Darf ich als Hartz 4 Empfänger in eine andere Stadt ziehen?

10 Antworten

Hallo....

Ich möchte euch mal was zu dem Thema schreiben, denn ich habe damit schon Erfahrung gesammelt, nur leider keine gute... Wenn man Arbeitslosengeld 2 bekommt, darf man nicht in eine andere Stadt ziehen, es sei denn, man bekommt da 100% einen Job... Oftmals wissen die Mitarbeiter in den Ämtern nichtmal selbst richtig bescheid, so war es zum Beispiel bei mir, dass Arbeitsamt in meiner Stadt meinte, dass es überhaupt kein Problem wäre, in eine andere Stadt zu ziehen, ich muss nur alles rechtzeitig abmelden... Und als es dann soweit war, stand ich komplett ohne was da, und ich wollte bloß 25 Km weiter ziehen, also noch im selben Bundesland... Aber in der Stadt, in die ich ziehen wollte, wies man mich gleich ab und sagte mir, dass ich nicht einfach mal so da hin ziehen kann und von dort auch kein Geld bekomme.... Tja und dann ging das ganze Theater erst richtig los, in meiner alten Stadt alles neu beantragen und 1000 Fragebögen ausfüllen, warum ich erst alles abmelde und dann doch wieder anmelde.... Im entdefekt stand ich 2 Monate komplett ohne Geld da, was ich auch nicht nachbezahlt bekam... Also seit schön vorsichtig damit und macht euch überall, wo es nur geht, schlau, ob ihr umziehen dürft oder nicht...

MfG

Hallo, war heute bei der Arbeitsargentur, weil ich innerhalb der Stadt Umziehen wollte.Der Antrag wurde sofort abgelehnt. Begründung: der Gesetzgeber erlaubt HartzIV Emfänger den Umzug nur, wenn die eigende Wohnung nicht zumutbar ist, bei Scheidung, Famielenvergrößerung und Arbeitsaufnahme. Ich bin zu 100% Schwerbeschädigt und die neue Wohnung wäre für mich leichter zu erreichen. Das hat die Sachbearbeiterin nicht interessiert. Also solltes Du lieber bei deiner Arbeitsargentur nachfragen.

(26.07.2010) Ein Umzug in eine andere Stadt muss Hartz IV-Beziehern ermöglicht werden, auch wenn dort höhere Unterkunftsosten fällig werden. Aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) geht hervor, dass einem ALG II Bezieher der Umzug in eine teurere Stadt ermöglicht werden muss. Dies gelte auch dann, wenn diese in einem anderen Bundesland liegt (Az.: B 4 AS 60/09 R).

Im diesem Fall zog ein Hartz IV Bezieher von Erlangen nach Berlin. Dort musste er jedoch im Vergleich zu seiner alten Wohnung 107 Euro mehr ausgeben. Das Jobcenter in Berlin wollte aber nur die Höhe der alten Miete zahlen. Die Behörde argumentierte dahingehend, dass der Umzug weder aus sozialen Gründen noch zur Arbeitsmarkteingliederung nötig gewesen sei.

Das BSG urteilte aber zugunsten des Leistungsbeziehers. So gelte eine Beschränkung der freien Wohnortwahl lediglich innerhalb einer Kommune. Im vorliegenden Fall wäre das Jobcenter jedoch verpflichtet gewesen, die höheren Unterkunftskosten voll zu übernehmen. Ansonsten würde der Grundsatz der Freizügigkeit unangemessen eingeschränkt.

Quelle: http://www.gegen-hartz.de/urteile/hartz-iv-umzug-in-andere-stadt-76123.html

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