Darf Gewalt in der Erziehung angewendet werden?

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20 Antworten

Gewalt in der Erziehung geht meines Erachtens überhaupt nicht. Weder auf körperlicher noch auf psychischer Ebene.

"Mit Liebe und ohne Hiebe" ist meine Devise. D.h. nicht, dass ich meinen Kindern alles durchgehen lasse, aber Konsequenz geht auch ohne körperlichen oder seelischen Druck. Kinder brauchen klare Linien, einen geregelten Tagesablauf und die Gewissheit, dass sie ihren Eltern vertrauen und sich auf sie verlassen können. Und natürlich ganz viel Liebe :-)

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Kommentar von Moraldeckel
31.10.2015, 15:08

Hilfreichste Antwort!

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Eine gewaltbeinhaltende Erziehung soll nicht nur sondern ist verboten:

Der Wortlaut aus der UN-Kinderrechtskonvention - Artikel 19

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Mißhandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Mißbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.

Wahrscheinlich kennt jedes Elternteil Situationen, in denen einem "die Hand ausrutschen könnte". Dann sollte man sich daran erinnern, wer der Erwachsene ist, sich gegebenenfalls räumlich distanzieren (einen Schritt zurücktreten oder auch für einen Moment das Zimmer verlassen), tief durchatmen, den Kopf einschalten, sich des Liedes von Bettina Wegner "Sind so kleine Hände …" aus dem Jahre 1976 entsinnen und erst dann ruhig die Situation klären.

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Sicherlich ist heute Gewalt in der Erziehung verboten und ich lehne sie auch ab. Tatsächlich durfte ich mich selbst als gewaltfrei erleben. Durfte ist für mich tatsächlich die angemessene Einfügung. 

Als Kind habe ich andere Erfahrungen gemacht. Meine Mutter hatte eine Phase wo sie ständig versuchte mich zu ermorden waren wir alleine. Es macht keinen Sinn hier mit irgendwelchen hohlen Vorwürfen ankommen zu wollen. Meine Mutter hatte sehr schlimme Erlebnisse im Frauen-Konzentrationslager Dannenberg gehabt. Und war wie allgemein ihre Generation damit alleine gelassen worden. Eine entsprechende Therapie war erst zwanzig Jahre nach ihrem Tod entwickelt worden. Heute gibt es einige Bücher in denen Überlebende über die Geschehnisse dort berichten. Nachdem sie lange Jahre entsprechende Therapie hatten. Wer empfindlich ist sollte nicht danach fragen wie die Bücher heißen. Ich kann sie nicht lesen. Nicht wegen meiner eigenen Erlebnisse sondern weil darin Dinge beschrieben werden die mehr als unmenschlich sind. Geschehnisse die von einer psychiatrisch schwer gestörten Ärztin ausgedacht worden waren - Frau des Lagerkommandanten. 

Mein Vater hat mich hier und da verprügelt. Mir wurde die Strafe immer erklärt in einem solchen Fall. Ich erinnere dass er ein Mal mit einem Gürtel auf mich einprügelte und dabei so stark keuchte dass ich um sein Leben fürchtete. Also bat ich ihn aufzuhören denn für ihn war es tatsächlich schlimmer als für mich. Er wusste einfach keine andere Möglichkeit mich vor Selbstverletzung zu schützen. Also davor als kleines Kind stundenlang weite Wege zurück zu legen obwohl es mehrfach verboten worden war. Als Beispiel. 

Seit einigen Jahrhunderten wird über gewaltfreie Erziehung geschrieben, ihre Möglichkeiten werden nachgewiesen. Und von der Gesellschaft, vor allen Dingen der zuständigen Politik, unter den Teppich gekehrt. Gerne auch unter zuhilfename von neu geschaffenem Recht.

Seit mindestens 40 Jahren gibt es reichlich neue Literatur zum Thema. Es gibt Vorschläge für Sendungen, Sendereihen, Serien, Spiele die im Fernsehen ausgestrahlt werden welche gewaltfreie Erziehung vermitteln. Wie sieht die Realität aus? Viele solcher Bücher haben nur eine Erstauflage erlebt und sind nicht mehr beziehbar. Sendungen, Sendereihen, Serien, Spiele im Fernsehen der Öffentlich-Rechtlichen wurden alle abgelehnt. Statt dessen müllt uns z.B. das ZDF mit hundert Wiederholungen halbwahrer Geschichtssendungen voll. Würde der gleiche Sender uns jährlich hundert Wiederholungen der nicht ausgestrahlten laufenden Bilder zu gewaltfreier Erziehung anbieten gäbe es von meiner Seite keinen Einwand. Aber ständige Wiederholung von Volksverdummung ist eine Frechheit. 

