Darf ich ein (Karambit) Messer zur Notwehr nutzen?

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9 Antworten

Notwehr ist die Abwehr die "erforderlich" ist ....... Siehe §32 StGB. Wenn es also erforderlich ist kannst du den Angreifer auch aufschlitzen oder abstechen oder mit Kopfschuss erledigen. Ob das erforderlich war entscheidet hinterher die Staatsmacht. Falls ja, bleibst du unbestraft.

Das Führen eines Karambit ist eine OWI laut §43a WaffG und wird mit Bußgeld bestraft. Klingenlänge ist bei Karambit egal da sie vomBKA grundsätzlich als Waffen eingestuft wurden.

Selbstverständlich kann das unerlaubte Führen einer Waffe bei Nichtanerkennung von Notwehr als strafverschärfend wirken.

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Darf ich also ein feststehendes Karambit Messer mit einer klingenlänge von unter 8,5 cm draußen mit mir tragen? 

Karambits gelte in Deutschland als Waffen. Das Führungsverbot greift bei Waffen unabhängig davon, wei lang die Klinge ist. Die Antwort lautet also nein.

Meines Wissens springt hier der Notwehrparagraph ein, nach dem ich die nötigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung treffen darf

Davon steht nichts in § 32 Strafgesetzbuch. Du darfst dich zwar bei einem rechtswidrigen Angriff verteidigen, ohne bestraft zu werden, aber du kannst nicht unter Berufung auf diesen Paragrafen mit ansonsten verbotenen Gegenständen herum laufen.

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Dann hättest du zumindest ein Bußgeld zu zahlen und dein Messer wäre in jedem Falle weg.

Warum nicht Pfefferspray benutzen? Ist legal, du hältst den Angreifer auf Abstand und erhöhst deutlich deine Fluchtchancen!

Messer sind keine gute Wahl für die Notwehr. Ist der Angreifer selbst mit einem Messer bewaffnet, dann kannst du (und auch sonst niemand) das Risiko handhaben in einen Messerkampf zu gehen. Messerverletzungen sind viel häufiger tödlich als Schussverletzungen!

Und hat der Angreifer kein Messer, dann bräuchstest du schon viel Glaubwürdigkeit und Glück, dass dir der Richter glaubt du wärst das Opfer und nicht andersrum!

Denk mal darüber intensiv nach...

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Kommentar von Itachiie
27.10.2015, 13:22

Danke sehr :)

Meine Frage oben war wohl jedoch etwas blöd formuliert.. Es ist nicht so dass ich das nicht weis, wie ich schon jemand anderem hier schrieb.. Es geht mir bei der Frage lediglich darum, zu erfahren, wie eine derartige Situation überhaupt gehandhabt wird. Ich persönlich käme nie auf die Idee mich mit einem Messer zu verteidigen, dafür hab ich schon genügend Aspekte durch betreiben einer Kampfkunst kennengelernt ^^

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In aller erster Linie geht es darum eine einschneidige Klinge zu verwenden. Jedes zweischneidige Messer gilt als Waffe. Warum benötigst du ein Karambit? ein einfaches Feldmesser zum Campen etc. genügt und ist absolut legal. Sollte dein Gegner einfach nur zuschlagen wollen würde ich ihn maximal bedrohen. Will er dich jedoch mit einer beliebigen Waffe angreifen bist du berechtigt ihn tödlich zu verletzen. Liegt er am Boden, dann ist gut. Jede weitere Handlung wäre übertrieben. Danach wäre das entfernen und Polizei rufen angebracht um dich nach rechtlich korrekter Handlung abzusichern.

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Ein Karambit liegt (leider) unter führverbot und fällt somit als option für notwehr weg. Du darfst zwar eins besitzen aber es nicht griffbereit transportieren da du kein bedürfnis hast eine Waffe mit dir zu führen. Du bekommst die gleiche strafe wie wenn du mit einer softair zurch die stadt läufst.

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Das war jetzt mal ein Eigentor!
Solltest du es wirklich Benutzen "müssen", kann man dir u.U. Vorsatz vorwerfen. Denn wenn einer deine Frage hier liest,
Mahlzeit.

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Kommentar von ES1956
25.10.2015, 14:44

Was sollte daran falsch oder verboten sein den Vorsatz zu fassen sich im Notfall zu verteidigen?

