Darf ich in politischen Diskussionen den "Evolutionären Imperativ" als Axiom vorraussetzen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du kannst den genetischen Imperativ definitiv NICHT als Axiom ansehen. Dafür wird er zu kontrovers diskutiert.

Ein Axiom ist eine sofort einleuchtende Aussage. Es können nicht zwei Axiome mit gegensätzlicher Aussage nebeneinander stehen. Deine Mitdiskutierenden könnten ja auch einfach die Ansicht Marx als Axiom darstellen und müssten sie nicht weiter begründen. Wenn du die Ansichten Marx als falsch ansiehst, ist das deine persönliche Ansicht, du kannst sie jedoch nicht als Axiom, das ja allgemein ist, darstellen.

Bis heute hat die Wissenschaft nicht herausgefunden, ob wir von den Genen oder von unserer Umgebung geprägt werden und inwiefern wir einen freien Willen haben.

Wir haben allerdings das altruistische Gen, woher Moral- und Gruppenbildung kommt. Vor allem ist die Form der Gruppenbildung eher weniger Diskutiert. Sie ist eigentlich mit der Einteilung in Primär- und Sekündärgruppen ziemlich angenommen. Es fast wie mit der Evolutionstheorie selbst. Ihre Grundsätze sind (in wissenschaftliche Diskussion) durchaus als richtig anzusehen, die Nuancen wie zum Beispiel die Vehiceltheorie oder die ...mist jetzt habe ich den Namen vergessen.. Der Name kommt von der Verwinkelten Decke eines Domes... Nun ja, sie besagt, dass die großartigen Entwicklungen zu meist Nebenprodukte nicht so großer Entwicklungen sind und so die nicht reduzierbare Komplexität umgeht. Aber die Grundtheorie der Evolution ist doch als Axiom anzusehen, oder?

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@MystiqueMax

Über die Richtigkeit der Evolutionstheorie wird dir (zumindest, wenn du dich in Europa und nicht in den USA befindest ;) ) wohl fast jeder zustimmen.

Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen der Richtigkeit der Evolutionstheorie und Sozialdarwinismus. Es ist offensichtlich, dass die Evolutionstheorie auch für das Verhalten des Menschens gilt, die Frage ist jedoch, in welchem Maße.

Deiner Aussage, dass die Moralbildung durch Gene zusande kommt, würde widersprechen, dass sich die grundlegende Moralvorstellungen im Laufe der Zeit geändert haben. So fanden weite Teile der Bevölkerung der USA noch vor wenigen Jahrzehnten Sklavenhaltung legitim, während sich heute kaum einer für diese Haltung finden lässt. Auch kulturell unterscheiden sich grundlegende Moralvorstellungen. Ein iranisches Kind, das in Deutschland aufwächst, hat vermutlich völlig andere Ansichten über die richtige Rolle von Mann und Frau als eines, das im Iran aufwächst, obwohl sich ihre Gene ähneln.

Auch der Hang zur Gruppenbildung ist kulturell und in verschiedenen Zeitaltern sehr unterschiedlich ausgeprägt. So war es bis in die Fünfzigerjahre hinein und ist immer noch in Teilen Afrikas und Asiens völlig normal, dass die gesamte Familie in einem Raum schläft, während im heutigen Europa nur Liebespaare ein Zimmer teilen.

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@Hanna91

Sehr interessant und wohl auch richtig. Ich sehe nur persönlich solche Sachen als Nuancen durch die Entwicklung an. Die Grundlagen basieren wohl zu meist auf den Selben. Beispielsweise hat sich herausgestellt, dass die meisten Menschen menschliche Kollateralschäden bei der Rettung von Menschen in Ordnung finden, einen Menschen jedoch zu instrumentalisieren, für den selben Zweck, darf man nach allgemeiner Moral nicht.

Ich bin halt in meiner Vorstellung davon ausgegangen, dass diese allgemeine Form eine Art menschliches Haßloch ist, also das Durchschnittsbild der Menschen, von dem man bei so etwas ausgehen sollte. Jedoch hast du Recht, dass diese Grundeinstellung durch die Erziehung, ein andere evolutionärer Imperativ, der Lerneffekt, wohl ziemlich durcheinander geworfen wird. Ich werde hier wohl nochmal gründlich über die Axiombildung nachdenken müssen. Danke für deine Antwort. Aber was denkst du bei der Partnersuche? Die ganze sexuelle Balzverhalten. Dir ist doch sicher die Parallele zu den (das Wort ist jetzt bewusst gewählt, da es wirklich rein auf die Gene zurückzuführen ist) genetischen Imperativen aufgefallen?

Wo fängt man bei der Begründung dieser Verhaltensmuster an, wenn man nicht den Drang zur Fortpflanzung und die urzeitliche Partnerwahl aus Grundgedanken nimmt?

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Also ich habe Wirtschaft studiert und habe von Philosophie und Politik eine Ahnung. Aber ich habe keine Ahnung, was mit einem evolutionären Imperativ gemeint sein könnte, obwohl ich beide Wörter kenne.

Ich habe das jetzt einfach mal als "genetischer Imperativ" interpretiert: was wir tun, sei evolutionsbedingt vorgegeben.

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@Hanna91

Jap, evolutionärer Imperativ und genetischer Imperativ sind fast identisch. evolutionärer Imperativ umfasst aber auch die Meme. (Eine Theorie von Richard Darwkins über vererbliche soziale Strukturen). Deswegen benutze ich evolutionärer Imperativ. Obwohl die Theorie Darwkins' immer noch eine These ist.

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