Darf ich gegen Kirchenglocken klagen?

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21 Antworten

Klar kannst du dagegen Klagen. Aber du wirst scheitern, obwohl Glockengeläut akustische Umweltverschmutzung ist. In der heutigen Zeit ist es eigentlich zu erwarten, dass wir uns vom Aberglauben verabschieden. Aber wenn nicht jemand geklagt hätte, würde eie Bahn weiter die Fäkalien so in der Landschaft samt schicker Toilettenpapier-verzierung entsorgen.

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Du darfst klagen. Erfolgsaussichten - fraglich.

Zunächst wäre zu klären, ob es sich bei dem Läuten um liturgisches oder weltliches Läuten handelt. 

Liturgisches Läuten wird durch die Religionsfreiheit geschützt, deshalb ist es schwer bis unmöglich, dagegen vorzugehen.

Weltliches Läuten ist wie jeder andere Lärm zu behandeln. Deshalb Lärmprotokoll erstellen und die Ordnungsbehörden auffordern, diesen Lärm abzustellen. Aber auch in diesem Fall mache dir keine große Hoffnung, dass das Läuten aufhört.

Dennoch: klagen kannst du. Ob du aber etwas erreichen wirst, halte ich für unwahrscheinlich. 

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Kommentar von uni1234
04.10.2016, 22:53

Haha geil. Hatte eigentlich nicht damit gerechnet dass jemand hier differenziert :D

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Kommentar von vitus64
05.10.2016, 00:04

Selbst wenn die Klage erfolgreich sein sollte, müsste der Unterlassungsanspruch ja noch vollstreckt werden.

Und spätestens da scheitert das ganze bei der Kirche. Gegen die kann man nämlich nicht vollstrecken:
http://www.gesetze-im-internet.de/vwvg/__17.html

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Kommentar von Brennb1rne
06.10.2016, 19:39

In diesem Kommentar steht schon alles, was nötig ist. Dazu noch ein Verweis in die Literatur:

Schmidt-Bleibtreu/Hofmann/Henneke, Kommentar zum Grundgesetz, Art.4 Rn.53.

Hier findest du alles, was du darüber wissen möchtest @charismaticus

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Du kannst Klage einreichen. Die Chancen auf "Sieg" gehen aber gegen 0. Es gibt halt auch noch so was wie Tradition. Und es gibt noch Leute denen das wichtig ist. Klar es kann nerven, das glaube ich dir schon. Besonders im Sommer, wenn du bei offenem Fenster schlafen willst und dann im Bett stehst, obwohl du eigentlich noch liegen willst. Aber wie gesagt: So was weiß man vorher (oder man informiert sich) wenn es einen so stört. Die Kirche war eher da.

Und mutwillige Ruhestörung durch Musik ist noch mal was anderes.

 Es sind auch gewisse Arbeiten ab 6 Uhr erlaubt, da muss man halt differenzieren.

Ich wohne auch in der Nähe einer Kirche und mich störts nicht.

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Es gab zwar schon einige Antworten, aber ich hab noch einmal ein interessantes und recht aktuelles Urteil des VGH München herausgesucht, in dem die Klage teilweise erfolgreich war. Die genaue Begründung kannst du im Urteil nachlesen:

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2012-N-59270?hl=true

Viel Glück beim vorgehen gegen das kultische Gebimmel :)

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War die Kirche vor Dir dort, oder warst Du vor der Kirche dort? Wenn die Kirche vor Dir da war, bringt Dir eine Klage herzlich wenig, denn Du hättest vorher wissen können und müssen, dass eine Kirche Kirchenglocken hat, und diese auch regelmäßig (zu verschiedenen Tageszeiten, besonders am Sonntag) vermehrt läuten können. Selbst schuld wenn jemand in die Nähe einer Kirche zieht und sich dann am Geräusch der Glocken stört. das mag hart klingen, aber jeder Richter wird das ebenso einschätzen.

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Darf ich gegen Kirchenglocken klagen?  

Ja , das darfst du. Genau genommen nicht gegen die Glocken, sondern gegen den Betreiber des Geläutes auf Unterlassung dessen.
Hier in Deutschland darf man sich über alles beklagen, auch über Kindergeschrei, Hundegebell u.a.
Es isr nur so, daß man bestimmte "Belästigungen" hinnehmen muß wenn sie als zumutbar angehen werden.
Traditionelles Glockengeläut gehört i.R. dazu.


