Darf Hartz 4 Empfänger Fahrrad kaufen?

10 Antworten

Sicher kann man das aus Ersparnissen bzw.seinem Schonvermögen kaufen oder wenn möglich auch auf Raten.

Ein Gewinn muss gemeldet werden und wird fast vollständig auf den Bedarf angerechnet.

Natürlich darf ein H4-Empfänger so ein Rad besitzen. Ist kein Thema. Juristisch sowieso nicht, da, soweit ich weiß, besitzen juristisch aktuell in meinem Besitz ist, aber nicht zwangsläufig mein Eigentum (z.b. wenn mir jemand das Rad leiht, weil er im Urlaub ist, es gut aufbewahrt wissen will und dir was gutes tun möchte..).

Aber das sind Juristische "Spitzfindigkeiten"...

Davon ab, da du zwar, wenn du H4´ler wirst, deine Vermögenswerte offen legen mußt, aber eben nicht alles abgeben mußt, sondern einen gewissen "Freibetrag" hast, könntest du das dir sogar kaufen. Du darfst ja auch z.b. ein Auto haben, wenn es irgendwas unter 9000 Euro noch wert hat - hab die genaue Zahl nicht im Kopf...

Allerdings ist die andere Frage, wie sinnvoll das ganze ist. Und da wird dir ein H4ler wohl ganz klar sagen, total daneben... Fangen wir mal an: Neue Reifen 40 Euro das Stück. Neue Kette, hab ich so 4* im Jahr bei Kettenschaltung, jeweils 23 Euro, 1* im Jahr neue Kassette kostet 80 Euro. Dazu noch Bremsbeläge Pro Rad 20 Euo, alle 2 Jahre sollte man sich spätestens eine Dämpfer/Gabel inspektion "gönnen", ansonsten läßt die auch nach und verabschiedet sich irgendwann - und neue Gabel oder Dämpfer - weiß ja nicht, was für ein Teil das sein soll, ob Fully oder Hardtail etc..- wird richtig teuer...

Vorrausgesetzt, man hat das notwendige Wissen und Werkzeug, sind das so ungefähr die kosten von so einem Teil. Wenn eins von beidem oder beides fehlt, empfiehlt sich ein Werkstattbesuch - dann kommen entsprechend noch stundenlöhne drauf. Da bist bei 50 bis 60 Euro Pro Stunde etwa dabei...

Ob das so sinnvoll für einen H4ler ist? Wenn er weiß, in 3-4 Monaten habe ich einen Job, kann man das so machen. Muß man aber länger planen, ist da eher der Erhalt deiner "Erstausstattung" von größerer Prio. Das Amt zahlt dir die Ausstattung einmalig, das Zeug verschleißt aber auch - wird blöd, wenn du mit dem Waschbrett deine Klammotten waschen mußt, um so ein Rad zu fahren, oder nur noch kalt Essen kannst, weil Herd verabschiedet und neuer einfach nicht drin ist etc...

Natürlich kann man bei den Parts nachher sparen und billigere Nachmache verwenden. Aber es gibt einen unterschied zwischen billig und günstig... Und wenn es einher geht mit Funktionseinschränkungen oder gar Sicherheit, ist es defintiv billig und der falsche Weg. Zumal, wenn ich schon so kalkuliere, welchen Sinn macht dann dieses Rad überhaupt?

So weit ich weiß, liegt das Schonvermögen bei Harz-IV bei 10.000 € die da nicht angetastet werden dürfen, insofern wäre der Besitz eines entsprechenden Fahrrades oder der Besitz eines solchen Betrages um sich ein solches Fahhrad leisten zu können, theoretisch durchaus im Bereich des Möglichen und Erlaubten.

Die meisten Bezieher von Harz IV werden allerdings offensichtlich andere Sorgen haben, als über 2.000 € für ein fahhrad auf den Kopf zu hauen, wenn sie auch für 300 oder 400 eines bekommen können.

Theoretisch ja, in der Praxis allerdings sicher nicht der Normalfall ohne dass das Amt dann einen Grund findet, die Zuschüsse kürzen zu dürfen, sollte es sich um eine Neuanschaffung handeln.

Bei unbarem Bestandsvermögen gilt auch höherer Bestandsschutz als bei Geldvermögen. Selbst ein Auto kann jemandem der in Hartz IV kommt nicht einfach weggenommen werden, weil er dann evtl. nämlich gar keine Chance mehr hat Arbeit zu finden, wenn am Wohnort kein Bus fährt.

Eine Anschaffung ist kein Grund, den Regelsatz zu kürzen, außerdem überprüft niemand, wie das Geld ausgegeben wird. Im Regelsatz sind sogar Rückalgen vorgesehen. ALG2-Empfänger sind nicht entmündigt.

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@Bitterkraut

Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Hartz IV Empfänger während des Sozialleistungsbezugs Geld für eine derartig teure Anschaffung zusammenkratzen können soll. Kann es mir eben nur vorstellen, dass die Anschaffung noch vorher erfolgte. Wenn bereits Konfirmationsgeschenke zu Leistungskürzungen geführt haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Sachbearbeiter, wenn sie Berechtigung von Zuschussanträgen prüfen und auf so eine Neuanschaffung stoßen die Augen schließen und nicht genauer hinschauen.

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Grundsätzlich Ja. Es zählt zum Vermögen, wenn es vor dem Erstantrag erworben wurde.

In allen anderen Fällen muß man sich fragen, wie der Leistungsempfänger in dessen Besitz gelangte bzw. wo die für die Anschaffung erforderlichen Flocken (Geld) herstamm(t)en.

Von sparen oder Ratenkauf hast Du auch noch nichts gehört ?

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