Darf ein Christ Tierblut trinken?

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15 Antworten

Du gehst von der Annahme aus, Tierblut zu trinken sei deshalb verboten, weil es unrein sei. Der Grund für das Verbot hat aber mit Reinheit gar nichts zu tun. Deshalb kommen auch die neutestamentlichen Lehraussagen, die alle Speisen für rein erklären, hier nicht zum Zuge.

(Du kannst den Grund für das Verbot in 5. Mose 12,23 nachlesen, in der Antwort von Sturmwolke ist der Abschnitt zitiert.)

Diese verschiedenen Dinge werden unter Christen sehr oft durcheinander gebracht. Mit verantwortlich dafür ist wohl die in der Glaubensverkündigung weithin übliche, mehr oder weniger offene Geringschätzung und oberflächliche Behandlung des Alten Testamentes, die auf den von den Kirchenvätern im 2. Jahrhundert gestifteten Judenhaß zurückgeht.

Was den kranken Mann betrifft, von dem Du berichtest, so muß dies klar sein: daß die Gebote immer schon ihre Grenzen im realen Leben dort fanden, wo es um die Hilfe in Notsituationen ging. Jesus hat so ja auch gerechtfertigt, daß er am Sabbat Kranke heilte. In Matthäus 12,11 weist er darauf hin, daß ja auch jeder sein Schaf, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, dort trotz der vorgeschriebenen Feiertagsruhe wieder herauszieht. Falls also Tierblut sein Leben retten kann, würde ich das Verbot im Falle des Kranken nicht anwenden.

Ob allerdings die damit verbundene Theorie stimmt, wie ein Urzeitmensch sich ernährt hätte, und ob dies nachahmenswert sei, das würde ich mit Fragezeichen versehen, ebenso die Aussage, das Blut sei ein guter Energieträger. Wenn man die Joule pro 100 g anschaut, enthält das Fett des Tieres deutlich mehr Energie als die entsprechende Menge Blutwurst. Nach schlichtem Kalorienmangel, also Unterernährung, klingt die Beschreibung auch nicht. Dennoch stimme ich der Einsicht dieses Mannes auf jeden Fall insoweit zu, daß eine naturnahe Ernährung gesünder ist als ein Großteil dessen, was die moderne Lebensmittelindustrie anbietet. Auch der kanadische Arzt Robert Jackson berichtete in seinem Buch "Nie mehr krank sein", wie er sich von lebensgefährlicher Krankheit erholte, nachdem er sich auf eine naturnahe Ernährung und Lebensweise umgestellt hatte.

Unter den Christen scheinen es nur die Adventisten zu sein (zu denen ich selbst nicht gehöre), die eine Bewußtsein für gesunde Ernährungsweise in ihre Lehrtradition aufgenommen haben. Ansonsten scheint unter Christen, soweit ich beobachte, vielfach die Auffassung zu herrschen, daß man nach Gebet ohne weiteres Nachdenken alles essen solle, egal, ob etwa maßlose Zuckermengen enthalten sind. Da würde ich mir mehr Skepsis und Wachheit wünschen...


Margaxbrain 01.09.2015, 07:24

"Ob allerdings die damit verbundene Theorie stimmt, wie ein Urzeitmensch sich ernährt hätte, und ob dies nachahmenswert sei, das würde ich mit Fragezeichen versehen, "
Da hast du schon recht, man kann nicht wissen ob es hilft. Aber ein kranker würde es versuchen wenn man ihm dafür Heilung verspricht oder in Aussicht stellt. Es ist zumindest einen versuch wert.

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Es ist einem Christen nicht verboten. Wo soll das stehen oder wie kommst du darauf, dass das verboten sein soll. Was das Essen und Trinken angeht, ist dem Christen gar nichts verboten, wenn es im Rahmen bleibt, also nicht in Völlerei und Sauferei ausartet. Die Bibel, besonders das Neue Testament, kennt keine Speiseverbote. Die strengen Regeln und Vorschriften des Judentums, gibt es für Christen nicht mehr.

