Darf ein Gläubiger ohne vorherige schriftliche Mahnung direkt die Zwangsvollstreckung einleiten?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, der Gläubiger darf ohne schriftliche Mahnung die Zwangsvollstreckung EINLEITEN. Bis es zur Vollstreckung kommt, ist es aber noch ein weiter Weg.

Zuerst beantragt der Gläubiger einen Mahnbescheid beim Gericht. Dazu muss er ein Formular ausfüllen und lediglich behaupten, dass Du ihm etwas schuldest. Das Gericht prüft nicht, ob die Forderung berechtigt ist, sondern schickt, sofern der Gläubiger seine Gebühren an das Gericht gezahlt hat, einen Mahnbescheid an Dich heraus.

Sobald Du den Mahnbescheid vom Gericht erhalten hast, kannst Du dem Mahnbescheid bei Gericht widersprechen. Das sollte man aber nur tun, wenn man die Forderung des Gläubigers bestreitet. Schuldet man den Betrag tatsächlich, sollte man jetzt zahlen. Schuldet man ihn nicht, widerspricht man bei Gericht. (Wie man widerspricht, steht im Mahnbescheid deutlich drin.)

Also: Zahlen oder widersprechen, denn, wenn man nichts tut, kann der Gläubiger im zweiten Schritt die Zwangsvollstreckung beantragen. Gegen die müsste die verfolgte Unschuld dann aber wirklich Widerspruch bei Gericht einlegen, denn langsam wirds brenzlig. Ignoriert man auch den Vollstreckungsbescheid, kann der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher mit der Pfändung beauftragen. Lässt man den Gerichtsvollzieher nicht in die Wohnung, kommt der ggf. mit einem Schlosser und Polizeibeamten wieder.

Ignorieren hilft also nicht sondern verschlimmert die Lage für den Schuldner.

Nochmal ganz deutlich: Wenn eine Zahlung fällig ist, dann muss man sie bezahlen. Anspruch darauf, schriftlich gemahnt zu werden, besteht nicht.

Schon wenn man nur einen Tag in Verzug ist, könnte der Gläubiger einen gerichtlichen Mahnbescheid schicken lassen. Das ist noch human, denn wenn er wollte, könnte er den Schuldner auch gleich richtig verklagen, das wäre für den Schuldner sicher noch unangenehmer als ein Mahnbescheid.

Der Gläubiger muss nicht selbst mahnen, er kann gleich gerichtliche Schritte einleiten. Normalerweise bestehen die aus Mahn- und später einem Vollstreckungsbescheid. Beim Gericht muss er die Rechtmäßigkeit seiner Forderung allerdings nicht beweisen, die verlassen sich auf sein Wort,daß alles rechtmäßig sei. Mich wundert es etwas,daß du hier keinen Mahn- und auch keinen Vollstreckungsbescheid erwähnst,denn ohne letzteren macht kein Gerichtsvollzieher irgendwas.

Sich sofort an den Gläubiger wenden mit Einschr.und Rücksch.Ihn auf seinen Fehler Hinweisen und Copie der Bezahlbelege Beifügen.Und nun Warten.Kann sein,das Geld ist nicht zum Gläubiger gekommen.

Vollstreckungsauftrag ohne vorherige Zahlungsaufforderung

Habe einen Vollstreckungsauftrag erhalten ohne vorher jemals eine Zahlungsaufforderung und/oder Vollstreckungsankündigung erhalten zu haben. (Eventuell ist die Post beim Nachbarn gelandet, kam schon öfter vor)

Wie gehe ich jetzt am besten vor? Soll ich direkt den Vollstreckungsbeauftragten anrufen und nachfragen oder ist es sinnvoller erst eine Rechtsberatung einzuholen? Kann ich beweisen, dass ich das betreffende Schreiben nicht erhalten habe?

Kann ich noch EInspruch einlegen, sollte die Forderung nicht gerechtfertigt sein? Welche Konsequenzen drohen mit einer Zwangsvollstreckung (also Erzwingungshaft steht hier angekündigt; aber ist das relevant für SCHUFA oder sogar für's Führungszeugnis? Kann ich noch Ratenzahlung beantragen, sollte die Forderung nicht gerechtfertigt sein?

...zur Frage

Rechtsanwaltskanzelei am Modenbach verlangt nach Begleichung Verzugsschäden?

Hallo zusammen,

ich erhielt am 17.02.2017 ein Schreiben vom OGV mit einer 2-wöchigen Frist eine Forderung in Höhe von ca. 370€ zu tilgen oder am 8.3.17 zum Termin für eine Vermögensauskunft zu erscheinen.