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Messer sind erlaubt. Wie das für dich vor Gericht endet weiß ich nicht. Das ist so wie was wäre wenn. In der beschrieben Situation regierst automatisch und niemand weiß wie

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Kommentar von ES1956
25.10.2015, 14:46

Einige Messer sind nicht erlaubt. Und viele Messer darf man besitzen aber nicht führen.

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Unter einer Bedingung: Wenn du zuhause mit einer tödlichen Waffe angegriffen wirst. Du darfst es in Deutschland auf keinen Fall mit auf die Straße nehmen. Und wenn jemand mit ein Messer zückt, wird bei uns häufig nicht auf Notwehr entschieden, weil "Vorsatz" im Raum steht.

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Kommentar von ES1956
25.10.2015, 14:41

Das dabei haben eines legalen Gegenstands zum Zweck der Verteidigung kann höchstens als Vorsatz gewertet werden sich vorsätzlich zu verteidigen. Was soll daran falsch sein?

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Kommentar von Micromanson
25.10.2015, 19:51

Man darf ein Karambit-Messer nicht außerhalb seiner Wohnung mitführen. Tut man es doch, ist es ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Verstößt du bewusst gegen das Waffen Gesetz, kann man dir Vorsatz unterstellen. Außerdem darf man laut Gesetz nichts dabei haben, nur um sich verteidigen zu können. Nimmst du also ein (auch legales) Messer mit nach draußen in der Absicht zur Selbstverteidigung, ist es bereits Vorsatz.

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Kommentar von Micromanson
25.10.2015, 21:21

Es gibt den sogenannten sozialen Gebrauch eines Messers und den nicht-sozialen Gebrauch. Für ein Picknick, im Wald zum Wandern o.Ä. ist sozial. Selbst wenn es Notwehr ist, zählt jede Art von Verletzen eines Menschen zu nicht-sozialem Gebrauch. Dieser ist in Deutschland nicht vorgesehen und wird vor Gericht zu deinem Nachteil ausgelegt und im schlimmsten Fall als nicht verhältnismäßig oder vorsätzlich eingestuft.

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Kommentar von Micromanson
25.10.2015, 22:00

Egal ob ein Messer geführt werden darf oder nicht, selbst mit einer Klinge von 1cm Länge gilt es als Waffe, und beim Führen muss offiziell "berechtigtes Interesse" vorliegen, Selbstverteidigung ist, ebenfalls offiziell, nicht als berechtigtes Interesse anerkannt.

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Trageverbot:

 

Seit April 2008 gilt in Deutschland ein öffentliches Trageverbot für bestimmte Messer (§42 a WaffG).

Betroffene Messertypen sind:

* Klappmesser mit Arretierung und einhändig auszuklappender Klinge

* Feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 Zentimeter

* Alle Messer, die aufgrund ihrer Bauart als Hieb- und Stichwaffe eingestuft sind (das betrifft vor allem Dolche und Springmesser).

Alle genannten Messer darf man prinzipiell nicht zugriffsbereit bei sich tragen, sondern nur in einem "verschlossenen Behältnis" wie einem Rucksack oder einer Aktentasche.

       Es gibt aber umfangreiche Ausnahmen vom Verbot, die immer dann greifen, wenn man einen "anerkannten Zweck" geltend machen kann. Dazu gehört zum Beispiel die Nutzung eines Messers im Beruf, bei der Jagd oder im Zusammenhang mit der Brauchtumspflege.

       Das Gesetz wird in den deutschen Bundesländern und in einzelnen Verwaltungsgebieten sehr unterschiedlich ausgelegt. Eine einheitliche Regelung ist leider nicht in Sicht.

Vom Trageverbot sind auf jeden Fall nicht betroffen:

Alle Klappmesser mit Zweihand-Bedienung beim Öffnen;

alle Klappmesser ohne Klingenarretierung;

feststehende Messer mit einer Klingenlänge unter 12 Zentimeter (sofern die betreffenden Messer nicht als Waffe eingestuft sind, siebe oben) Die Begrenzung der Klingenlänge auf zwölf Zentimeter gilt nur für feststehende Messer, nicht für Klappmesser!

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