Darf ein Chemiker die von ihm benötigten Arzneimittel selber herstellen, auch wenn sie unter das Betäubungsmittelgesetz fallen?

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10 Antworten

Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel darf Jedermann selbst herstellen. Bringt es sie in den Verkehr, dann greift die Produkthaftung.

Arzneimittel und auch BtM unterliegen der GMP, die einzuhalten kann ein Einzelner nicht. Stoffe nach dem BtMG bedürfen einer zusätzlichen Genehmigung und Qualifikation, die aber durch ein Hochschulstudium der Pharmazie oder Chemie gegeben ist.

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Maarduck 08.08.2017, 16:28

Ich habe in einem anderen Forum eine ähnliche Antwort bekommen, dass sich ein Chemiker über folgendes Verfahren SÄMTLICHE Rauschdrogen zum Eigenkonsum herstellen darf, auch wenn es sich nicht um Arzneimittel handeln sollte.

Zunächst muss der Chemiker eine Firma gründen, Zweck Herstellung und Handel mit Chemikalien. Diese Firma wird genehmigt, sofern er nachweisen kann, dass er die Umweltauflagen einhält, d.h. Müll fachgerecht entsorgt und Abwasser und Abluft nicht verunreinigt, und dass er fachgerecht mit "Giften" umgeht, z.B. Betäubungsmittel im Tresor aufbewahrt u.s.w. Und die Firma darf ihre Chemikalien nur an Berechtigte verkaufen, d.h. um z.B. Kokain zu kaufen, muss der KÄUFER eine besondere Berechtigung nachweisen. Aber zum Eigengebrauch darf der Chemiker entnehmen, was er will.

Kannst du diese Antwort aus juristischer Sicht bestätigen?

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Karl37 08.08.2017, 17:22
@Maarduck

Nein, denn der Chemiker muss bei dem Antrag zur Herstellung von Rauschmittel eine Begründung liefern. Das wäre z.B. Forschung, med. Screenning usw. aber ein Eigenkonsum gilt  nicht als Begründung.

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Das darf man natürlich nicht. Zum einen müssen BtM Medikamente immer von einem Arzt verschrieben werden. Selber zu entscheiden, dass man das Betäubungsmittel XY als Medizin nimmt ist nicht zulässig. Auch wenn ein solches Rezept vorliegt ist es nicht zulässig das selbst im Keller zusammen zu pantschen. Diese Mittel müssen in Betrieben hergestellt werden, die ständiger Kontrolle unterliegen um eine bestimmte Reinheit zu garantieren und Verunreinigungen auszuschließen. Bei manchen Substanzen entstehen auch Giftstoffe bzw. werden für den Syntheseprozess Giftstoffe benötigt. Die müssen unter strengen Auflagen gereinigt und entsorgt werden. Die darf man nicht einfach so zu Hause lagern.

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Ein Chemiker darf keine Medikamente herstellen. Das macht ein Apotheker, wenn überhaupt. Oder ein Pharmaunternehmen. Kein Cemiker in seinem Labor.

Und doch, man kann jemanden zwingen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen.

Dazu ist die Rezeptpflicht. Du irrst dich auch damit, dass man keine Produkte vorenthalten darf, die der Gesundheit dienen.

Die Abgabe von Medikamenten und anderen Hilfsmitteln zur Wiederherstellung der Gesundheit ist stark reglementiert, die Pharmaindustrie hat eine gewaltige Lobby, und will Geld verdienen.

Krasses Beispiel: Aids/HIV in Afrika könnte kontrolliert werden, wenn die Pharmaindustrie preiswerte Nachahmerprodukte erlauben würde. Die Medikamente, die zugelassen sind, sind teuer, und nur für Betroffene in der "1. Welt" erschwinglich.

PS: Ein ehemaliger Bekannter hat damals  Chemie studiert. Auf Bitten eines befreundeten Studenten hat er dem ein Mittel angerührt gegen Prüfungsangst.

Der Student war dankbar. Bis zu dem Zeitpunkt, als das Zeugs anfing zu wirken. Er ist fast aus dem Fenster gesprungen....

Mein damaliger Bekannter hat Blut und Wasser geschwitzt, aus Angst, dass rauskam , dass er das Zeugs angerührt hatte, was der Student genommen hatte. Das hätte ihm mindestens die Karriere gekostet...

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Bitterkraut 08.08.2017, 11:34

Und doch, man kann jemanden zwingen, ein bestimmtes Produkt zu kaufen

Und wie? Mit vorgehaltener Pistole?

