Darf ein Laden sich komplett seine Preise aussuchen?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, jedenfalls nicht bei so einem Extrem. Den wenn der festgelegte Preis den Marktpreis um längen übertrifft spricht man von Wucher

Wucher bezeichnet das Angebot einer Leistung zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung unter Ausnutzung einer Schwächesituation eines Vertragspartners. Auf objektiver Seite müssen Leistung und Gegenleistung in einem „auffälligen Missverhältnis“ zueinander stehen. Ob diese Bedingung erfüllt ist, ist einer umfassenden Würdigung des Einzelfalls zu entnehmen. Ein solches Missverhältnis liegt aber meist vor, wenn der Wert der Gegenleistung den der Leistung um das Doppelte übersteigt. Es ist der Marktwert bei Abschluss des Rechtsgeschäfts zugrunde zu legen.

Woher ich das weiß:Beruf – Dr. oec. publ. (Volkswirtschaft)
Wucher bezeichnet das Angebot einer Leistung zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung unter Ausnutzung einer Schwächesituation eines Vertragspartners.

Das ist der springende Punkt. Das wird regelmäßig nicht gegeben sein, es sei denn das ist der einzige Laden der noch Schokolade verkauft und Schokolade ist auf einmal lebenswichtig.

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Den wenn der festgelegte Preis den Marktpreis um längen übertrifft spricht man von Wucher. Wucher bezeichnet das Angebot einer Leistung zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung unter Ausnutzung einer Schwächesituation eines Vertragspartners.

Vollkommen falsch, Wucher ist es wenn man die nachfolgenden Kriterien erfüllt, was in der Frage eindeutig nicht der Fall ist.

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__291.html

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@Artus01

Letztlich lässt sich nicht pauschal sagen, wann es sich bei einem Angebot um Wucher handelt. Jeder Einzelfall muss bei Klage juristisch geprüft werden.

Wenn allerdings Oma Hildegard mit ihren 86 Jahren klagt, weil ihr Konto gedeckt war sie mit Karte bezahlt hat und leider erst im "Nachhinein" den Preis erkannt hat wird es sehr problematisch für den Gewerbetreibenden.

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@SebastianS483
Letztlich lässt sich nicht pauschal sagen, wann es sich bei einem Angebot um Wucher handelt.

Natürlich, der § 291 StGB lässt da keinen Spielraum.

Wenn allerdings Oma Hildegard mit ihren 86 Jahren klagt,

Da gibt es kaum irgendwelchen Raum, entweder ist ihr Urteilsvermögen eingeschränkt oder nicht: Sowas ist feststellbar. Schon der Umstand das sie klagt, spricht nicht gerade für sie.

Was die Fragestellung betrifft ist es klar kein Wucher.

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Jeder kann seine Preise selbst bestimmen. Es gibt zwar ein paar Vorgaben (Buchpreisbindung, wobei das eher "nach unten" verhindern soll). Aber ansonsten darf ein Laden, wenn er will, Schokolade für 100.000 Euro anbieten.

Das mit den ,99 wurde ja schon beantwortet. Die Leute denken, es kostet ja nicht mal einen Euro. Die Strategie ist allerdings umstritten - siehe 1-Euro-Läden.

Ja darf er. Das nennt sich Vertragsfreiheit. Das heißt, dass der Händler frei entscheiden kann wem er was zu welchen Konditionen verkauft. Genauso wie du selbst auch frei entscheiden kannst ob du deine alten gebrauchten Schuhe für 5,- oder für 1000,- verkaufen möchtest.

Ob es diese Preise sinnvoll sind ist ein anderes Thema. Aber niemand wird gezwungen zu bezahlen.

Zwei Ausnahmen gibt es jedoch:

1. Preisgebundene Ware, wie beispielsweise Tabakwaren oder Zeitungen/Zeitschriften.

2. Wenn es einen Wucher darstellt. Das bedeutet, wenn man eine Zwangslage ausnutzt um sich mit Preisen, die in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert stehen, einen Vermögensvorteil zu verschaffen

Das Stichwort hier lautet Preisbindung.

Die Sachen dürfen keinen "Wunsch"-Preis enthalten, schließlich produzieren die Märkte nicht das Zeug, sondern verkaufen es nur.

Das etwas 1,99 kostet statt 2,00 ist einem psychologischen Effekt zu verdanken, demnach der erste Preis "billiger" aussieht.

Klar, es gibt eine UVP(unverbindliche Preis-Empfehlung), an die man sich aber nicht halten muss. Die Verkäufer*innen müssen allerdings schauen, ob sich ihr Produkt verkauft, das wäre bei dieser Schokolade sicher nicht der Fall.

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