Darf ein Erblasser (fast) gesamtes Vermögen trotz Testament an einen von drei Erben übertragen?

6 Antworten

Darf der Überlebende Ehegatte in Kenntnis des Testamentes das gsamte Vermögen (ohne eigene Not) dem einen Erben übertragen?

Was den teil. der für die Kinder der Verstorbenen gedacht war anbelngt, kommt es darauf an, ob das gemeinschaftliche Testament eine befreite Vorerbschaft vorsieht.

In dem Fall darf der Vorebe tatsächlich Schenkungen vornehmen (§ 2113 II BGB) oder eine Surrogation bei Veräußerungen (§ 2111 BGB) verwirklichen.

Unbeschadet dessen natürlich immer auch nur sein eigenes und das von dem Ertverstorbenen erebte Vermögen jederzeit verschenken, ohne die Stiefkinder daran beteiligen zu müssen.

Die Kinder der erstverstorbenen Ehefrau wären gut beraten gewesen, nach Kenntnis des Testaments mit ihrer Nacherbschaft wichtige Rechte gegen den Vorerben geltend zu machen: Auskunftsrecht (§ 2121 BGB), Hinterlegung Umschreibung und Eintrag von Sperrvermerken bei Wertpapieren (§§ 2116 ff. BGB).

Oder hätten ihren Pflichteil, immerhin jeweils 1/8 des Reinnachlasses ihrer Mutter, innerhalb von 3 Jahren nach deren Tod fordern können, womit sie aber auch im Nacherbfall vom zugesagten Erbe ausgeschlossen auf ihren Pflichtteil gestzt wären.

Kann man gegen den Erben (Bruder) Ansprüche stellen?

Nur, falls innerhalb von 10 Jahren nach der Schenkung der Nacherbfall einträte: Der Schenkungswert wäre, ab dem zweiten Jahr alljährlich um jeweils 1/10 abschmelzend, dem Nachlass des Erblassers hinzuzuzählen und nach der Pflichtteilsquote ergänzt zu verlangen.

G imager761

In dem Fall darf der Vorebe tatsächlich Schenkungen vornehmen (§ 2113 II BGB)

§2113 Abs 2 BGB sagt, das eine Schenkung aus den Nacherbe unwirksam wird, wenn diese "sie das Recht des Nacherben vereiteln oder beeinträchtigen würde."

Von §2113 Abs 2 BGB kann der Vorerbe nicht befreit werden.

Auch ein gemeinsames Testament läßt sich nicht einfach mit einer Schenkung umgehen.

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@ichweisnix

Deine Leseschwäche und Textverständnisprobleme nehmen bedrohliche Züge an :-(

Und wieder einmal ist dein Name Programm:

§ 2113 BGB bezieht sich ausschl. auf "ein zur Erbschaft gehörendes Grundstück oder Recht an einem Grundstück oder über ein zur Erbschaft gehörendes eingetragenes Schiff oder Schiffsbauwerk", nicht aber die hier offenbar verschenkten "Aktien und Bundesschatzbriefe sowie Bargeld per Überweisungen".

Und selbstverständlich lässt sich die Nacherbschaft eines gemeinschaftlichen Testamentes umgehen, wenn durch darin vereinbarte  befreite Vorerbschaft eine davon abweichende Erbeinsetzung durch den Längstlebenden zulässig wäre.

Dann dürfte man dem neu eingesetzten Erben auch vorab Vermögen zuwenden, um die 10-Jahresfrist der Schenkungs- bzw. Ebschaftsteuer zu vermeiden.

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da müssten die familiären verhältnisse genauer beleuchtet werden.

ganz wesentlich dürfte sein, ob fremde kinder vom noch lebenden partner adoptiert wurden oder nicht.

deine schilderung interpretiere ich so, dass der vater die mutter überlebte und nun dafür sorgte, dass sein sohn möglichst alles bekommt. sofern der vater die anderen kinder nicht adoptiert hat, ist ausserdem lediglich der sohn erbberechtigt, die nicht adoptierten kinder gehen leer aus.

bleibe noch zu untersuchen, ob dieses alte testament noch irgendwelche rechtlichen auswirkungen haben könnte.

annokrat

Wurden die Kinder jeweils vom Ehepartner adoptiert? Wenn nicht, beerbt jedes Kind nur seinen Elternteil. Wir nur gemeinsamer Besitz vererbt? Oft haben Ehepartner ja auch je eigenen Besitz. 

Klingt sehr kompliziert, was du schilderst, das ist ein Fall für einen Anwalt der sich mit Errecht auskennt, scheint mir.

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Jetzt ist nach dem Tod des Letztlebenden aber vor der Testamentseröffnung ein Geschwister leider auch noch verstorben.

Frage: greift nun doch die gesetzliche Erbfolge, die ja eigentlich durch ein Testament ausgeschlossen werden sollte, sprich treten nun seine Kinder an seine Stelle (viele Kinder, eines ist verschollen) oder kommt es zum Zuwachs, sprich sein Erbteil verteilt sich auf die letzten beiden Geschwister? Wird durch die Existenz eines Testamentes die gesetzliche Erbfolge nichtig? Gibt es dazu einen Paragraphen?

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Für eine kurfristige Antwort wäre ich sehr dankbar. Zu unserer Trauer kommt nun auch noch die Verunsicherung bezüglich der Rechtslage.

Bitte keine Vermutungen, nur antworten, wer sich juristisch wirklich damit auskennt. Vielen Dank.

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