Darf ein Hartz IV Empfänger sein gesamtes Erbe für die Bestattung des Erblassers und die Grabpflege ausgeben?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du kannst vom Erbe alle notwendigen Kosten absetzen,die durch die Bestattung entstehen und nachweisbar sind !

Notwendig bedeutet,sie müssen auch angemessen sein.

Alles andere wird dir als einmaliges Einkommen auf deine Leistungen angerechnet.

Je nach dem was dann noch übrig ist und ob du schon Freibeträge auf Einkommen geltend machst oder nicht,können dann min. die 30 € Versicherungspauschale abgesetzt werden.

Würden mehr als deine monatlichen Leistungen übrig bleiben,dann müsste das restliche Einkommen zwingend auf 6 Monate Bezugszeitraum verteilt werden.

Dabei sind dann wie gesagt bei vorliegen der Voraussetzungen min. die 30 € Versicherungspauschale abzuziehen,dass würden dann schon mal 6 Monate x 30 € = 180 € an Freibeträgen sein,die dann vom einmaligen Einkommen abgezogen werden müssten.

Dann würde der restliche Betrag durch 6 Monate geteilt,würde dann kein Leistungsanspruch entstehen,dann müssten auch deine Beiträge zur Kranken und Pflegeversicherung berücksichtigt werden,die du dann nach einem Leistungsausschluss ja selber zahlen müsstest.

Würde dann immer noch ein Leistungsausschluss bestehen,dann würdest du schriftlich mitgeteilt bekommen ab wann du wieder einen Anspruch hättest,also nach diesen 6 Monaten.

Solltest du vorher schon wieder auf Hilfe angewiesen sein,dann eben vorher schon wieder einen Antrag stellen,denn außerhalb des Leistungsbezuges kann dir das Jobcenter ja kaum vorschreiben dein Leben wie ein Hilfebedürftiger zu führen.

Wenn du dann notwendige Anschaffungen machen würdest oder Schulden davon zahlst,dann ist es eben so und die Bedürftigkeit tritt eher wieder ein,es kann dann zwar passieren das sie dir Leistungen für diesen vorzeitigen Zeitraum nur als zinsloses Darlehen zahlen wollen,aber dagegen kann man dann ja weitere Schritte einleiten,also Widerspruch und dann am Ende die Klage vor dem Sozialgericht.

Solltest du nach diesen 6 Monaten Anrechnung noch etwas übrig haben,dann wird das als Vermögen betrachtet und darf bis zum Schonvermögen nicht mehr auf deine Leistungen angerechnet werden.

Das Auto würde danach auch als privilegiertes Vermögen betrachtet ( bis zu einem Zeitwert von 7500 € ),also dann nicht auf das Schonvermögen angerechnet.

Danke dir für deinen Stern !

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Vom Einkommen können abgezogen werden ...

die Sachen, die in SGB II § 11b stehen, und sonst keine! Siehe http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__11b.html

Da steht nicht, dass man von seinem Einkommen Geld für die Beerdigung von Verwandten absetzen kann!

Für die Beerdigung von Verwandten sind viele Leute zuständig - nicht alleine der Erbe!

Soweit dieser doch verpflichtet ist, dann sicher nicht für eine teure Beerdigung, und sicher nicht für die Grabpflege.

Der Rest des Einkommens aus dem Erbe wird also angerechnet auf den Besdarf an ALGII, siehe Absatz 3 § 11b  über einmaliges Einkommen.

Es wird also sechs Monate weniger oder gar kein ALG II geben - oder wenn, dann nur als rückzahlbares Darlehen.

Gruß aus Berlin, Gerd

Da steht nicht, dass man von seinem Einkommen Geld für die Beerdigung von Verwandten absetzen kann!

Doch in Abs 1. Punkt 5.

Für die Beerdigung von Verwandten sind viele Leute zuständig - nicht alleine der Erbe!

Wieder falsch. Oder wie bitte soll man §1968 BGB:

Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.

Denn bitte sonst verstehen ?

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Ein Auto darf er haben, Maximalwert ist mMn 7500 Euro. Ein Auto für rd. 800 Euro bleibt da deutlich drunter --------> darf er behalten. Ansonsten kann er's ja auf Verwandte anmelden, damit es rechtlich nicht ihm gehört. Das kann ich dir schon mal sicher mitteilen!

Ob er mit dem "Geldausgeben" beim Jobcenter durchkommen würde, kann ich aber nicht sagen, da ich damit keine Erfahrung habe. 

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