70% der Deutschen wissen dass Gewalt in der Erziehung ein Strafdelikt ist und befürworten sie dennoch. Nun können wir nachdenken warum. 

Um ein einzelnes Kind zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf - Afrikanisches Sprichwort. 

Es macht keinen Sinn hohle Phrasen zu dreschen. Damit ändert sich 

NICHTS

Aber, immerhin: Mittlerweile gibt es die europaweite Nummer

116 111

welche kostenlos und ohne Vorwahl jederzeit von Opfern genutzt werden kann. Ist auch den meisten Menschen unbekannt. Dafür dürfen sich z.B. auch hier manche Hilfesuchenden auch noch weit unterhalb der Gürtellinie angeifern lassen. Kommt oft genug vor. 

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Was man darf und was man macht, ist ein großer Unterschied und nicht jeder redet darüber.

es kommt drauf an, wie du Gewalt definierst und wo Gewalt anfängt und wo es aufhört., was als Gewalt empfunden wird, u.s.w.

Es gibt ja außer der körperlichen, auch noch die seelische Gewalt, die oft noch viel schlimmer ist.

Schau auch mal hier: http://www.focus.de/politik/deutschland/familie-gewalt-ist-bei-erziehung-heute-tabu_aid_388265.html

LG Pummelweib :-)

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Definiere erstmal Gewalt... Gewalt ist nicht gleich Gewalt, und seelische Gewalt ist hier allgegenwärtig, körperliche eher versteckt, sofern nicht sozial gefordert. Ein Kind den halben Tag lang sitzen zu lassen nenne ich Gewalt. Auch ein kleines Kind festzuschnallen, das den Sinn der Sicherheitsgurte im Auto nicht verstehen kann, ist Gewalt. Meinen Ball spielenden Sohn - nicht mehr klein - habe ich durch eine gewaltige Bewegung vor einem fahrenden Auto gerettet. Was sich Spitzensportler oder Bergsteiger antun, würde für die meisten von uns als gefährliche Körperverletzung anmuten, ohne die Freiwilligkeit.

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Gewalt in der Erziehung ist verboten. Und zwar sowohl körperliche als auch psychische. Schlagen geht gar nicht, das ist klar, auch nicht der berühmte Klaps. Und bei den Worten? Da muss man sicherlich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Zumal manche Kinder auch ganz schön deftig austeilen können. Aber es sollte doch bei Ausrutschern von den Eltern bleiben.

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Ein ganz klares Nein!

Meiner Meinung nach sollte sogar die Erziehung an sich abgeschafft werden, da sie durch ihre Art per se schon eine Art Gewalt gegenüber Kindern ist.

Erziehung hält kleine sowie junge Menschen für zu dumm, um ohne "mahnenden Zeigefinger" und "Vorhaltungen" sowie "Bestrafungen" nicht in der Gesellschaft zurecht kommen zu können.

Erziehung manipuliert, überschreitet die Grenzen des Erzogenen. Ebenso ist sie hierarchisch und machtbesessen. Erziehung arbeitet mit "Zuckerbrot und Peitsche" - mal offensichtlich, mal subtil.

Ein respektvoller Umgang (der zum gewaltfreien Miteinander gehört) ist damit nur schwerlich möglich.

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Kommentar von Georg63
31.10.2015, 15:21

Ich hoffe das war komplett ironisch gemeint^^

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Auch wenn diese Antwort vielleicht ein wenig spät kommt, möchte ich sie dennoch loswerden und dir eine Schilderung aus einem völlig anderen Blickwinkel geben, nämlich aus dem des Kindes. Ich bin fünfzehn Jahre alt und die Schläge und Beschimpfungen meines Vaters haben vor drei bis vier Jahren endlich ein Ende gefunden, als sich meine Eltern getrennt haben. Aber jetzt zum Thema. Seine Kinder zu schlagen ist das Allerletzte. Ich weiß noch, wie mein Vater mich zum Beispiel mit acht Jahren einfach zum Spaß auf den Boden drückte, was er öfter tat, bis ich keine Luft mehr bekommen habe, um zu gucken ob ich mich selbst befreien kann. Ich habe geweint und geschrien und dachte, ich muss jetzt sterben und in meiner puren Verzweiflung hab ich versucht ihn zu treten. Und, was soll ich sagen, er tat das, was er immer tat. Er hat ein Handtuch aus dem Bad geholt und mich erst einmal verdroschen, bis ich komplett rot auf dem Rücken und im Gesicht war. Er hat immer ein Handtuch genommen, weil er glaubte das würde nicht so viele Spuren hinterlassen. Aber das tut es. Es ging immer weiter mit den Schlägen, er schrie immer: "Ich reiß dir den Kopf ab und kack dir in den Hals, du Rindvieh!". In diesem Moment, fühlt man sich einfach nur wie das minderwertigste Wesen auf Erden, das letzte Stück Dreck. Man ist ein nichts. Ich kämpfe heute noch mit der Ablehnung meines Vaters, mit dem Schmerz, den vielen Tränen, die ich geweint habe, die Angst, die Trauer. Gewalt in der Erziehung ist das Allerletzte und das Einzige, was man damit schürt ist den Hass der Kinder. Ich würde meinem Vater gerne verzeihen, aber jetzt hasse ich ihn einfach so sehr, dass es mir unmöglich ist. Und den Hass hat er mir immerhin selbst eingebläut.

