darf ein nichtgläubiger Mensch Religionslehrer werden?

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18 Antworten

Prinzipiell darf jeder Mensch studieren, was er will. Das gilt auch für das Fach Religion. Was den Religionsunterricht angeht, so muss man hier sehen, dass Religionsunterricht in den meisten Bundesländern nicht den Zweck hat, Menschen religiös zu machen und dementsprechend den Glauben zu vermitteln. Vielmehr sollen Schüler mit verschiedenen Religionen bekannt gemacht werden sowie mit der Tatsache, dass der Mensch überhaupt ein (prinzipiell) religiöses Wesen ist. Schüler sollen hierzu ein Verhältnis, auch ein kritisches, entwickeln können. Dieses Ziel von Religionsunterricht können nicht-gläubige Lehrer sogar sehr gut verfolgen, denn sie haben keinerlei Verpflichtungen einem Gott gegenüber und laufen nicht Gefahr, das Paradies zu verfehlen, wenn sie es zulassen, dass Schüler der Religion gegenüber ein ablehnendes Verhältnis entwickeln. Insofern macht es sogar eher Sinn, wenn Religionslehrer nicht-gläubig sind oder zumindest eine neutrale Haltung einnehmen können, wenn es das Unterrichtsvorhaben als sinnvoll erscheinen lässt.

Für konfessionell gebundenen Religionsunterricht trifft das natürlich nicht zu; wobei ich mir ehrlich gesagt auch hier vorstellen könnte, dass ein konfessionell nicht gebundener Lehrer einige Probleme weniger hat, die strenger gläubige Lehrer machmal sicherlich haben ...

Maik2 17.06.2011, 03:55

Immer wieder dieses gegeneinander aufwiegen von Vernunft und Loyalität. So reden nur Atheisten.

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derprediger 17.06.2011, 09:34

Wie schon die Frage ist auch die Antwort ziemlich theoretisch. - So können eigentlich nur Atheisten argumentieren. - Wie bitte soll ein Atheist gegen seine eigene Einstellung unparteiisch Untericht über verschiedene Religionen erteilen, ohne seine eigene "Religion" in den Vordergrund zu stellen. Menschen, Schüler haben ein Gefühl dafür was "echt" ist und was "vorgespielt" ist.

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justschroeder 18.06.2011, 09:23
@derprediger

@Maik und derprediger: Ob ich Atheist bin, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Was ich aber weiß ist, dass gläubig sein nicht automatisch heißen muss, etwas gegen Atheisten zu haben und Atheist sein nicht automatisch heißen muss, dass man anti-religiös oder gar anti-christlich eingestellt ist. Ich kann mir sehr gut vorstellen - vorausgesetzt, ich bin entsprechend gut informiert - einem Menschen die Vorzüge eines religiösen Lebens zu vermitteln und ihm dies in Form unterschiedlicher Religionen als Möglichkeit vor Augen zu stellen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass ich mich auch als Atheist darüber freuen kann, wenn ein Mensch für sich zu einem Glauben findet, der sein Leben bereichert. Und ich weiß nicht, warum dieser Prozess von einem Schüler für unecht gehalten werden soll, wenn ich ihm ganz offen sage, dass ich selber zwar nicht glaube, den Glauben selber aber für etwas Gutes halte, weil ich sehe, wo er in der Welt Gutes bewirkt.

Ich glaube, wir neigen als Menschen zu schnell dazu, unser eigenes Weltbild zu schützen, indem wir vieles, das diesem Weltbild nicht entspricht, für ablehnenswert zu halten oder es gar als Gegensatz zu uns zu empfinden. Nun gibt es auf der Welt aber kein widersprüchlicheres Wesen als den Menschen. Vielleicht sollten wir lernen, mit Widersprüchen und mit widersprechenden Auffassungen zu leben, indem wir den Widerspruch nicht als solchen anerkennen. Ich müsste als Fleischesser ja sofort jeden Vegetarier erschießen, der mir begegnet oder ihn zumindest von den Vorzügen des Fleisches zu überzeugen versuchen ... und würde mich damit vor der Erkenntnis schützen, dass die ja eigentlich etwas sehr Vernünftiges tun, wenn sie auf Fleisch verzichten.

Darüber hinaus müssen wir uns hier allerdings noch etwas deutlich machen. Wir reden hier über etwas, dessen Möglichkeit erfragt wurde. Und wenn in unserem Staat ein Atheist Religionslehrer werden kann, heißt das natürlich noch lange nicht, dass er das auch wird. Denn ich kann mir vorstellen, dass das dafür notwendige Studium der Religion ziemlich anstrengend für jemanden sein kann, der sich mit 80% dessen, was er dort studieren muss, nicht verbinden kann. Insofern hat jede Antwort auf die Frage, die hier gestellt wurde, wohl eher hypothetischen Charakter und bleibt Gedankenexperiment.

