Darf ein Arzt ab dem Tag, an dem er die Approbation bekommt, bereits Rezepte für Medikamente ausstellen?

10 Antworten

Man unterscheidet zwischen Kassenrezepten und Privatrezepten.

Kassenrezepte werden zur Erstattung durch eine gesetzliche Krankenkasse ausgestellt, der Patient muss nur die so genannte Rezeptgebühr in der Apotheke bezahlen. Das Kassenrezept ist an eine bestimmte Form gebunden (rosa Formular) und enthält außerdem die Betriebsstättennummer (Praxisnummer) des ausstellenden Arztes, der immer ein Vertragsarzt (Kassenarzt) oder ein bevollmächtigter Arzt sein muss. Da ein frisch approbierter Arzt noch keine Kassenzulassung haben kann, darf er also keine Kassenrezepte ausstellen.

Privatrezepte dürfen dagegen von jedem approbierten Arzt ausgestellt werden. Sie sind an keine besondere Form gebunden, müssen aber bestimmte Informationen enthalten.

Ja, natürlich.

Ein Privatrezept, das der Patient selbst in der Apotheke bezahlt, darf jeder Arzt ausstellen. Auch wenn er keine Praxis hat und in einem ganz anderen Beruf arbeitet.

Man braucht auch keine Rezeptformulare. Ein simpler Zettel reicht, wenn die entsprechenden formalen Anforderungen erfüllt sind.

Wenn der Apotheker Zweifel hat, kann er bei dem ausstellenden Arzt anrufen und sich vergewissern, oder auch bei der Ärztekammer, um nachzufragen, ob ein Arzt dieses Namens dort registriert ist.

Um die Widersprüche in den anderen Antworten auszuräumen:

Privatrezepte darf er ab dem Tag der Approbation ausstellen (keine Betäubungsmittel). Der Patient bezahlt das Medikament dann selbst undreicht es bei seiner privaten Krankenversicherung zur Erstattung ein.

Für eine Kassenzulassung muss man mindestens Facharzt sein und das dauert dann noch einmal mindestens 5 Jahre.

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Die meisten privat versicherten Patienten haben eine Selbstbeteiligung und reichen Kinkerlitzchen wie gelegentliche Medikamente nicht bei ihrer Versicherung ein.

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Natürlich darf ein Arzt mit Erteilung der Approbation auch Betäubungsmittel verordnen. Die Voraussetzung hierzu ist jedoch, dass er über eigene Btm-Rezepte verfügt, die er unter Vorlage seiner Approbationsurkunde von der Bundesopiumstelle erhält.

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@sneferu

Eigene BTM-Rezepte wird er wohl kaum am ersten tag der Approbation haben, der Beantragungsprozess zieht sich über Wochen bis Monate.

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@Coza0310

Am ersten Tag kann natürlich kein Arzt eigene BTM-Rezepte haben, doch nach Beantragung dauert es erfahrungsgemäß nur wenige Tage - ganz egal, wie lange der Arzt die Approbation bereits besitzt.

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@sneferu

Bei mir hat es seinerzeit Wochen gedauert. Damals war auch noch ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich. Und ein Grund musste gegeben sein: entweder eigene Praxis oder Chefarzt einer Klinik. Beides geht nicht am Anfang.

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