Darf ein Miteigentümer einer WEG die Einzeljahresabrechnungen aller Miteigentümer bei der Belegprüfung einsehen und kopieren?

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3 Antworten

Jeder Miteigentümer hat ein uneingeschränktes Einsichtsrecht in alle Unterlagen der Verwaltung (§ 24 Nr. 6 WEG).

Sofern also die Einzeljahresabrechnungen zur Belegprüfung bereits vorliegen, darf der Miteigentümer diese auch einsehen und kopieren.

PS: Der Verwalter ist im Übrigen nicht verpflichtet Kopien anzufertigen oder diese zu versenden. Da muss sich der Wohnungseigentümer schon die Mühe machen, den Verwalter auf- oder heimzusuchen. :-)

Mikkey 09.07.2017, 13:06

Lesen ist nicht unbedingt Deine Stärke...

in §24 Abs. 7 geht es um die Beschlüsse der WEG:

...Einsicht in die Beschluss-Sammlung...

Weiterhin gibt es kein Vorkommen der Zeichenfolge "einsicht" im WoEigG.

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Immofachwirt 11.07.2017, 16:00
@Mikkey

Kein Grund unfreundlich zu werden.

Da ich des Lesens mächtig bin und darüber hinaus auch weiß, dass nicht nur das Gesetz, sondern auch die diesbezügliche Rechtssprechung zu den Bestimmungen des Gesetzes entscheidend ist, habe ich den Paragraphen zitiert, aus dem sich die Rechtssprechung ableitet, die ich unter deine Antwort gepostet habe.

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Er darf einsehen, aber keine Kopien machen. Die Belegprüfung ist außerdem normalerweise dem Beirat vorbehalten.

Immofachwirt 09.07.2017, 10:40

Er darf beides.

BGH, Urteil v. 11.2.2011, V ZR 66/10

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Mikkey 09.07.2017, 12:57
@Immofachwirt

Du musst schon alles lesen:

Der gegen den Verwalter gerichtete Anspruch auf Auskunft zu der Jahresabrechnung und zu dem Wirtschaftsplan steht allen Wohnungseigentümern gemeinschaftlich als unteilbare Leistung zu; erst wenn sie davon trotz Verlangens eines einzelnen Eigentümers keinen Gebrauch machen, kann dieser allein die Auskunft verlangen. Außerdem besteht ein Individualanspruch des einzelnen Wohnungseigentümers dann, wenn sich das Auskunftsverlangen auf Angelegenheiten bezieht, die ausschließlich ihn betreffen.

Wenn der Beirat die Prüfung durchführt, hat der einzelne Eigentümer eben nicht das Recht noch nicht einmal die der Einsichtnahme.

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Immofachwirt 10.07.2017, 17:15
@Mikkey

Ich habe alles gelesen ;-))

Rechenschaft (Auskunft) schuldet der Verwalter grundsätzlich nur der Wohnungseigentümerversammlung. Nur wenn diese keinen Gebrauch davon macht...

Das ist aber unabhängig vom uneingeschränkten Einsichtsrecht eines jeden Wohnungseigentümers.


BGH, Urteil vom 11. 2. 2011, V ZR 66/10
Jeder Wohnungseigentümer hat einen Anspruch auf Gewährung von Einsicht in sämtliche Verwaltungsunterlagen. Das Einsichtsrecht unterliegt keinen weiteren Voraussetzungen wie z. B.einem besonderen rechtlichen Interesse des Wohnungseigentümers oder einer Ermächtigung durch die übrigen Wohnungseigentümer. Nur das Verbot des Rechtsmissbrauchs (§ 242 BGB) und das Schikaneverbot (§ 226 BGB) begrenzen das Einsichtsrecht.



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Wenn bei uns Rechnungsprüfung ist sind die Abrechnungen nicht fertig. Was wenn der Prüfer noch eine Buchung auf dem falschen Konto entdeckt. Dann wird wieder Papier produziert.??? 
Aber zur Frage. Wenn ich den Datenschutz richtig verstehe darf er das nicht. Die Abrechnungen der anderen gehen ihn nix an. Er kann seine Abrechnung auf richtigkeit prüfen. Die anderen müssen das schon selbst machen. 

Bei unserem Programm kommt eine Übersichtsliste raus in der jeder ET sieht was die anderen gezahlt haben und was sie saldiert verbraucht haben. 

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