Darf ein Labor Portokosten bei einem Privatpatienten berechnen?

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2 Antworten

Hallo hejsan,

ich habe mal für dich in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) nachgeschlagen.

Kurz und knapp kann man zu Frage Nr. 2 sagen: Es kommt auf das Labor an.

Wenn es sich um ein Labor einer sogenannten "Laborgemeinschaft" handelt, in der dein behandelnder Arzt selbst Mitglied ist, darf dieses Labor keine Portokosten für die Übermittlung der Ergebnisse an den Arzt berechnen.

Handelt es sich jedoch um ein Fremdlabor, darf es die tatsächlich entstandenen Kosten für den Versand und ggf. Versandmaterial und Versandgefäße in Rechnung stellen.

Da das Labor auf deiner Rechnung sogar auf den entsprechenden Paragraphen der GOÄ verwiesen hat, gehe ich davon aus, dass hier der zweite Fall zutrifft und die Rechnung somit in Ordnung ist.

Zu Frage Nr. 1 ist zu sagen: Portokosten für den Versand der Rechnung an sich zu erheben, ist laut GOÄ immer unzulässig.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Christina vom Barmenia-Team

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Kommentar von hejsan
20.05.2016, 17:17

Danke, Christina, für die ausführliche und kompetente Antwort!

In meinem Fall ist es tatsächlich ein externes Labor, wodurch laut Deiner Recherche die Rechnung in Ordnung ist. 

Wichtig finde ich jedoch bei Dir den Zusatz, dass es sich dabei um die "tatsächlich entstandenen Kosten" handeln muss. In diesem Fall finde ich 4,40€ pro Brief und 3 Seiten Papier extrem viel. Zudem wurde dies auf 3 Briefe aufgeteilt (gleichzeitig verschickt), was man sicherlich auch hätte in einem Brief unterbringen können. Ein maßvoller Umgang mit den Kosten sieht anders aus.

Zum Abschluss noch eine Frage. Ist der Punkt "tatsächlich entstandenen Kosten" eigentlich auch so in der Gebührenordnung enthalten? Bezieht sich dies dann auf die Materialkosten + Porto? Falls ja, würde ich tatsächlich nachhaken, wie dies die 4,40€ rechtfertigt.

Würde mich über eine Rückmeldung nochmals sehr freuen!

Herzlichen Dank und auch Dir ein schönes Wochenende.

P:S.: Ich fühle mich bei der Abrechnung schon ein wenig "veräpppelt". Zudem findet man bei Internetrecherchen zu dem Thema tatsächlich Seiten, welche die Berechnung von Porto- und Versandkosten als "Honoraroptimierung" verkaufen. Dies lasse ich mal kommentarlos hier stehen.

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