlich wesentlich interessanter. Außerdem leben die Gesellschafter der UG von Privatentnahmen aus dem Eigenkapital.

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Kommentar von Monika1200
16.11.2015, 14:16

Genau das könnte der Sinn sein - für die potenzielle Gläubiger bin ich GmbH, für die Kunden UG.

Meine Frage ist aber hauptsächlich, ob das legal wäre.

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Nein, das geht natürlich nicht. Wenn es eine UG ist, dann muss die mit dem Zusatz UG (haftungsbeschränkt) geführt werden. Alles andere ist unzulässig.

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Hallo und danke für die ausführliche Antworten!

Scheint insgesamt also unklar zu sein, Tendenz zu "ja ist legal"

Ich bin eigentlich durch einen (etwas zwielichtigen) Kunden auf diese Konstruktion gestoßen, dessen Geschäftsfeld allem Anschein nach getarnte Immobilienspekulation ist.

Bei Recherche in den Registern stellte ich fest, das dieser ca. 1 Jahr vor der Insolvenz seiner "Monika GmbH" am selben Registergericht eine identische "Monika UG" eintragen lies.

Vielleicht um nach der absehbaren Insolvenz der GmbH das Geschäft fortführen zu können, ohne das andere von der Insolvenz erfahren - jedenfalls tritt er einfach nach wie vor nur als Firma Monika auf, ohne zu thematisieren, das das rechtlich eine andere Firma ist.

Mein spontaner Gedanke war auch, das dies doch kaum legal sein kann - aber man lernt nie aus.

Dachte auch, man hätte nach einer Insolvenz eine gewise Sperrzeit - vielleicht kann man die so ja auch aushebeln.

Fazit:  das mit GmbH und UG könnte ein super Trick sein, kalkulierte Insolvenzen legal zu vernebeln, oder?

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