darf ich jemanden rechtlich gesehen als unintelligent bezeichnen?

11 Antworten

Du musst differenzieren zwischen als unintelligent "bezeichnen" (wie du es in deiner Hauptfrage geschrieben hast) und dem Zusatz, dass es sich um deine Meinung handelt (in deiner Frageerläuterung). 

Wenn du es als Tatsache darstellst, jemand sei unintelligent und dies nicht nachweislich wahr ist, dann ist das ein Fall von §186 StGB, der üblen Nachrede, und somit strafbar: https://dejure.org/gesetze/StGB/186.html

Wie man nachweist, ob die Bezeichnung "unintelligent" zutrifft oder nicht, das ist eine ganz andere Frage...

Wenn du dazu sagst, dass es sich dabei um deine Meinung handelt, kann man sich darüber streiten. Hier geht es tatsächlich um den §185 StGB "Beleidigung": https://dejure.org/gesetze/StGB/185.html 

Aus dem Gesetz geht nicht eindeutig hervor, was eine Beleidigung denn nun ist, es gibt also keine Legaldefinition. Nach herrschender Meinung meint der Gesetzgeber mit "Beleidigung" aber die Ehrverletzung eines Menschen. Ob und in welchen Fällen die Aussage "du bist meiner Meinung nach unintelligent" nun eine Ehrverletzung ist oder nicht, das vermag ich nicht zu urteilen. Rechtssprechung gibt es zu diesem sehr speziellen Fall meines Wissens noch nicht. Ich wage aber zu bezweifeln, dass du mit einer solchen Aussage ganz auf der sicheren Seite bist - also lass es lieber sein ;-)


Liebe Grüße,

Silas

Die Intelligenz eines Menschen ist ein (in gewissen Grenzen) messbarer Wert. Wenn du also sagst, "du bist unintelligent" ist das keine Meinung, sondern eine Behauptung. Und dabei hast du dafür Sorge zu tragen, dass diese auch der Wahrheit entspricht, wenn du sie verbreitetst. (Mal ganz abgesehen davon, dass es nie sehr charmant ist, jemandem so etwas zu sagen.)

Eine Meinung wäre dagegen bspw. "auf mich wirkst du unintelligent". Hier sagst du nichts über die tatsächliche Intelligenz der Person aus, sondern teilst nur deine Ansicht mit, wie diese Person auf dich persönlich wirkt. Und damit ist das deine persönliche Meinung.

ich dachte immer eine unterstellung kann auch eine meinung sein.

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Nicht, dass so ein banaler Fall vor Gericht kommen würde - da die Prozesskosten den eventuellen Gewinn übersteigen, werden solche Fälle wegen Geringfügigkeit fallen gelassen - aber falls doch, entscheidet der Kontext.

Wer sagt das zu wem?
In welchem Tonfall?
Mit verletzender Absicht?
Mit verletzenden Folgen?

Es gibt da einen großen Unterschied ob du einem Kumpel im Scherz sagst: "Oah ey bist du blöd!" (und ihr dann beide drüber lacht)

...

oder ob du das zu jemandem sagst, der dir unterstellt ist und unter schwerer Depression leidet.

Ergibt Sinn, oder?

jemand ist auf der staße und spuckt eine alte frau an. du bist der meinung dass er dumm ist und sagst es auch laut. jetzt ist es eine beleidigung. ist es nun ok weil er etwas dummes getan hat oder könnte man dich jetzt auch belangen? ich finde du vereinfachst es sehr stark.

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@tntnkls

Hallo nochmal,

da deine Frage viel Spielraum offen gelassen hat, wollte ich keine verkomplizierte Antwort.

In dem von dir geschilderten Fall würde ich mir keine Sorgen machen. Wenn ich so etwas mitbekomme, kriegt derjenige auch was von mir zuhören.

Ich rate dir in einer solchen Situation:

Um dich rechtlich abzusichern, solltest du die richtige Satzform verwenden:

"Du bist dumm!" -> kann strafbar sein, evtl. Beleidigung

"Bist du dumm?" -> ist mindestens diskussionswürdig, da du aber keine Dummheit unterstellt hast, eigentlich wasserdicht!

An eine andere Person gewandt: "Der da ist dumm!" -> evtl. üble Nachrede

An eine andere Person gewandt: "Ist der dumm?" -> wieder: eventuell diskussionswürdig, aber an sich keine Gefahr, du stellst ja nur eine Frage.

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@vdeparty

quasie eine grauzone. ja es ist wohl alles sehr subjektiv zu betrachten da hast du wohl recht.

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Vielen dank für Antworten von Leuten, die das kapieren, was ich meine.

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