Darf ich dieses Springmesser, Linder ZAC mitführen?

...komplette Frage anzeigen Linder ZAC - (Recht, Messer, Mitfahren)

2 Antworten

Spirngmesser sind Einhandmesser im Sinn des § 42 a Waffengesetz, und das Führen feststellbarer Einhandmesser ist unabhängig von der Klingenlänge grundsätzlich nicht erlaubt.

Es ist verboten ... Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.

http://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html

Oder aber, es liegt ein sozial adäquater Grund vor dieses Messer zu führen. Berufsausübung, Brauchtumspflege, besonderes Hobby z.B

Dann ist aber darauf zu achten das die Klinge nicht länger als 8cm ist, sie seitlich aufspringt und nicht beidseitig geschliffen ist.

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@Schneereiter

Völlig richtig, so stehts auch im Gesetz. Leider weicht die Rechtsprechung hier deutlich ab. Es gab ein Fall, da hatte ein Autofahrer ein Rettungsmesser in seiner Fahrertür (keine abgerundete Klinge). Es war ein Einhandmesser mit Gurtschneider und Glasbrecher im Griff. Man sollte meinen ein Rettungsmesser im Auto, um sich oder andere bei einem Unfall befreien und bergen zu können sollte ein sozial adäquater Grund sein. Nach einer Verkehrskontrolle und Beschlagnahmung des Messers, sah das der Richter anders und der Beschuldigte musste 200 Euro Geldstrafe zahlen, das Messer war er auch noch los. In wie weit man sich da durch die Instanzen klagen muss hängt bestimmt von Fall zu Fall ab, mühsam und stressig in jedem Fall. Hauptargument war, man könnte auch andere Messer dafür benutzen. Und der Richter hatte was gegen Messer allgemein, das war deutlich. Die Quelle muss ich noch mal raussuchen...

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@FloTheBrain

Hier die Quelle: OLG Stuttgart Beschluß vom 14.6.2011, 4 Ss 137/11

Verstoß gegen das Waffengesetz: Mitführen eines Einhandmessers in einem Pkw durch eine Privatperson zum Durchschneiden des Sicherheitsgurts im Notfall

Leitsätze

  1. § 42 a Abs. 2 S. 1 Nr. 3, Abs. 3 WaffG, wonach das Führen eines Einhandmessers erlaubt ist, wenn dies einem allgemein anerkannten Zweck dient, genügt dem Bestimmtheitserfordernis des Art. 103 Abs. 2 GG.

  2. Das Führen eines Einhandmessers in einem Pkw durch eine Privatperson, um damit in einem eventuellen Notfall den Sicherheitsgurt durchschneiden zu können, dient keinem allgemein anerkannten Zweck i. S. d. § 42 a Abs. 3 WaffG

Tenor

Die Rechtsbeschwerde des Betroffenen gegen das Urteil des Amtsgerichts Stuttgart vom 25. November 2010 wird als unbegründet

v e r w o r f e n.

Der Beschwerdeführer trägt die Kosten seines Rechtsmittels.

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@FloTheBrain

Hallo , prima dass Du die Quelle mit angegeben hast . Gehört hatte man ja von der Sache , aber das mal zu lesen ist super .

Man muss sich ja mal im Messerforum die unterschiedlichen Statements der einzelnen Politiker dazu durchlesen , jeder sagt da was anderes . Man müsste bei einer Klage bzw. Verurteilung mal genug Kohle haben um in Berufung zugehen, in die nächste höhere Instanz. Es handelt sich hier doch um einen sog. Gummiparagraphen . Nach Lust und Laune werden Urteile gefällt , aber " nicht im Namen des Volkes "

Keine Ahnung wo das mal alles enden soll. Der Bürger wird immer mehr entmündigt und an der " kurzen " Leine geführt .

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