Darf er zurücktreten, wenn es nicht passt?

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11 Antworten

Nur, weil er ihn verteidigt, heißt es ja nicht, dass er deinen Mandanten als den Engel hinstellen muss.
Es geht nur darum eine ungerechte Strafe zu vermeiden bzw. die Stellung des Mandanten darzulegen, sozusagen ein Sprechrohr.
Man muss immer sehen, dass Anwälte sich immer bewusst sind, dass sie nicht subjektiv werten dürfen, sondern immer objektiv das Gesetz im Blick haben müssen.

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Kommentar von ButchButch
14.04.2016, 14:51

Aufpassen, dass keine unfaire Strafe verhangen wird, macht der Staatsanwalt. Der Anwalt muss alles in seiner Macht stehende tun, dass sein Mandant die mildeste Strafe kriegt.

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Wie bereits die meisten User hier geschrieben haben, Anwälte lehnen Mandate eigentlich nicht ab, aus moralischen Gründen. Denn es gibt schlicht keinen moralischen Grund ein solches Mandat abzulehnen, es wäre sogar unmoralisch, meiner Meinung nach. 

Anwälte haben nur wenige Gründe einen Klienten abzulehnen. Der wohl häufigste Grund ist wenn der Mandant nicht mit seinem Anwalt kooperiert, sprich ihn belügt, ihm Dinge vorenthält usw. Da haben die Anwälte schlicht und ergreifend keine Lust, da man so oft vor Gericht als Anwalt blossgestellt wird. Dann kann ein Anwalt einfach seine Arbeit nicht tun. 

lg

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Also, prinzipiell kann ein freier Anwalt ein Mandat ablehnen. Beispielweise sieht der Advokat keinerlei Erfolgschancen oder es ist für ihn nicht finanziell lukrative. Darüber hinaus kann auch ein bestehender Mandantenvertrag aufgelöst werden. So kann während der Betreuung eine Weiterführung nicht mehr möglich sein, beispielsweise durch mangelnde Kooperation. Hier gibt es eine Vielzahl an Gründen. Bei Pflichtverteidigern sieht das alles nochmal etwas anders aus als bei freien Anwälten, da eine Bestimmung des Gerichts erfolgt. 

Was du beschrieben hast bezieht sich auf moralische Gründe. Ich studiere selber im rechtlichen Bereich und auch die Ethik ist hier häufig ein Thema. Diese Thematik behandelt man im Studium häufig damit, dass man sich die Frage stellt: 

Hat nicht jeder Mensch ein Recht auf einen fairen Prozess, welcher vor ordentlichen Gerichten verhandelt wird?

Und der Gesetzgeber beantwortet diese Frage mit einem klaren JA!

Jeder Mensch hat das recht auf einen ordentlichen Prozess und auf ein faires Urteil. 

Zu Beginn meines Studium´s hatte ich eine ähnliche Ansicht wie du. In einem gewissen Bereich stimme ich dir auch ganz klar zu, allerdings habe ich eine andere Sichtweise gelehrt bekommen. Ich denke es ist schwierig das hier rüber zu bringen, aber ich hoffe dass ich dich evtl. etwas zum nachdenken gebracht habe, so kommt es auf die Perspektive an. 

Liebe Grüße

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Nein, das Gericht bestimmt einen Pflichtverteidiger. Gäbe es die Möglichkeit, ein solches Mandat abzulehnen, würden die meisten Anwälte es ablehnen. Weniger aus moralischen sondern eher aus finanziellen Gründen. Das Honorar ist nämlich niedriger, als bei Wahlverteidigern.

Ein prima Beispiel ist übrigens aktuell der Münchener NSU Prozess. Die Angeklagte hat drei Pflichtverteidiger. Sie selbst lehnt alle drei ab, die Verteidiger haben ebenfalls beim vorsitzenden Richter ihre Entlassung als Pflichtverteidiger beantragt. Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil die Angeklagte nicht mit ihnen spricht. Da ist es schwer mit der Verteidigung. Der Vorsitzende hat alle Anträge abgelehnt.

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Kommentar von ButchButch
14.04.2016, 14:51

Man kann sagen, dass man für Pflichtverteidigungen bereit steht, sonst ist man halt freier Anwalt.

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Nö, der Anwalt darf nicht einfach wegen "keine Lust" das Mandat ablehnen. Zumindest nicht als Pflichtverteidiger.

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Nein, ein Anwalt der vom Gericht als Pflichtverteidiger bestellt ist kann das Mandat nicht so einfach ablehnen. Ablehnungsgründ kann z. B. sein das er mit einem der Opfer verwandt ist.

Aber davon mal abgesehen. Ein Neueinsteiger als Anwalt kann sich so einen guten Namen machen, wenn er dabei engagiert und dann auch noch erfolgreich ist. Sowas spricht sich in bestimmten Kreisen herum.

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Kommentar von whabifan
14.04.2016, 12:52

Richtig. Für einen Pflichtverteidiger sind solche Sachen wie Mord und Totschlag durchaus interessant, besonders wenn er noch jung ist und gerade erst seit ein paar Monaten dabei ist. Viel weniger interessant sind Dinge wie "Alkohol am Steuer" usw, was für einen Anwalt deutlich weniger "reizvoll" ist, wenn ihr mir erlaubt diesen Begriff zu verwenden.

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Ich habe mal irgendwo gelesen, dass er das nur darf, wenn er "befangen" ist, oder aber der Angeklagte nicht mit ihm "arbeiten" will.

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Kommentar von whabifan
14.04.2016, 12:55

Selbst letzteres ist nicht zwangsläufig ein Ablehnungsgrund. Besonders wenn der Vorsitzende den Eindruck hat, dass der Angeklagte grundsätzlich mit keinem Anwalt zusammenarbeiten will, wird nicht abgelehnt. Die Befangenheit ist natürlich richtig, wenn der Anwalt zB verwand mit dem Opfer ist oder zB selber Zeuge der Straftat ist. 

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Nein, ein Pflichtverteidiger kann nicht ablehnen, weil ihm der Mandant nicht passt. Deshalb heißt es ja Pflichtverteidiger.

Und was dir scheinbar nicht klar ist: Verteidiger haben es nur selten mit unschuldigen Angeklagten zu tun. Deshalb: Augen auf bei der Berufswahl.

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Kommentar von whabifan
14.04.2016, 12:53

Absolut richtige Anwort. Schmunzeln musste ich bei deinem letzten Satz, stell dir vor du passt morgens nicht auf und irgendwie bist hast du plötzlich ein knappes Jahrzehnt Jura studiert und bist Anwalt :)))

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Willst du mich verarschen? Du heißt Andrew Behring und stellst hier eine Frage von wegen Kinder getötet?
Falls das ein Scherz sein soll, war der ziemlich schlecht.
Falls nicht kann ich dir nur sagen dass so einen Menschen kein Anwalt dieser Welt verteidigen sollte, einfach lebenslang wegsperren oder direkt kurzen Prozess machen.

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Kommentar von joduck
14.04.2016, 12:19

Der Typ hieß aber Anders Behring Breivik

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Kommentar von OnEsTeP4wArD
14.04.2016, 12:24

Und, merkst du was?

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Kommentar von Bitterkraut
14.04.2016, 12:43

Das ist keine Antwort auf die Frage. Sondern eine dümmliche Anschuldigung.

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Darum geht es nicht. Es ist sein Job und nein, er kann nicht einfach so zurücktreten.

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Um so schlimmer die Tat, um so bekannter kann der Anwalt werden. Die werden sich um den Job reißen.

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