Darf ich als Grafikdesigner eine Rechnung ohne Gewerbe schreiben?

6 Antworten

Hier sollten so manche mit ihrem Halbwissen einfach mal die Klappe halten. Was teilweise an Murks erzählt wird, geht auf keine Kuhhaut. 

darf ich trotzdem eine Rechnung ausstellen. 

Kurz und knapp: Ja! Jede natürliche Person darf Rechnungen ausstellen. Wenn es eine einmalige Sache ist, die Einnahmen lediglich in deiner Steuererklärung angeben. Eine Gewerbeanmeldung nicht per se nötig ist. 

Muss allerdings dazu erwähnen, dass ich mich in den nächsten zwei Monaten Selbstständig machen werde.

(D)ein Gewerbe kann auch rückwirkend angemeldet werden. Stell deiner Freundin eine Form-gerechte Rechnung aus und am Ende des Jahres das Ganze über dein Gewerbe beim Finanzamt anzeigst.

Wenn du eine Gewerbe nach der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) anmelden möchtest, in der Rechnung auch keine USt ausweisen solltest. Folgende Angaben sollten in einer form-gerechten Rechnung stehen:

  1. Dein Name + Anschrift
  2. Name deiner Freundin + Anschrift
  3. Liefertermin
  4. Art und Umfang der Dienstleistung
  5. Aufgeschlüsselte Netto-Beträge samt Steuersätze (entfällt bei dir!)
  6. Datum
  7. Rechnungsnummer 
  8. Deine Steuer-Identifikationsnummer

Wenn bei dir der Rechnungsbetrag 150,-€ nicht übersteigt, handelt es sich um eine Kleinbetragsrechnung nach § 33 UStDV. Dann sind weitaus weniger Angaben erforderlich.

  1. Dein Name + Anschrift
  2. Art und Umfang der Dienstleistung
  3. Datum 
  4. Brutto-Betrag + enthaltene USt

Wenn du ein Gewerbe nach § 19 UStG anmeldest, respektive keine USt zahlst, kommt anstelle des Brutto-Betrags samt USt lediglich der »Netto-Betrag« dort hin. Zusätzlich sollte dann auf der Rechnung darauf hingewiesen werden, warum keine USt ausgewiesen werden. Beispielweise 

Gemäß § 19 UStG enthält der Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer.

Das war's eigentlich schon. Trotz alle dem dich nochmal bei deinem Steuerberater und/oder Finanzamt schlau machen solltest. 

LG medmonk  

Ja, absolut richtig. Damit ist alles gesagt.

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Dann melde morgen dein Gewerbe an, Problem gelöst.

Wenn es bei einer einmaligen Sache geblieben wäre, hättest du es als sonstige Einkünfte (§ 22 EStG) deklarieren können.

Aber da du dich eh selbständig machen willst, ist die zeitnahe Gewerbeanmeldung sicher der sinnvollste Schritt.

Als Grafiker bist du freiberuflich und meldest KEIN Gewerbe an. Wenn du dann erfolgreich bist zahlst du auch keine Gewerbesteuer. Reiche auf Nachfrage "Kunstwerke" von dir beim Finanzamt ein.

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@docbizz

Als Grafiker bist du freiberuflich und meldest KEIN Gewerbe an.

Das stimmt so pauschal nicht.

Wer Auftragsarbeiten anfertigt, handelt nicht freiberuflich künsterlich i.S.v. § 18 EStG sondern gewerblich.

Ein Künstler kreiert Werke, meist Unikate, und veräußert diese dann meinetwegen an den Höchstbietenden.

Der Fragesteller macht keine Angaben zur genauen Ausgestaltung seiner Tätigkeit und da tendenziell der Begriff der Freiberuflichkieit inflationär repräsentativ gerne für alle Selbständigkeiten angeführt wird, wollte ich damit herausstellen, dass tatsächlich die überwiegende Mehrzahl aller selbst. Tätigkeiten gewerblich ist.

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@kevin1905

Das stimmt leider nicht. Auftragsarbeiten sind definitiv kein Kriterium für eine Freiberuflichkeit. Designer und Grafiker Entwerfen und Gestalten und räumen Dritten Nutzungsrechte zur Verwertung ein.

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Nein .. entweder du meldest ein Gewerbe an bzw. freiberufliche Tätigkeit, oder der Auftraggeber zahlt ein Gehalt, mit Sozialabgaben und Lohnsteuerabzügen, Versicherung bei der Berufsgenossenschaft.

Der Auftraggeber könnte übrigens schon Ordnungswidrigkeiten begangen haben, wenn er jemanden beschäftigt ohne ihn bei der Sozialversicherung anzumelden. Oder wenn er einen Unternehmer beauftrag, ohne dessen Unternehmereigenschaft zu prüfen.

Nein .. entweder du meldest ein Gewerbe an

Jede natürliche Person kann und darf Rechnung ausstellen. Dabei sollte jedoch auf die form-gerechte Schreibweise geachtet werden. 

Der Auftraggeber könnte übrigens schon Ordnungswidrigkeiten begangen haben, wenn er jemanden beschäftigt ohne ihn bei 

Sorry aber selten so einen Käse gelesen. 

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@medmonk

dann erzähl das der Steuerfahndung oder der Bundespolizei (deren Besuch ich niemand wünsche) ... die werden das sicher einsehen, das es Käse ist, Sozialabgaben zahlen zu müssen oder ein Gewerbe anzumelden.

Und klar, selbstverständlich kann ich eine Rechnung/Quittung ausstellen, wenn es um eine Transaktion aus dem privaten Bereich geht, z.B. einen Autoverkauf.

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@juergen63225

dann erzähl das der Steuerfahndung oder der Bundespolizei (deren Besuch ich niemand wünsche) ... die werden das sicher einsehen, das es Käse ist

Putzig! Spaß bei Seite. Hier gibt es kein Beschäftigungsverhältnis sondern lediglich die Inanspruchnahme einer Dienstleistung. De facto hat der Auftraggeber nichts aber auch rein gar nichts mit den Sozialabgaben und Co. des Dienstleisters am Hut. 

dann erzähl das der Steuerfahndung oder der Bundespolizei

Bei gescheiter (sauberer) Buchführung braucht man denen nichts erzählen bzw. stehen die erst gar nicht auf der Matte, da überhaupt kein Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Selbst wenn ich nur als Outsourcing-Partner an Projekt X mitwirke es nicht zutrifft. 

In diesem Fall könnte man die erbrachte Dienstleistung durchaus noch als Freundschaftstdienst verbuchen. Fragesteller/in müsste seiner/ihrer Freundin so lediglich den Erhalt des Geldes quittieren. Diese könnte die Aufwendung dann als Betriebskosten absetzen. 

Wenn finanziell entschädigte Freundschaftsdienste 256,-€ im Jahr nicht übersteigen, müssen diese bei der Steuer nicht einmal angeben werden. Hier zwar auf Grund der Fragestellung nicht relevant, trotzdem mal der Vollständigkeit halber kurz erwähnen wollte. 

LG medmonk 

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So ein Stuss!

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