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Gewalt gehört nicht in die Erziehung. Wenn man als Elternteil konsequent ist und auch das tut, was man sagt...muss man auf solch eine primitive Erziehungsmaßnahme nicht zurück greifen. Und ja seit 2001oder 2001 ist es gesetzlich verboten körperliche und psychische Gewalt in der Erziehung anzuwenden. Und das ist gut so. Leider halten sich da nich alle dran und entschuldigen ihre Maßnahmen damit, dass sie das auch erfahren haben und es ihnen auch nicht geschadet habe. Eine du*me Ausrede dafür, dass man sich nicht richtig damit auseinandersetzen muss und auch nicht an sich selbst arbeiten muss 😔

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Ich selber hab früher ab und zu (nicht oft) Senge gekriegt aber nur wenn ich echt schlimme sachen gemacht hab, zb was geklaut hab oder so, und einmal (wo ich 14 war) muste ich auch zum Jugendrichter weil ich jemand verprügelt hatte und dem seine brille ist dabei kaputt gegangen ist und da muste ich sozialstunden machen aber zu hause gab es auserdem noch senge und ich hab danach so was nie wieder gemacht und naja so gesehen hats bei mir eigl geholfen :D

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Nein.

Gewalt erzeugt Gewalt. Kinder, die so erzogen werden, erziehen ihre eigenen Kinder auch so.

Srafen kann man auch anders. Ichhabe meine Kinder nie geschlagen.

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Nein unter gar keinen Umständen!

Ich habe eine Freundin, bei der Gewalt (sowohl psychisch, als auch physisch) angewandt und sie zerbricht daran fast. Das finde ich (sorry wegen dem Ausdruck) unter aller Sau, echt!

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das Einsetzen von körperlicher Stärke mit dem Ziel, jmdn. zu etwas zu zwingen, jmdn. zu verletzen; brutales Vorgehen

Laut Definition ist Gewalt schon das bestimmte Festhalten, sodass das Kind sich nicht bewegen kann (beispielsweise). Das finde ich aber meiner Meinung nach absolut in Ordnung, da Kinder ja gerne mal nicht zuhören wollen. 

Ich bin gerne für philosophische Diskussionen zur Definition von "Gewalt" offen :D

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Kommentar von Moraldeckel
31.10.2015, 15:11

§§ 1631 BGB und 223 StGB sind bekannt?! Ein Kind ist kein niedrigeres Wesen als ein Erwachsener! Fass dein Kind einmal an und du wirst.....

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Ja - wenn du so total unfifferenziert fragst - Gewalt ist für die Erziehung notwendig.

Wenn du über diese Problematik sinnvoll diskutieren willst, musst erstmal die verschiedenen Formen und Stufen der Gewalt definieren und dann einzeln behandeln.

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Gewalt an Kindern und allgemein, ist moralisch ein tiefer Griff ins nicht gespülte Klo!

Rechtlich gesehen ist es absolut untersagt. Der § 1631 des Bürgerlichen Gesetzbuch ( BGB ) besagt, dass Eltern ihren Kinder weder seelische noch körperliche Gewalt antun dürfen. Zudem gibt es die Körperverletzungs Paragrafen im StGB . ( §§ 223 bis 229 )

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Gewalt ist Verboten, auch in der Erziehung: Körperverletzung

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Gewalt braucht man nicht. Es gibt genügend andere Mittel, seinen Kindern etwas beizubringen bzw ihnen ihre Fehler aufzuzeigen.

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Nein. Gewalt hat in keinerlei zwischenmenschlicher Beziehung etwas zu suchen. Punkt aus.

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Es ist gesetzlich verboten!

Die Antwort lautet also: Nein!

Gewalt darf nicht in der Erziehung angewendet werden!

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ein leichter Klaps auf`n Hintern hat noch niemandem geschadet ;-)

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