Darf ein Lehrer einen Schüler wegen eines vergessenen Heft während des Unterrichts heim schicken

14 Antworten

Selbstverständlich darf er das. Und wie selbständig oder einsichtsfähig ist dein 13 Jähriger, dass man dich oder die Mutter informieren müsste, dass er muttersseelenallein nach Hause unterwegs ist?

Die Aufsichtspflicht der Schule endet am Schulgelände.

Ob das pädagogisch sinnvoll ist, bezweifle ich dennoch und würde es aus meiner Sicht auch unterlassen: Wie soll dein Sohn lernen, dass sein Verhalten Konsequenzen hat, wenn er sie so leicht ausbügeln kann? Strich und beim zweiten mal eine 6 für nicht erbrachte Leistung oder Notenabzug für den Mitschü+lern gegenüber unfair verlängerte Bearbeitungszeit und er lernt, seine seine Hausaufgaben zu machen und die Tasche sorgfältig zu packen. Turnbeutelvergesser begreifen es anders (leider) nicht und die Erziehungsberechtigten sind da IMHO keine große Hilfe :-(

G imager761

auf jeden fall: er darf es nicht. jedenfalls nicht, ohne die eltern um erlaubnis zu fragen. genauso ist es aber mit den vielen von eltern häufig gewünschten extrawürsten: auf nem ausgflug, das kind ne bahnstation früher raus lassen, damit man sich wege spart: is nich. in der mittagspause nach hause lassen, weil muddi lecker gekocht hat: is nich. d.h.: die schule hat die verantwortung in der durch stundenplan (dazu gehört eben auch der vertretungsplan!!! im grunde gibt es jeden tag einen neuen stundenplan!!! das ist vielen nicht bewusst!)vorgegebenen zeit. die schule darf unterricht auch nur in eng festgelegten grenzen ausfallen lassen. daher darf ein lehrer natürlich nicht schüler nach hause schicken, wenn eltern im glauben sind, dass sie in der schule betreut werden...

Der Lehrer geht ein Risiko ein. Einerseits kann er einem 13jährigen den Weg nach Hause zumuten und auch das Vertrauen in ihn setzen, dass er das tatsächlich tut und sich auf dem gewohnten Wege verkehrsgerecht verhält, zumal wenn das Heft "wichtig" war aufgrund eines zu erbringenden Leistungsnachweises ("Güterabwägung"). Dass Jugendliche in diesem Alter einen Hausschlüssel besitzen, dürfte die Regel sein. Andererseits "ruht" so die Aufsichtspflicht während der schulgebundenen Zeit. Eine Rückversicherung mit den Eltern oder zumindest mit der Schulleitung, dass der Schüler das Schulgelände während der unterrichtsgebundenen Zeit für einen überschaubaren Zeitraum verlassen darf, wäre u. U. nicht übertrieben. Es kommt auf die Schülerpersönlichkeit und die Umstände an. Wenn auf dem Wege nach Hause und zur Schule zurück "besondere Gefahren" drohen, ist das Verfahren zu kritisieren. - Wenn ein(e) Schüler(in) wegen Unwohlsein nach Hause zu schicken ist, muss mit den Eltern Kontakt aufgenommen werden, damit das Kind entweder zu Hause oder bei Bekannten/Nachbarn aufgenommen werden kann. - Also: "streng genommen" ist das meiner Meinung nach nicht zulässig, denn die Aufsicht war für die Zeit außerhalb der Schule und der schulgebundenen Zeit nicht gewährleistet!

Was möchtest Du wissen?