Darf ich aus Notwehr einen Jungen zwischen die Beine treten?

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20 Antworten

Ja, darfst du. Du solltest aber einen "Plan B" haben, falls du nicht richtig triffst und er dann WIRKLICH wütend wird...

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NOTWEHR wird geregelt in §32StGB, www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html
danach darf man alles ! tun was "erforderlich" ist einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
Da steht nichts von Verhältnismässig. Es kann auch Notwehr sein einen unbewaffneten Angreifer zu töten,
man muss sich auch keinesfalls auf einen Kampf mit ungewissem Ausgang einlassen.

Andererseits wird jede Körperverletzung nachträglich durch unser Rechtssystem im Einzelfall untersucht und
dann werden Unbeteidigte anhand der Fakten und Zeugenaussagen entscheiden ob die Tat "erforderlich" war oder bestraft wird.
Es gibt kein Rezept und keinen Freibrief für eine Situation die jemand von vornherein ein Recht auf ein bestimmtes Notwehrverhalten zuspricht.
Wenn du dir einen Überblick verschaffen möchtest was Gerichte für Urteile fällen lies hier:
https://dejure.org/dienste/lex/StGB/32/1.html

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Nein, eine Lektion zu erteilen ist nicht erlaubt.

Notwehr setzt einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff voraus, denn du mit einer Notwehrhandlung abwenden willst.

Da geht es also nicht um Lektionen oder persönliche Rache.

Und natürlich kann ein solcher Tritt im Einzelfall als Notwehr gelten.

Dafür ist erstmal ein rechtswidriger gegenwärtiger Angriff notwendig.

Gegenwärtig ist der Angriff dann, wenn er in Gange ist oder kurz bevorsteht.

Des Weiteren muss das Mittel erforderlich sein, d.h. es muss auch eine gewisse Eignung geben den Angriff zu beenden.

Du darfst dabei das Mittel wählen, dass den Angriff sicher beendet; bei mehreren gleich erfolgsversprechenden Mitteln musst du das objektiv mildeste wählen.

Das ein Tritt in die Genitalien schmerzhaft ist und auch Schäden verursachen kann die dann ggf umfangreich behandelt werden müssen ist klar; wenn du nicht in Notwehr handelst begehst du in jedem Falle eine Straftat und kannst entsprechend belangt werden.

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Überlege mal, ob Du einen Selbstverteidigungskurs belegen könntest. Außerdem, wenn es öfter vorkommt, kannst Du den Jungen auch anzeigen (vermutlich auch beim ersten Mal, aber wenn es öfter vorkommt, hast Du sicher bessere Chancen). Du kannst auch direkt nach dem Vorfall die Polizei rufen. 

Oder Du gehst im Vorfeld mal zur Polizei und fragst nach Tipps für diese Situation. 

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Kommentar von Naiver
07.06.2016, 09:12

Gute Alternativorschläge, Tasha!

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"Darf ich aus Notwehr einen Jungen zwischen die Beine treten?"

Theoretisch, ja. Ohne weitere Angaben ist so etwas kaum zu beantworten. Zuerst muss eine Nowehrsituation vorliegen. Grundlage dafür ist ein Angriff. Dieser muss gegenwärtig sein, dh. Racheakte werden nicht gedeckt. 

Hierzu müsstest du belästigen näher beschreiben. Wirst du verbal oder körperlich massiv bedrängt, und der Tritt zwischen die Beine ist die einzige Möglichkeit den Angriff zu beenden, ist dein Handeln gerechtfertigt. 

Die Aussage "eine Lektion erteilen" spricht eher dagegen. Bei der Prävention wäre ich als nicht-Anwalt vorsichtig, inwieweit es bei einen bereits begonnenen Angriff Prävention geben kann.

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Es kommt sehr auf die Situation an. Ja du kannst angezeigt werden. Aber ob diese Anzeige dann auch Erfolg hat ist eine andere.

