Darf ein minderjähriger Schüler eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen?

8 Antworten

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Die Möglichkeit der Dienstaufsichtsbeschwerde ergibt sich aus Art. 17 GG.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_17.html

"Jedermann hat das Recht..."

Ja das wäre aber so als wenn ich eine Anklageschrift schreiben würde.Die landet im Papierkorb oder wird so zerpflückt,das ich mich schwarz ärgern würde.

Eine Dienstaufsichtsbeschwerde muß neben dem Fehlverhalten die Alternativen im Handeln benennen.Ich muß klar machen das der Dienstherr also die Schulverwaltungsbehörde zwingend einschreiten muß.Und gerade dieses Eingeständnis,das da was falsch gelaufen ist,unsere Schule ist eine Gute Schule...^^wird da sicher nicht gegenüber einem Minderjährigen ,dazu einem Schüler derselben Schule gemacht.Sorry.

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@jerkfun

Jedermann hat dieses Mittel und darf es anwenden. Pessimistisch an die Sache ranzugehen hat 

1. nichts mit der Befugnis, das Mittel anwenden zu dürfen, zu tun und ist

2. nicht gerade unproblematisch bezogen auf einen kritischen Umgang mit Behörden und staatlichen Organen.

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@JablesHawk

Das kommt nun drauf an,wen Du vertrittst und ob du einen Erziehungsauftrag hast.^^ Ich verstehe was Du ausdrücken möchtest.Erfahrungsgemäß,ich saß mal vier Jahre im Vermittlungs-und Beschwerdeausschuß des Kreises,werden Dienstaufsichtsbeschwerden zu keiner Maßnahme führen,zumindestens nicht für den Beschwerdeführer erkennbar,die dieser sich erhofft hat.Und schwarz ärgern kann nicht Sinn einer Beschwerdeführung sein.Für einen Schüler zu 90% frustrierend.

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@jerkfun

Bin seit über 15 Jahren im öffentlichen Dienst tätig. Ich verstehe deinen Einwand.
Man sollte mit gesundem Optimismus an die Sache rangehen und ohne zu hohe Erwartungen.

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Wenn die Beschwerde in der Person begründet liegt, also zum Beispiel bei Körperverletzung oder Mobbing durch Lehrkräfte, alkoholisierte Pädagogen etc. muss eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht werden.

Liegt der Beschwerdegrund in der Ausübung des Lehramtes  (fachliche Inkompetenz, korrigiert Arbeiten nicht, überprüft Hausaufgaben über Monate nicht etc.) kann eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht werden. Im fachlichen Bereich habe Schulräte einen wesentlich größeren Spielraum und können schneller und eigenständiger agieren.

 Anwaltliche Beratung und Akteneinsicht

Wenn Sie Bedenken haben, lassen Sie Ihre Beschwerde von einem Anwalt prüfen und vielleicht sogar von ihm einreichen. Als Vorteil kommt hinzu, dass Anwälte im Gegensatz zu Eltern Einsicht in die Akte des Schulamtes nehmen dürfen. Auf diese Weise lernen Sie die Argumente der Gegenseite kennen und hüten sich vor unangenehmen Überraschungen in einem eventuell folgenden Straf- oder Zivilprozess. Informieren Sie sich vorab über die Kosten.

 Auswirkungen

Ein paar Dinge erreichen Sie mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde garantiert. Sie mutieren zum Querulanten, zur Nervensäge, zum Störfaktor im ach so geschätzten Schulfrieden. Der Begriff Schulfrieden wird immer gern bemüht, wenn Schüler oder Eltern ihn stören und Hausverbote erteilt werden sollen – gegen Lehrpersonal findet er so gut wie keine Anwendung.

Aber Sie erreichen noch etwas. Sie füllen Akten und sie lüften den Teppich, unter den nun nichts mehr gekehrt werden kann. Selbst wenn ihre Beschwerde keinen (sichtbaren) Erfolg haben sollte, kann das Material für weitere Beschwerdeführer sehr nützlich sein. Sie zerstören damit das Märchen vom „bedauerlichen Einzelfall“.

Das ist keine Kleinigkeit und man macht sich unter Umständen unbeliebt und das nicht nur während der Schulzeit. Man sollte sich im klaren sein, was alles passieren kann, wenn man so etwas in die Wege leitet. Vielleicht doch vorab ein Gespräch mit dem zuständigen Lehrer suchen.

Das darfst Du tun.Aber wenn es ein wichtiger Fall ist,dann gilt der alte Grundsatz,erst melden....dann beschweren.

Das bedeutet also,geh zum Vertrauenslehrer,zur Schülervertrung,zum Schulleiter.Eventuell käme auch der (politische) Schuldezernent Eures Kreises,Stadt in Frage.

Eine Dienstaufsichtsbeschwerde muß so gut begründet sein,Du mußt das Schulrecht,Disziplinarrecht so gut kennen,um das tun zu können,das ich Dir klar abrate. Wenn,dann sollte ein Anwalt dazu raten und es auch begleiten.

Liebe Grüße

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