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Klar kannst du klagen, allerdings sind die Chancen nicht gerade hoch, dass du damit durchkommst. Du hast dir diesen Wohnort mehr oder weniger FREIWILLIG ausgesucht. Es ist etwa so, wie wenn du ein Haus neben der Autobahn erwirbst und dann wegen Verkehrslärm klagst.

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kannst du machen, aber du wirst verfliehren und mußt alle anwälte und gerichtskosten zahlen

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Du kannst natürlich klagen, wies dir witzig ist, ob es was bringt, ist eine andere Sache.

Zwischen 6 und 22 Uhr sind bestimmte Lautstärkepegel hinzunehmen. Der, ich nenn ich jetzt mal Glöckner, hat sich an Vorgaben zu halten, wie laut die Glücken, wie oft am Tag und zu welchen Anlässen, Läuten dürfen. Solang der sich an diese Vorgaben hält, wird man nicht weit kommen.

Zumal man weiß, dass Kirchenglocken läuten. Man nimmt das in Kauf, wenn man in die Nähe einer Kirche zieht. (Wenn die Kirche erst gebaut wird, wenn man schon da wohnt, ist das was Anderes, da kann man dann tatsächlich und vermutlich erfolgreich gegen vorgehen, dass da rumgeläutet wird.) Will man das nicht, muss man sich eben anderswo eine Wonung suchen. Das steht einem ja frei.

Ich persönlich hätt lieber eine Kirche auf der anderen Straßenseite und keine Tankstelle, an der nachts die Machos mit ihren BMW stehen und nen Motorlärmschwanzvergleich machen...und sich gegenseitig immer alle "ALTAAA" rufen...schreien...was auch immer.

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Kommentar von charismaticus
04.10.2016, 21:06

Ich persönlich hätt lieber eine Kirche auf der anderen Straßenseite und keine Tankstelle, an der nachts die Machos mit ihren BMW stehen und nen Motorlärmschwanzvergleich machen...und sich gegenseitig immer alle "ALTAAA" rufen...schreien...was auch immer.

Naja, ich sag mal so, beides ist nicht schön. Beides macht unnötigen und vermeidbaren Lärm zu einer Zeit, zu der ich gerne noch schlafen möchte.

Das mit der Wohnungssuche ist so ne Sache. Ich gebe zu, in meinem Fall war es so, dass ich mich nicht vorher informiert habe, um welche Zeit die Kirche bimmelt. Kannte das von anderen Kirchen nicht, dass die schon um 6 Uhr loslegen. So gesehen bin ich das natürlich selbst Schuld. Trotzdem finde ich es im Allgemeinen nicht in Ordnung, dass Kirchen, die ja nur eine bestimmte Personengruppe, eine Minderheit, nämlich Kirchengänger, ansprechen, einen Lärm machen, der alle (unbeteiligten) Personen betrifft. Früher mag das seinen Sinn gehabt haben, aber heute kann sich jeder Gläubige seinen Wecker selbst stellen. Ich gröl ja auch nicht minutenlang um diese Zeit mit Megafon draußen rum: "LOB DES ATHEISMUS!!". Das wäre ebenso rücksichtslos und somit moralisch verwerflich.

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Nein, eher nicht!

Aber du kannst weiterhin dein Mißfallen darüber äußern.

Aber eine andere Frage gehst du an religiösen Feiertagen (trotzdem) zur Arbeit? Oder ist dir es hier egal? Wie sieht es mit dem Weihnachtsgeld aus? Gibst du das wegen religiöser Grundlage zurück?


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Kommentar von charismaticus
04.10.2016, 20:46

Aber eine andere Frage gehst du an religiösen Feiertagen (trotzdem) zur Arbeit? Oder ist dir es hier egal? Wie sieht es mit dem Weihnachtsgeld aus? Gibst du das wegen religiöser Grundlage zurück?

Diese Fragen suggerieren, ich hätte gesagt, dass das Christentum bzw. jeglicher Einfluss des Christentums per se schlecht sei. Das habe ich nicht gesagt und sehe ich auch nicht so.

Natürlich genieße ich es, wenn ich an religiösen Feiertagen nicht arbeiten muss und natürlich nehme ich gerne Weihnachtsgeld entgegen. Allerdings nicht aus religiösen Motiven. Ich schätze freie Tage, weil ich an ihnen Zeit habe, das zu tun, was ich tun möchte. Der religiöse Hintergrund interessiert mich nicht. Meinetwegen könnte man Christi Himmelfahrt & co umbenennen und auf andere Tage verlegen, z.B. einen "Willy-Brandt-Gedenktag" einführen o.ä (Bei gleichbleibender Anzahl von Feiertagen, versteht sich.).