Hallo Margaxbrain,

lies Dir einfach mal die Verse aus Apostelgeschichte 15 durch und denk darüber nach! Da ist wirklich nichts schwer zu verstehen.

Aus zwei akzeptierten Übersetzungen habe ich Dir die Stelle kopiert:

Die Beschlüsse der Apostelversammlung (gemäß Luther 1984)

22 Und die Apostel und Ältesten beschlossen samt der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte Männer auszuwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, angesehene Männer unter den Brüdern. 23 Und sie gaben ein Schreiben in ihre Hand, also lautend:

Wir, die Apostel und Ältesten, eure Brüder, wünschen Heil den Brüdern aus den Heiden in Antiochia und Syrien und Zilizien. 24 Weil wir gehört haben, dass einige von den Unsern, denen wir doch nichts befohlen hatten, euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen verwirrt haben, 25 so haben wir, einmütig versammelt, beschlossen, Männer auszuwählen und zu euch zu senden mit unsern geliebten Brüdern Barnabas und Paulus, 26 Männer, die ihr Leben eingesetzt haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. 27 So haben wir Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe mitteilen werden.

28 Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: 29 dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!

Die Beschlüsse der Versammlung (nach Einheitsübersetzung)

22 Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern. 23 Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:

Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Zilizien. 24 Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben. 25 Deshalb haben wir uns geeinigt und beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren lieben Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken, 26 die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, ihr Leben eingesetzt haben. 27 Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.

28 Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: 29 Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Moin,

Es gelten zwar für die meisten Christen nicht mehr die Speisegebote, die im alten Testament überliefert werden, denn nicht das was zum Mund reingeht, sei Sünde, sondern nur das was aus dem Munde sei, das könne Sünde sein. Gemeint sei hier fiese Worte und dergleichen.

In Schweden gibt es übrigen die ekelhafte Delikatesse Blutpudding mit Ochsenblut. Da wird das Blut aber ultrahoch erhitzt.

Eine  detaillierte Antwort, wie es bei den Zeugen Jehovas gehandhabt wird, haste hier ja schon stehen. Sie halten sich weiterhin an die alttestamentlichen Speisegebote, wo Tierblut ein No-Go ist.. 

Rohes Tierblut kann schnell voll von Erregern sein. Bei der wohligen Wärme.. "gedeihen" diese für Menschen schädliche Stoffe an der Luft sehr gut und breiten sich aus. Ein Grund warum Blut schnell gerinnt. 

Ich habe eine Doku über diesen Menschen gesehen auf Youtube. Er ist Profi im Umgang mit seinem Bio-Fleisch... ich würde als Laie kein Blut von einer gefangenen Maus oder Ratte trinken wollen... 

Margaxbrain 01.09.2015, 07:21

Selbstverständlich hast du da recht. Ich würde auch nicht zum Discounter gehen und mir da wie auch immer Fleisch Blut besorgen. Aber zB. habe ich den örtlichen Metzger gefragt ob man ohne Probleme Tierblut trinken kann, er hat gemeint wenn das Fleisch gute Qualität hat und die Tiere anständig gehalten wurden ist das kein Problem. Es ist wie mit dem rohen Fisch, roher Fisch ist ja auch nicht immer "gut" andererseits ist er sehr gesund. So sei es auch mit dem Tierblut.

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Den Christen ist kein Blut verboten, da hast du was falsch verstanden. In der von dir zitierten Stelle ging es um Götzenopferfleisch.

Früher gab es keine Metzger wie heute in der Form, sondern es wurde den Götzen und bösen Geistern Tiere geopfert. Das Fleisch der Opfertiere wurde dann auf dem Markt verkauft.

