Darf ich ein gekauftes Forstgrundstück oder Grünlandfläche umgestalten, wie ich will?

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5 Antworten

Das kommt drauf an, wo dieses Land liegt. Innerhalb festgelegter Bebauungspläne musst Du Dich bei der Nutzung nach diesen richten. Grünland und Wald findet man innerhalb dieser Geltungsbereiche aber nur ausnahmsweise, wenn die betreffende Gemeinde z. B. Wert auf deren Freihaltung im Innenbereich legt. Wald ist eine Forstfläche und darf auch nur als solche genutzt werden. Wenn Du dort Bäume fällst, musst Du nach dem Waldgesetz innerhalb von 3 Jahren wieder aufforsten, wohlgemerkt mit Bäumen, also Nutzholz. Besenheide würde dem also widersprechen. Allerdings kenne ich auch Wälder, in denen sich nach dem Holzeinschlag Besenheide ansiedelte, die dann auch etwa 10 Jahre lang blieb, bis die neu gepflanzten Bäume zu viel Schatten warfen. Diese wäre also eine Möglichkeit. Bei Grün- und Ackerland sind mir dagegen solche Beschränkungen nicht bekannt. Insbesondere bei Grünland muss man eher schauen, ob sich dieses in einem Natur- oder Landschaftsschutzgebiet befindet. In Naturschutzgebieten (NSG) darf man an der Vegetation gar nichts verändern, bei Landschaftsschutzgebieten (LSG) muss die Nutzungsform beibehalten werden. Im LSG dürfte es also kaum Probleme bereiten, auf einem Acker statt Getreide Besenheide anzupflanzen. Wenn man aber eine langjährige Wiese zu diesem Zweck umpflügen will, sollte man sicherheitshalber vorher die zuständige Naturschutzbehörde fragen. So etwas muss immer im Einzelfall entschieden werden, weil jedes Schutzgebiet seine eigene spezielle Rechtsverordnung bekommt. Noch mal zum Thema Bebauungsplan: Auch wenn solch ein Fall selten vorkommt, sollte man sich da auch erkundigen, bei der zuständigen Gemeinde. Bei uns gab es letztes Jahr Folgendes: Eine Grünfläche wurde von der BVVG (Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft, Nachfolgerin der Treuhand für ehemals volkseigene Grundstücke in der DDR) zum Verkauf angeboten. Ich wollte mich auch erst darum bewerben, weil diese Wiese wie geschaffen war für den Anbau von Obst und Gemüse. Die Wiese liegt im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes. Und als ich den las, stand doch da glatt: Auf den Grünflächen dieses Bebauungsplanes ist es verboten, Obst und Gemüse anzubauen, sowie diese einzuzäunen. Die Gemeinde wollte den freien Blick zwischen den Häusern erhalten und behielt sich im B-Plan sogar das Recht vor, über die Wiese mal einen öffentlichen Wanderweg zu bauen. Dies ist ein extremer Eingriff in die privaten Eigentumsrechte, der wahrscheinlich nur so möglich war, weil die BVVG als Eigentümer nicht dagegen protestierte. Aber so was passiert auch. Deshalb zusammengefasst: Schauen, ob es im Innenbereich einer Gemeinde liegt oder in einem Schutzgebiet. Und wenn ja, dann die Gemeinde bzw. die Naturschutzbehörde fragen.

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Kommentar von Bazzu
21.03.2012, 17:36

Vielen Dank, hast mir sehr geholfen! =)

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Das ist eine sehr interessante Frage für mich! Die Änderung des Flächennutzungsplans besprichtst Du am besten beim zuständigen Gemeindeamt ! Ich kann aber sagen das es möglich ist die Nutzungsänderung zu bekommen. Schau mahl unter google bei "waldaktie" rein, dieses Land ist zumeist aus Weideland zu Wald umgewandelt worden ! Wenn ich den finanziellen Hintergrund hätte würde ich gern ein Naturschutzgebiet einrichten. Siehe auch www.buschmeister-land.de . Ich wünsch Dir alles Gute für Dein Projekt ! ;-)

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da musst du mit den Steuern aufpassen: Bewirtschaftetes Land kostet mehr.

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Nein darfst du nicht, denn es kommt auf deine Artentypische Region an, die bei dir üblich ist. Beispiel: Ich kann ja auch nicht in einer natürlichen Region , in der Moore vorhanden sind, diese trocken legen um dort eine Trockenwiese anzulegen nur weil du es so willst und dir es gerade so gefällt.

Ich dachte du bist Biologiestudent, somit hätte ich mehr Fachwissen bei dir vorausgesetzt. Und nur mal eine Fläche nach deinem Sinne anzupflanzen was deine Geldbörse hergibt, ist sicherlich der Natur so lala halbscharig dienlich.

Gruß Wolf

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Kommentar von Bazzu
22.03.2012, 14:36

Naja, anscheinend hast du die Frage nicht richtig gelesen. Ich komme aus der Lüneburger Heide. Die Flächen, die in Frage kommen, sind allesamt Podsole. Auch weiß ich nicht, was du mit ,,natürliche Region" meinst. Denn in der Lüneburger Heide gibt es, bis auf ein paar Hoch-, Niedermoore und ein paar urwaldähnliche Naturwaldrelikte nirgendwo die potentielle natürliche Vegetation. Ich hacke keinen natürlichen Buchenwald oder Eichenwald runter, nicht mal einen naturnahen Heidelbeer-Kieferforst, sondern, wenn dann Kiefer- oder Fichtenmonokulturen, mit einer dementsprechend frustrierenden Eveness. Und jeder mit Ahnung von Biologie weiß, dass es im ganzen nordwestdeutschen Tiefland keinen einzigen natürlichen Kiefernwald gäbe - höchstens Reliktvorkommen an Moorrändern oder auf strandnahen wanderdünen. Betrachtet man die seit der Jungsteinzeit hier vorherrschende traditionelle Bewirtschaftung der Heidewirtschaft als herausbildendes Moment einer typischen Art-Zusammensetzung, so kann ich hier zwischen Hamburg und Gifhorn garnichts regionengetreueres tun, als eine Sandheide zu entwickeln.

Und ich bin kein Biostudent, sondern Alumnus.

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wo ist denn deine heimat? in D dürfen wald und grünland nicht verändert werden.

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Kommentar von Bazzu
20.03.2012, 19:38

Lüneburger Heide. Aha. Und Acker? Kann ich in Bezug auf den Wald nicht den Bebauungsplan ändern? Zum Wohle des Naturschutzes. ;-)

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