Den Termin konnte ich nicht wahrnehmen, da mich meine Mitbewohner nicht über den Brief informiert hatten und er somit liegengeblieben ist. Eine Woche nach dem Termin rief ich beim OGV an und vereinbarte mit ihm, dass ich zu Ende März die komplette Forderung plus Zinsen bezahlen werde. Er willigte ein und ich bezahlte wie vereinbart.

Nun erhielt ich vor 2 Tagen ein neues Schreiben von den o.g. RAs, dass dem Gläubiger durch die Zwangsvollstreckung Verzugsschäden entstanden sind, die nicht im Vollstreckungsbescheid erwähnt werden. Hierbei beziehen sie sich auf §§ 280,286 ff BGB. Ebenfalls hieß, solle ich nicht bis zum 22.5. bezahle würde der Gläubiger erneut ein Inkassoverfahren einleiten, wodurch mir mehr Kosten entstehen.

Entsprechend bin ich höchst verärgert, da für mich die Sache nach Bezahlung abgeschlossen war und ich nun nochmal draufzahlen soll. Wie soll ich nun darauf reagieren? Foderungsaufstellung verlangen? Widerspruch einlegen? Ignorieren? Rechtsberatung einholen? oder doch mit rechtlichen Schritten drohen?

Über Hilfe, Rat oder auch Erfahrungen eurerseits wäre ich sehr dankbar.

LG und Danke

...zur Frage

Sind Kosten einer erfolglosen Zwangsvollstreckung für den Gläubiger steuerlich absetzbar?

Ich bin Gläubiger. Wegen Nichtzahlung bei einem eBay-Kauf musste ich einen Mahbescheid, dann Zwangsvollstreckung gegen den Käufer einleiten.

Die Zwangsvollstreckung war erfolglos, lt. Vermögensauskunft hätte der Käufer nichts, überhaupt nichts.

Es sind jedoch zum Mahnverfahren bzw. zur Zwangsvollstreckung Kosten entstanden. Sind diese Kosten steuerrechtlich geltend machbar?

Bitte nicht nur ja/nein antworten, sondern auch Praxistipps, wie es machbar und/oder die Gesetzgebungen/Urteile.

...zur Frage

Zahlung mit EC-Karte - zu wenig abgebucht - jetzt Mahnung - muss ich noch zahlen?

Habe im Dez. 09 ein Elektrogerät (Ausstellungsstück) gekauft. Auf der Rechnung stand 399,- Euro, ich zahlte mit EC Karte und achtete nicht auf den Betrag. Die Kassiererin heftete mir den Kassenzettel an die Rechnung und ich ging. Im Januar bekam ich eine Mahnung, ich hätte die Rechnung nicht gezahlt. Daraufhin stellte ich fest, dass mit statt 399,- Euro nur 199,- abgebucht wurden - das stand auch auf dem Kassenzettel. Mit den Belegen fuhr ich in den Laden um die Angelegenheit zu klären. Dort wurde ich sehr unfreundlich behandelt und die Dame verschwand mit meinen Belegen für fast eine Stunde. Als sie dann endlich wieder auftauchte, erklärte sie mir, dass sie sich das auch nicht erklären könne, aber ich müsste auf jeden Fall die 399,- sofort überweisen. Sie würden versuchen, das mit den 199,- Euro zu klären und nach Klärung mir den Betrag zurückzuüberweisen. Damit war ich nicht einverstanden und wir verblieben so, wenn sie es geklärt haben, würden sie sich melden. Danach vergingen Wochen und es kam die zweite Anmahnung der Rechnung ohne weitere Kommentare. Ich schrieb den bisherigen Verlauf zurück und es dauerte bis Ende März, da erhielt ich die 1. ? Mahnung über den Differenzbetrag von 200,-Euro. Endlich hatten sie es kapiert! Wie wäre es, ich hätte ohne Re. einen Fernseh gekauft, der 600,- kostet und mir wären nur 200 abgebucht worden???

...zur Frage

Braucht man für einen Mahnverfahren einen Anwalt?

Brauch ich einen Anwalt wenn ich einen Betrüger Anklage (Zivilrecht)? Oder wenn ich einen Mahnverfahren einstelle und er das Geld nicht gibt?

...zur Frage

kann ein gläubiger ein konto pfänden ohne vorherige schriftliche mahnung?

hallo, ich war grade bei meiner bank und kann auf keines meiner konten zugreifen, daher denke ich das eine pfändung drauf ist. falls es so ist, kann es nur von der eon sein, mit der ich mich noch auseinandersetze wegen meiner nachzahlung. verblieben bin ich mit denen so, das ich ein darlehen beim jobcenter beantrage, das dauert ja nunmal seine zeit. seit dem habe ich keine post, geschweige denn eine mahnung von der eon bekommen. dürfen sie dann pfänden, wenn sie keine mahnung geschickt haben?

schon mal danke im vorraus für antworten :)

lg

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?