Darf ein Fotograf von einer Privatperson dazu beauftragt werden, urheberrechtlich geschützte Motive zu fotografieren (private Nutzung)?

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4 Antworten

Ja, der Fotograf darf als Auftrag für den Besitzer eines Urheberrechtlich geschützten Werkes eine private Kopie anfertigen. In diesem Fall dann auch gegen Gebühr. Das Bild darf dann aber nicht veröffentlicht werden.

UrhG § 531

https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/\_\_53.html

"Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird. Der zur Vervielfältigung Befugte darf die Vervielfältigungsstücke auch durch einen anderen herstellen lassen, sofern dies unentgeltlich geschieht oder es sich um Vervielfältigungen auf Papier oder einem ähnlichen Träger mittels beliebiger photomechanischer Verfahren oder anderer Verfahren mit ähnlicher Wirkung handelt."

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Kommentar von ThomasMorus
04.02.2016, 20:40

Ich hatte in meiner Antwort ursprünglich eine sehr komplexe Auseinandersetzung darüber, ob ein Foto einer Statue überhaupt eine "Vervielfältigung" und nicht eine "Bearbeitung" ist, durchgeführt. Aber ich glaube deine kürzere Fassung macht es für den Laien klare ;)

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Hallo

Wenn das Kunstwerk im öffentlichen Raum frei zugänglich ist darf es jeder Fotografieren.
Wenn das Kunstwerk in einem privaten Raum steht und zugänglich ist gilt die ensprechende Hausordnung oder die Auflagen des Eigentümers bzw Rechteinhabers.
Es gibt in Deutschland Sonderfälle wie die Berliner Schlossparks, das Barockschloss Ludwigsburg, diverse Naturparks/Zoos, die Hans Arp Stiftung und diverse Archithekten und Bildhauer (bzw deren Erben)

Veröffentlichen wiederrum ist ein heikles Thema auch bei öffentlich zugänglichen Kunstwerken. Sobald man durch die Veröffentlichung gewerbliche Absichten hat muss der Rechteinhaber informiert und auch meist abgegolten werden.

Diverse Rechteinhaber legen gewerbliche Absichten unterschiedlich aus. Zb wenn ein Bild bei einem Fotostocker auftaucht dann ist es "gewerblich". Auch wenn man damit nur Centbeträge verdient, will der Rechteinhaber dann meist einige €. Deswegen muss man sich vorher Informieren oder eine sinnvolle Modalität finden. Die Rechteinhaber können ja nicht direkt denn Umsatz kontrollieren und es lassen sich oft Packete schnürren oder man bekommt "Freischüsse" weil man es als Werbung für denn Rechteinhaber "verkauft". Kann auch sein dass man das mit Gegenleistung verrechnet (Kompensationsgeschäft).

Tendenziel sitzen Fotografen ja im selben Boot wenn es dort auch inzwischen jede Menge Knipser ("Photography-Künstler") gibt die sich nur um deren eigenen Rechte/Einnahmen kümmern (sogenannte Schmarotzer/Leecher).

Als Fotograf kann man natürlich so einen Auftrag ausführen. Man sollte sicherheitshalber erst mal denn Rechteinhaber kontaktieren und dessen Abgeltungsgebühren erfragen oder aushandeln. Dann kann man je nachdem die Abgeltung auf diesen Auftrag des Kunden übertragen oder auch generel für weitere Kunden verwenden (je nachdem was ausgehandelt wurde). Diese Kosten muss der Auftrageber dann eben anteilig oder voll übernehmen.

Wenn der Auftraggeber dass als eine interne Bestand-Sicherung / Dokumentation, zur Forschung oder als Beleg für eine Versicherung in Auftrag gibt, es sich also um keine Puplikation/Veröffentlich handelt, ist man als "Auftragsfotograf" tätig. Ein ausführender Handwerker muss sich nicht darum kümmern. Das macht der Auftraggeber (oder auch nicht, ist dessen Problem)

Man muss sich gegenüber dem Auftaggeber nur rechtlich also per AGB oder noch besser schriftlichen Vertrag absichern das der Kunde die Aufnahmen nicht pupliziert und falls doch das er die damit anfallenden Riskien, Kosten und Rechtsfolgen übernimmt. Je nach Auftrag darf der Kunde eh nicht ohne Zustimmung der Urheber (also auch des Fotografen) puplizieren.

Anderst gesagt als Fotograf muss man sich eigentlich immer um die Rechte der Bildinhalte kümmern also die der abgebildeten Personen und Gegenstände. Deswegen hat man auch meist ein Notizbuch (Es gibt speziele Fotografenbücher) und/oder ein Diktiergerät dabei. (Heute hat man ja Notizfunktion in der Kamera oder man benutzt Smartphones).


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Alex hat Recht.

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Ja das darf er.

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