Darf ein Fotograf mir verbieten Fotos von mir selbst zu veröffentlichen, die er geschossen hat?

14 Antworten

Hier haben zwei Personen Rechte an den Bildern:

Du hast das Recht am eigenen Bildnis (KunstUrhG), der Fotograf das Urheberrecht (UrhG) an den Fotos.

Für eine Veröffentlichung müssen grundsätzlich beide einverstanden sein.

Ja Mädchen, so ist das leider. Wenn ihr Fotos zusammen macht und nichts anderes vertraglich vereinbart ist, kann jede der beiden Parteien verlangen, dass die Fotos nicht veröffentlicht werden dürfen. Denn der Fotograf hat das Urheberrecht und du hast das Recht am eigenen Bild. Das wäre ja noch schöner, wenn du ihm die Veröffentlichung verbieten könntest, aber du selbst postest die Fotos auf deinem Instagram oder whatever.

Was er nicht verlangen kann, ist dass du die Fotos von deinem PC löschst - denn die Fotos hast du ja quasi als Zahlung für deine Modeldienste erhalten. Du kannst also die Fotos weiter für dich privat behalten, aber du darfst sie eben nicht mehr veröffentlichen. Wenn du es doch tust, kann er dich dafür verklagen und es dir in Rechnung stellen.

Woher ich das weiß:Beruf – Fotografiere in Hobby und Beruf seit 2003
denn die Fotos hast du ja quasi als Zahlung für deine Modeldienste erhalten. 

ja genau..
aber genau das könnte einem Fotografen erlauben die Fotos zu veröffentlichen!

§22 KustUrhG:

"Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, daß er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt"

https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__22.html

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@GammaFoto

Da steht allerdings im Zweifel. Hier besteht kein Zweifel, da sie die Veröffentlichung ja eindeutig nicht erlaubt.

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@Uneternal

Der Zweifel bestand vorab schon, und da hat sich eine Zustimmung durch die Entlohnung ergeben und durch das konkludente Handeln (bereitwilliges Modell stehen) bestätigt. Im Gesetz steht ja nur etwas vom Erteilen der Erlaubnis (durch die Entlohnung) da steht nichts von einer Verweigerung der Erlaubnis.

Jetzt wäre es eine nachträgliche Änderung der Vereinbarung (nachträgliches Entziehen der Erlaubnis), wodurch sich auch eine Schadensersatz Pflicht ergeben könnte

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@GammaFoto

Ich bin kein Anwalt, aber laut dieser Anwaltskanzlei lässt sich die Regelung mit der Vergütung nicht auf TfP Shootings übertragen.
TFP- Shooting & Model-Release | Feuerhake Anwaltskanzlei (anwaltskanzlei-feuerhake.de)
Wenn das mit den Veröffentlichungsrechten einfach durch die Entlohnung mit Bildern abgegolten wäre, könnte man sich im Prinzip den TfP-Vertrag ja auch komplett sparen. Dieser wird ja aber hauptsächlich genau für diesen Fall angefertigt, dass ein Model die Veröffentlichungsrechte nicht entziehen kann.
Aber wie gesagt ich bin kein Anwalt und so ein Fall wäre wahrscheinlich von einem zu prüfen. Und ich denke mal kaum, dass jemand wegen nem TfP Shooting so nen Aufriss veranstaltet.

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@Uneternal

naja... wenn du mal den letzten Absatz in deinem Link liest weisst du ja woher der Wind (eigentlich) weht! ;-)

Warum man sowas nicht ganz einfach auf einen klassischen "TFP" Fall übertragen kann liegt wohl vor allem darin, weil da ja beide Parteien was davon haben wollen. Da treffen sich zwei, in der Regel beide mit etwas Erfahrung, und am Ende wollen beide Parteien die Bilder haben und beide Parteien die Bilder auch nutzen wollen. Und genau das klappt eben mit der rein gesetzlichen Regelung so nicht, denn dann hat der Abgebildete zu aller erst mal NICHT das Recht die Bilder für sich zu nutzen. Deshalb bedarf es dann einer vertraglichen Regelung des Ganzen und evtl. zusätzlicher Vereinbarung, z.B. wie da die Kosten aufgeteilt werden wenn welche entstehen oder Ähnliches.

Die Frage ist aber hier ja eben gerade nicht dieser Fall, sondern ein Fall, in dem kein Vertrag existiert und eben rein die Gesetze gelten

Im Grunde würde das im Einzelfall zu entscheiden sein...
Und deshalb habe ich das auch anfangs relativiert und "könnte" geschrieben, weil das mit Sicherheit nicht in jedem Fall so sein muss.

Wenn da zwei Leute, die beide nicht unbedingt so recht wissen was sie tun vor und hinter der Kamera stehen, dann wird so ein Bild wohl eher kaum eine echte "Entlohnung" sein. Ganz anders sieht es aber aus, wenn da jemand die Kamera hält, der weiss was er tut und Bilder fertigt, die einen gewissen Gegenwert darstellen. Und ein Gegenwert kann für den Fotografierten eine Entlohnung darstellen, denn immerhin ist der darauf abgebildet und hat damit etwas, wofür er ansonsten evtl. zahlen müsste.

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Ja, der Fotograf kann dir verbieten die Fotos zu veröffentlichen. Er ist Inhaber des Urheberrechts und bestimmt damit wer wo und wie seine Bilder veröffentlichen darf.

Genauso kannst du über dein Persönlichkeitsrecht dem Fotografen verbieten die Bilder zu veröffentlichen.

Ihr beide habt ein Arrangement das unter TFP bekannt ist, Time for Print. Jeder bezahlt den anderen Quasi mit seiner Zeit oder mit den Bildern. Da du nun dem Fotografen untersagst die Bilder zu verwenden, ist diese natürlich nicht sehr begeistert davon und wird dir natürlich seinerseits untersagen die Bilder zu verwenden.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich fotografiere seit über 30 Jahren.

Es hängt alles davon ab, ob Sie einen Vertrag haben. In der Regel Fotografen geben dem Kunden nur fertige Bilder (besten Aufnahmen, gemacht für die Farbkorrektur in Photoworks gezwickt und kleinere Probleme), und der Kunde mit Ihnen tun kann, was er will, und die ursprünglichen Aufnahmen entweder gar nicht gegeben oder dem Kunden verboten Sie zu veröffentlichen. Aus Ihrer Frage ist unklar, was die Bedingungen waren, aber es scheint mir, dass der Fotograf nicht verlangen kann, dass Sie Publikationen löschen, wenn dies nicht im Vertrag angegeben ist. Dass er zustimmte, Ihre Bilder selbst zu löschen, war seine Entscheidung.

Ihr habt einen TFP-Vertrag, d.h. der Fotograf investiert seine Zeit, dafür erhält er das Nutzungsrecht an den Bildern, die er sonst auch als Urheber nicht einfach beliebig verwenden dürfte. Du stellst dich als Motiv zur Verfügung, dafür erhältst du Abzüge von den Bildern und ggf auch ein Nutzungsrecht.

Du hast nun hinterlistig deinen Teil der Abmachung nachträglich gebrochen, in der Hoffnung, die Bilder somit ohne Gegenleistung nutzen zu können. Das ist nichts anderes, als ob du dafür gezahlt hättest und nach Erhalt der Bilder das Geld dafür zurückbuchen lassen würdest.

Dass er dir die Veröfentlichung der Bilder untersagt, ist noch die freundlichste Option.

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