Versuche solche Dinge natürlich nur als letztes Mittel denn das kann auch nach hinten losgehen und die Person wird aggressiv.

Hast du nicht mehr so viel Spielraum um zu treten konzentriere dich auf Augen oder Hals/Kehlkopf . Das gibt einem zeit davon zu laufen.

Laut schreien und andere auf sich aufmerksam machen schreckt oft ab.

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Natürlich kann ein solcher Tritt im Einzelfall als Notwehr gerechtfertigt sein. Sollte er versuchen dich anzuzeigen, wird es ein Richter klären müssen.

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In echter Notwehrsituationen ist es erlaubt, extreme Gewalt anzuwenden, also auch einen Tritt in die Weichteile auszuteilen.

Dazu muss jedoch eine echte (z.B. handgreifliche) Situation vorliegen. Bei einer versuchten Vergewaltigung wird dir niemand etwas anhaben, wenn du den Typen in die Eier trittst, auch dann nicht, wenn du ihn dabei richtig verletzt oder er dauerhafte Schäden davon trägt.

Wenn er dich verbal belästigt, dann wäre ein solcher Tritt in die Hoden nicht wirklich gerechtfertigt.

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NOTwehr sagt, dass Du auch in NOT sein musst, um so eine ggf. folgenschwere Maßnahme einzuleiten.

Wenn Du "nur" belästigt wirst, ist es in dem Fall ein Angriff Deinerseits, weswegen Dich der Junge durchaus anzeigen könnte.

Es muss schon ein massives Vorgehen von dem Jungen ausgehen, welches eine Verteidigung Deinerseits erfordert. Wenn sich der Junge Dir einfach nur in den Weg stellt und Dich beispielsweise herumschubst, wäre ein Tritt in die Eier eine ungerechtfertigt heftige Reaktion.

Notwehr ist eine andere Sache als "Denkzettel verpassen".

Grüße, ----->

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Verhältnismäßigkeit

Hallo tulpe...,
puh, ich bin kein Jurist, nur naiv, möchte aber schon meinen, dass euer aller Freigiebigkeit in Sachen Hodentritt erstaunlich ausgeprägt ist.
Zuerst glaube ich auch nicht, dass dir ein untrainierter Hodentritt auch nur im Ansatz gelingen könnte.

Eine "Notwehr" muss außerdem dazu =als reine Verteidigung= geeignet sein, jene Not zu beenden/abzuwehren. Dazu muss in jedem Fall die "Verhältnismäßigkeit" gewahrt bleiben.

Und, da würde ich wie Hanemer ganz vorsichtig sein. Ein gewiefter Anwalt wird dir schnell vor Gericht beweisen, dass eine Ohrfeige bei jener Belästigung oder verbale Zurechtweisung oder eben Ausweichen/Weitergehen durchaus gereicht hätte, anstatt ihm eine mögliche Zeugungsunfähigkeit zuzumuten, nur, um ihm "...eine Lehre zu erteilen". Vorsatz, hm? Und, der Tritt in die Hoden eines Mannes schmecken mehr nach Angriff. Denn Präventivmaßnahmen deckt §32 Strafgesetzbuch ausdrücklich nicht.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Belästigungen gar keine "Not" darstellen, der man sich mit unverhältnismäßiger Gewalt/Körperverletzung erwehren dürfte. Und schon gar nicht mit der beabsichtigt "pädagogischen"! Absicht.

Fällt euch auch, ganz schleichend im Alltag, eine erhöhte Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft auf? Bedenklich, nicht?
Also, deine Frage, tupe, NEIN! Ich meine nicht.


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Kommentar von Nitarius
07.06.2016, 10:52

Bei der Notwehr gibt es keine Verhältnismäßigkeit. Es kommt weitgehend auf das sogenannte relativ mildeste Mittel an.

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Kommentar von Wurzelstock
07.06.2016, 17:13

Naiver, die Mütter empfehlen es ihren zehnjährigen Töchtern. Als Mittel gegen Rabauken auf dem Schulhof. Sie üben dann fleißig.