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Naja, ich denke nicht, dass du dir selbst Produkte herstellen darfst, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen! Sonst könnte ich mir ja auch zu Hause LSD  oder sonst was anmischen mit der Begründung, dass ich es ja nur für mich selber brauche… 

T3Fahrer

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Maarduck 08.08.2017, 11:43

Weißt du es, oder vermutest du es nur? Im Übrigen gilt LSD zur Zeit nicht als Arznei.

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PatrickLassan 08.08.2017, 11:47
@Maarduck

 § 29 Absatz 1 Nr. 1 BtmG:

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. Betäubungsmittelunerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handelzu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehrbringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft,

https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__29.html
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T3Fahrer 08.08.2017, 11:52
@Maarduck

Ich weiß es, kann aber keine Paragraphen nennen… Aber das hat ja unten freundlicherweise schon jemand anders übernommen!

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Maarduck 08.08.2017, 12:03
@PatrickLassan

Kollidiert das BtmG in dieser Form nicht mit zahlreichen Grundrechten?

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Nein. Das Betäubungsmittelgesetz gilt für alle Berufsgruppen und auch für den Eigenbedarf.

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natürlich hat der laie mehr ahnung als ein studierter arzt -.-

und natürlich darf man keine medikamente die unters btmg fallen selber herstellen und sich die selber verschreiben. medikamente die unters btmg fallen werden auch nicht einfach verschrieben sonder werden kontrolliert abgegeben. man muss regelmässig sein arzt aufsuchen und er hat zu schauen wie du mit den medikamenten klar kommst, wie die nebenwirkungen ausfallen und wie die einnahme funktioniert

es hat jahre gedauert bis mir mein arzt medikinet als n3 packung verschrieben hat

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Die Herstellung von Betäubungsmitteln unterliegt einer Genehmigung. Hat man die nicht, begeht man eine Straftat nach Btmg. Egal ob Chemiker oder nicht.

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Maarduck 08.08.2017, 11:52

Auch wenn es sich bei dem Betäubungsmittel um ein Arzneimittel handelt und allein dem Selbstverbrauch dient? Falls du auch diese Präzisierung der Frage mit "ja" beantwortest, so kommt gleich als nächste Frage: "Kollidiert dann das Betäubungsmittelgesetz nicht mit zahlreichen Grundrechten?"

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Maarduck 08.08.2017, 14:02
@Bitterkraut

Ich habe in einem anderen Forum die Antwort bekommen, dass sich ein Chemiker über folgendes Verfahren SÄMTLICHE Rauschdrogen zum Eigenkonsum herstellen darf, auch wenn es sich nicht um Arzneimittel handeln sollte.

Zunächst muss der Chemiker eine Firma gründen, Zweck Herstellung und Handel mit Chemikalien. Diese Firma wird genehmigt, sofern er nachweisen kann, dass er die Umweltauflagen einhält, d.h. Müll fachgerecht entsorgt und Abwasser und Abluft nicht verunreinigt, und dass er fachgerecht mit "Giften" umgeht, z.B. Betäubungsmittel im Tresor aufbewahrt u.s.w. Und die Firma darf ihre Chemikalien nur an Berechtigte verkaufen, d.h. um z.B. Kokain zu kaufen, muss der KÄUFER eine besondere Berechtigung nachweisen. Aber zum Eigengebrauch darf der Chemiker entnehmen, was er will.

Kannst du diese Antwort aus juristischer Sicht bestätigen?

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Bitterkraut 08.08.2017, 14:41
@Maarduck

Ich bin kein Jurist und wer immer dir diese Auskunft gegeben hat, war offenbar auch keiner, sonst hätte er sie ja belegen können.

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Nein. Ein Chemiker hat auch nicht mehr Rechte als alle anderen...

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Will da jemand schnell Chemie studieren und dann selber "medizinisches" Canabis produzieren? .-)

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MaxFap 08.08.2017, 11:17

da wäre aber eine lehre als garten und landschaftsbauer effektiver^^

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Ob ein Chemiker das darf, weiß ich nicht. Aber ein Apotheker darf das sicherlich, denn der hat ja die Herstellung von Arzneimitteln gelernt.

Er braucht dann nur noch einen Arzt, der ihm sein selbstfabriziertes Mittel verschreibt.

Das pubertäre Gewäsch über die "Vorenthaltung von Produkten, welche der Gesundheit dienen" ist natürlich Blödsinn.

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Maarduck 08.08.2017, 11:48

>Ob ein Chemiker das darf, weiß ich nicht. Aber ein Apotheker darf das sicherlich, denn der hat ja die Herstellung von Arzneimitteln gelernt.

Der Apotheker rührt nur das zusammen, was er vom Chemiker gekauft hat. Fast alle Medikamente und Arzneimittel werden von Chemikern hergestellt und kontrolliert.

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