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Gelehrter 18.06.2011, 18:47
@justschroeder

Du hast sofern schon recht,man kann sich ja mit den einzelnen Religionen auseinandersetzen was sie lehren und was sie beinhalten,ohne daran zu glauben.Denn der sinn des Religionsunterricht ist nun mal so in unseren Schulen,das die Kinder lernen,welche Religionen es gibt und was sie beinhalten und wie sie entstanden sind.Wenn ich zu meiner Schulzeit denke,da gab es nur evang. und kath. Religionsunterricht,andere Religionen haben wir gar nicht durch genommen,nur der christliche Glaube war im Vordergrund.Die Zeit hat sich halt geändert.Und so kann sich jeder in der Schule,da wir ja in unserem Land Religionsfreiheit haben,selber dann entscheiden,ob er einer gewissen Religionsgrupper später angehören will.Ich würde es natürlich begrüßen,wenn wieder so Untericht gemacht wird,wie zu meiner Zeit damals,da wir eben in einem chritlichen Abenland leben und christliche Werte vermitteln,aber auch anderseits,sollen die Kinder die ver. Religionen kennenlernen.Allerdings nicht nur die großen Religionen sollen sie kennen lernen,auch z.B. von Urvölker,Indianer etc. Und was auch interessant ist von Sekten.Zu meiner Zeit haben Religionsunterricht nur Gläubige Menschen gegeben.Kann ein Vorteil sein.Der auch besser dann beurteilen kann und vor die Gefahr hinweisen kann vor Sekten und Schwärmerei.Ein Atheist wird sich damit kaum auseinander setzen,eher jemand der Weltoffen ist.

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Harfensommer 06.09.2011, 09:33
@derprediger

Ihr beiden Atheismuskritiker ;)

"So" reden auch Agnostiker, zumindest können (und müssen strenggenommen) sie von ihrer Weltsicht alles akzeptieren, was nicht heißt, dass sie den einen oder anderen Auswuchs, wie beispielsweise einen missionarischen "Auftrag" gutheißen oder tolerieren müssen.

Ein bisschen mehr Demut vor dem beschränkten Spektrum menschlicher Erkenntnis täte eh vielen gut … ;)

Gruß Jürgen

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Denke schon, vor allem ist es ja recht praktisch, wenn der Lehrer keine Religion hat, da er dann viel neutraler an die unterschiedlichen Religionen herangehen und die den Schülern nah (oder auch nicht) legen kann.

Warum sollte er das nicht dürfen?Kinder sollen ja hauptsächlich erstmal beigebracht werden,welche Religionen es überhaupt gibt.Da muss man nicht unbedingt gläubig sein,um das zu vermitteln zu können.Vorteilhaft ist es natürlich schon,wenn die entsprechende Person gläubig ist.Da wir zumindest in unserem Lande christliche Werte vermitteln und wir ein christliches Abendland sind.

Studieren kann man dieses Fach natürlich. - Nur scheint mir deine Frage eine rein theoretische Frage zu sein. - Oder kannst du dir vorstellen, dass ein ungläubiger Mensch, oder gar ein Atheist, Religion als Studienfach belegt um Relgionslehrer zu werden? - Das ist doch sehr unwahrscheinlich!

Wie soll er, gesetzt den Fall, er ist doch Religionslehrer, seine "Ware" überzeugend "verkaufen"? - Oder wie soll er auf Dauer unparteiisch bleiben, um nicht seine Schüler in irgendeine Richtung zu indoktrinieren?

derprediger 17.06.2011, 10:02

Mit in "irgendeine Richtung indoktrinieren" meine ich seine eigene Richtung bzw. Religion - den Atheismus.

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Liebe Fragestellerin! In dem Moment, wo er Skrupel deswegen hat, hört er doch eigentl. schon auf "ein nichtgl. M. zu sein"! Denn ein schlechtes Gewissen macht ja nur Sinn, wenn man es zumindest für MöglicH hält, dass es da noch was oder jemanden gibt, der über uns wacht!

klar wenn du es schaffst mehrere jahre auf gläubig zu machen, damit du von der kirche die erlaubnis bekommt

In meiner Schule sind Ungläubige Menschen auch Religionslehrer. Ich respektiere diese zwar nicht und manchmal reden die ganz schönen Bullshit aber gehen tuts denn doch wohl ;).

Dürfte er hierzulande schon, ja. Aber das hätte doch wohl irgendwie auch etwas Widersinniges, meinst du nicht auch? Oder kannst du dir gut einen Veganer vorstellen, der seine Brötchen als Verkäufer an der Fleischtheke verdient...?^^

Ja,das geht..aber du musst der Kirche beitreten..sprich Taufe,Konfirmation.

Hatte ein Verwandter von mir auch vor,wollte dann aber diese Bedingungen nicht in Kauf nehmen.

Wie soll er denn was glaubhaft vermitteln, was er selbst nicht vertritt?

Warum nicht? Schließlich sind so viele Menschen in ein solchens Amt getreten, ohne wirklich die Absicht zu haben, da mitzuspielen.

Prügelnde Nonnen, Priester, die "Unsinn" gemacht haben... so viele....

Selbstverständlich, im Religionsunterricht geht es ja nicht darum die Schüler zu bekehren

Mein Ex war Atheist und hat sich an einem katholischen Priesterseminar erkundigt: Sie hätten ihn mit Kusshand genommen...

Dürfen wohl ja, macht aber wenig Sinn!

welcher nichtgläubiger würde auf diese idee kommen

wie will man was von Gott vermitteln wenn man nicht mal dran glaubt?

Idney 16.06.2011, 22:25

Das ist NICHT die Aufgabe eines Religionslehrers. Im der Schule soll was über verschiedene Religionen und Galubensrichtungen gelernt werden und zwar möglichst wertfrei. Indoktriert wird wo anders.

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....und wie will er dann aus ganzem Herzen überzeugen und lehren???????

Ein Nichtgläubiger würde wohl nicht auf diese Idee kommen ??

Ob er darf..... warum nicht ??!!

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