Weihnachten mag ich sehr, jedoch ebenfalls nicht aufgrund religiöser Motive. Ich mag die kuschelige Atmosphäre, Weihnachtslieder, den Duft der weihnachtlichen Gewürze usw. Die Zeit, die man mit der Familie verbringt und das gegenseitige Beschenken. Das sind für mich kulturelle und intersoziale Güter (die natürlich ihre religiösen Wurzeln haben, klar).

Andere Menschen können das ja anders sehen und meinethalben tiefenreligiös sein. Aber sie sollen damit keine Außenstehenden belästigen. So kann die Kirche gerne weitere 1000 Jahre stehen und Gläubigen Unterkunft für Messen geben. Solange keine Außenstehenden in irgendeiner Form belästigt werden.

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Die Kirche muss nur die Laermgrenzwerte einhalten, dann darf gelaeutet werden ;)

Beachte, dass um 6.00 Uhr die Nachtruhe vorbei ist, also Tageslaerm in Ordnung ist.

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Klagen darfst du natürlich. - Doch du wirst voraussichtlich keinen Erfolg haben!

Kirchen verstoßen mit ihrem Geläut gewöhnlich nicht gegen die gesetzlichen Vorschriften. - Die Bürger in ihrem Umfeld dagegen relativ häufig. - So jedenfalls meine Erfahrung.

Ich finde übrigens Kirchenglocken nicht "belästigend", verglichen mit dem Krach, den manche Anwohner machen, bei jeder Party oder mit ihren Autos und Motorrädern selbst mitten in der Nacht.

Ich finde es etwas anmaßend, wie du anderen Bürgern deines Umfelds vorschreiben willst, was richtig und was falsch ist, im Glauben du würdest die Mehrheitsmeinung vertreten.

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Klar kannst du klagen. Nur gewinnen wirst du nicht.

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Wer war denn zuerst da? Die Kirche oder du?

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Kommentar von charismaticus
04.10.2016, 20:33

Was ist das denn für eine Argumentation? Nur weil der Kannibale eher auf der Insel war als der Menschenrechtsverfechter, befindet er sich deswegen nicht im Recht.

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Du schreibst von einer neuen Wohnung, hast sie dir also freiwillig in der Nähe einer Kirche ausgesucht, obwohl du wusstest, dass die Glocken regelmäßig geläutet werden.

Zugegeben, 6 Uhr morgens ist etwas früh, aber dass du es sogar nervig findest, ist mir trotzdem unverständlich. Versuch doch mal, das Glockengeläut nicht als Lärm, sondern als eine angenehme Einführung in den neuen Tag wahrzunehmen. Es könnte dich vielleicht auch an eine höhere Welt außerhalb deines täglichen Lebens und vielleicht an dein persönliches Morgengebet und deine Verbindung zu Gott erinnern.

Aber wahrscheinlich bist du nicht gläubig, sonst würde es dich nicht so sehr stören, dass die Kirche sich „das Recht nimmt“, die Menschen zu „belästigen“.

Ich habe jahrelang in Amerika gelebt und kann sagen, dass mir das Glockengeläut gefehlt hat, denn ich empfinde es als sehr angenehm und inspirierend.

Wenn du aber tatsächlich zu dicht an der Kirche wohnst und es wirklich nicht mehr aushältst, zieh doch am besten einfach wieder um!


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jeder mündige Bürger darf klagen. wo ist dein Problem?

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Klagen darfst du gegen alles, aber ob du Erfolg mit deiner Klage hast, ist eine andere Frage.

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Nein.

Ab 6 Uhr ist dir Nachtruhe vorbei. 

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Kommentar von Bitterkraut
04.10.2016, 20:03

Genau, dann fängt die Tagruhe an. Ruhestörung kann es zu jeder Uhrzeit geben.

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Au weia. Das ist nicht dein Ernst, oder?

Solange sich in Deutschland Leute mit solchen "Problemen" befassen, wissen wir definitiv, dass es uns sehr, sehr gut geht.

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Wenn du zu viel Geld hast, kannst du es versuchen. Es wird dir aber wahrscheinlich nichts nützen.
Du könntest auch die Straßenbahn verklagen, die bei dir quietschend um die Ecke biegt.

LG Lazarius

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