In der Bibelstelle geht es darum, um man nachforschen soll, ob es sich um Götzenopfer handelt und das dann nicht essen soll, Paulus meinte, man soll einfach essen, was auf dem Markt gehandelt wird, nicht nachforschen und Gott einfach für das Essen danken - egal ob es den bösen Geistern geopfert wurde oder nicht.

Bibeltexte erklären sich meist im Kontext - wo nicht, empfehle ich dir die Jerusalemer Studienbibel, da sind solche Dinge im Einklang mit historischen Forschungen und Erkenntnissen erklärt

Im Übrigen bin ich Christ und sehe kein Problem, Blutwurst oder roten Pressack zu essen.

ThomasAquinas 29.08.2015, 20:29

Ich glaube die Frage bezieht sich auf das Apostelkonzil von Jerusalem. Dort wurde beschlossen, dass die getauften Heiden nicht unter dem Gesetz des Mose stehen, mit wenigen Ausnahmen:
Apg 15, 19f."Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden."
Allerdings ist mir aus der Tradition der Kirche nicht bekannt, dass diese Stelle zu einem Verzicht auf Blutwurst o.Ä. geführt hätte.

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Das Verbot Blut zu essen, wurde erstmals Noah gegeben, als nach der Sintflut zum ersten mal Tiere als Nahrung für Menschen erlaubt wurde.

1. Mose 9:3-4
3 Jedes sich regende Tier, das am Leben ist, möge euch zur Speise dienen. Wie im Fall der grünen Pflanzen gebe ich euch gewiß das alles.
4 Nur Fleisch mit seiner Seele — seinem Blut — sollt ihr nicht essen.


Rund 800 Jahre später wurde das Verbot Blut zu essen auch in das Gesetz aufgenommen, das Gott den Israeliten gab. Das Blut durfte ausschließlich zu Opferzwecken verwendet werden, oder mußte ausgegossen werden.

5. Mose 12:16
16 Nur das Blut sollt ihr nicht essen. Auf die Erde solltest du es ausgießen wie Wasser.

5. Mose 12:23-25
23 Sei nur fest entschlossen, nicht das Blut zu essen, denn das Blut ist die Seele, und du sollst nicht die Seele mit dem Fleisch essen.
24 Du sollst es nicht essen. Du solltest es auf die Erde ausgießen wie Wasser.
25 Du sollst es nicht essen, damit es dir und deinen Söhnen nach dir gutgeht, weil du tun wirst, was recht ist in den Augen Jehovas.

5. Mose 12:27
27 Und du sollst deine Brandopfer, das Fleisch und das Blut, auf dem Altar Jehovas, deines Gottes, darbieten; und das Blut deiner Schlachtopfer sollte gegen den Altar Jehovas, deines Gottes, ausgegossen werden, das Fleisch aber darfst du essen.


Mit dem Opfertod Jesu Christi wurde das Mosaische Gesetz erfüllt. Deshalb werden von Christen auch keine Schlachtopfer zur Vergebung von Sünden verlangt. Das Verbot Blut zu essen, ist allerdings immer noch gültig, wie der folgende Text zeigt:

Apostelgeschichte 15:28-29
28 Denn der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge:
29 euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!“


Die ersten Christen hielten waren dafür bekannt, daß sie sich an dieses Gebot hielten.

Tertullian, ein Schriftsteller des 2. und 3. Jahrhunderts, schreibt zum Beispiel in seinem Werk Apologeticum (herausgegeben von Carl Becker, 1961, S. 91, 92): „Vor Scham erröten sollte eure Verblendung vor uns Christen, da wir nicht einmal Tierblut unter die zum Genuß erlaubten Speisen rechnen und da wir von dem Fleisch auch erstickter und verendeter Tiere deshalb nichts wissen wollen, damit wir mit keinerlei Blut besudelt werden, auch nicht wenn es in ihren Eingeweiden begraben ist. Deshalb legt ihr ja, wenn ihr die Christen auf die Probe stellen wollt, ihnen auch Würste vor, die mit Tierblut gefüllt sind — offenbar in der festen Gewißheit, daß deren Genuß bei ihnen verboten ist —, und wollt sie damit von ihrem Glauben abtrünnig machen.“