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Hallo Tulpe! Schön, dass Du fragst. Der gezielte Tritt in die Genitalien wird nur von Frauen angewendet, und die kennen natürlicherweise nicht die Auswirkung. Männer, die es tun, müssen das vorher geübt haben, denn es geht gegen ihre Natur.

Das Genitale ist das empfindlichste äußere Organ des Mannes. Dehalb befindet es sich an der geschütztesten Stelle des Körpers. Eine voraussehbare Attacke auf das Organ löst Kastrationsängste aus, die ihn in eine nicht vergleichbare Panik versetzen.

Der Tritt oder Hieb ins Genitale verursacht einen lange anhaltenden, ziehenden Schmerz, der ihn völlig lähmt. Je nach Heftigkeit kann es zu Verletzungen kommen,  die den Verlust eines oder beider Testikel nach sich ziehen, die dann operativ entfernt werden müssen. Begibt sich ein Verletzter nicht alsbald in ärztliche Behandlung (z.B. aus Scham, oder schlechtem Gewissen), kann sich auch aus einer kleinen Verletzung ein Krebs entwickeln.

Wie Du siehst, ist der Tritt in die Genitalien also ein sehr wirksames Mittel der Notwehr für eine Frau. Zugleich kannst Du die Verhältnismäßgkeit etwas einschätzen: Es ist nicht geeignet, um eine Lektion zu erteilen, sondern nur, um sich aus höchster Not zu befreien.

Ich hoffe, das trägt etwas zum Überblick bei, den Du dir verschaffen möchtest :-)


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Aus Notwehr, also bei einem echten, gegenwärtigen Angriff, ja, darfst Du.

Präventiv, um eine Lektion zu erteilen, darfst Du es, rechtlich gesehen, nicht.

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So halb.

An sich ist Notwehr, eben Notwehr.

Wenn er aber Probleme mit der Potenz bekommt, kann das auch für dich noch Probleme geben.

Wegschubsen oder einen Schlag Richtung Nase/Magen könnte man im Zweifel noch eher richtigen.

Im Idealfall machst du dich mit einem Kurs in Selbstverteidigung fit.

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Sobald die Belästigung auch gegenüber Dir handgreiflich wird, wäre es eine Möglichkeit, Präventiv ist es Körperverletzung, dafür könntest Du auch belangt werden.


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Also wenn er akut dich angreift, dann ja. Doch wenn du zu feste trittst, gibt's "rührei".
Was du auch machen kannst ist ihm in den inneren Oberschenkel zu treten ( oder auch von außen das berühmte eisbein) beides ist sehr schmerzhaft, da direkt der Muskel getroffen wird.
Doch nun zu einem anderen Tipp.
Besuche doch mal zum Einstieg einen Frauen SV Kurs oder schau mal bei JJ oder KMG vorbei. Beides realistische und einfache, jedoch effektive Sportarten um sich zu verteidigen.
Bei Fragen kannst du mich gerne anschreiben.

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Soweit ich die Rechtslage überblicke darfst Du dieses Mittel erst anwenden, wenn Du alle anderen, humaneren Mittel, die Dir zur Verfügung stehen, ausgeschöpft hast. Wahrung der Verhältnismäßigkeit ... so oder ähnlich denke ich es gelesen zu haben.

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In der Notwehr darf man alles. Was dann vor Gericht geschieht ist aber wieder eine andere Sache.

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Kommentar von kayo1548
08.06.2016, 16:36

"
darf man alles.

"

nein, man darf das tun was erforderlich ist um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Das schließt nich jede Handlung mit ein, sondern nur die Handlungen die der gesetzlichen Definition von Notwehr genügen.

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Wen es Richtige Notwehr ist darfst du ihm zwischen die Beine treten!

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Natürlich nicht.

Nur wenn du physisch angegriffen wirst.

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