Minucius Felix, ein römischer Rechtsgelehrter, der um das Jahr 250 u. Z. starb, äußerte einen ähnlichen Gedanken, indem er schrieb: „Uns hingegen ist es nicht einmal gestattet, ein Menschenmorden anzusehen oder anzuhören; ja so sehr haben wir Scheu vor Menschenblut, daß wir nicht einmal das Blut eßbarer Tiere unter unseren Speisen kennen“ (Bibliothek der Kirchenväter, Bd. 14, 1913, Dialog Octavius, XXX, 6, S. 190).


Das biblische Verbot, Blut zu essen, besteht seit der Zeit, als den Menschen erlaubt wurde, Tiere zu Nahrungszwecken zu töten. Es wurde nie aufgehoben und gilt deshalb genauso auch für Christen in heutiger Zeit.



Philipp59 30.08.2015, 05:27

Sehr präzise Antwort! DH

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Tierblut ist nicht unrein aber es ist den Menschen (auch Christen) nicht erlaubt es zu essen. 

In Apg 15:29 bestätigen das die Apostel. Das Verbot Blut zu essen ist älter als das mosaische Gesetz, denn es wurde Noah als Bedingung für den Bund Gottes mit allen Menschen gegeben 1.Mo 1:4 und nicht dem Mose für die Israeliten. Im mosaischen Gesetz wurde das nur noch einmal wiederholt 5. Mo 12.

 Warum kann man Tierblut nicht "rein" machen?

Wie kommst du darauf, daß Tierblut "unrein"  ist ?  Ehe man eine solche Frage stellt muß doch erst die Ausgangslage geklärt sein.
Außerdem steht die Aussage von Jesus: (etwa)
".... nicht was der Mensch "ißt" (in den Mund eingeht)macht ihn unrein sondern das was aus seinem Munde herauskommt (was er sagt) macht ihn unrein oder heiligt ihn."

Es geht um etwas ganz anderes.... Nachfolgend das Prinzip von Paulus

1. Korinther 9, 19-22

„Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr Menschen zu gewinnen. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne, denen die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz – obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmässig unterworfen-, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.“

Viktor1 29.08.2015, 20:38
Es geht um etwas ganz anderes.... Nachfolgend 
das Prinzip von Paulus

Nein, um das "Prinzip von Paulus" (was ist das) geht es bestimmt nicht. Deine Schriftzitate berühren die Frage überhaupt nicht.

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homme 29.08.2015, 21:40

Ich verstehe deine Antwort als Ansatz auf die Frage. Sie wird für bibelferne Menschen jedoch nicht einer wirklichen Antwort gerecht.

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Ein "Kind Gottes" (Röm.9,8) trinkt kein Blut (3.Mose 3,17; Apg.15,20), weil im Blut "Leben" ist (3.Mose 17,11).

nur blut, in dem kein leben mehr ist (z.b. blutwurst) darf man zu sich nehmen, um nicht zu "vertieren"

Das ist katholische Lehre, das ist falsch

Ein Nachfolger Christi trinkt kein Blut (Apg.15,29).

Tja als Vegetarier muss man sich DAMIT nicht beschäftigen! :D

Sie dürfen Menschenblut trinken - und tun dies auch hin und wieder bei Ihrem Kannibalismusritual, in welchem sie Wein zu Blut und kleine Teigplättchen zu Menschenfleisch verwandeln und dann einwerfen.

Nur rituell, aber sie sind dabei zutiefst davon überzeugt, dass die Verwandlung klappt......

Tierblut geht da auch locker, als Blutwurst bereits ohne Problem seit Jahrhunderten bereits, selbst in Klöstern, also dürften sie es wohl auch trinken.


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