Darf ein Arbeitgeber nur die Tage als Krankheit anrechnen, die man laut Plan arbeitet?

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5 Antworten

Ja. Es zählen die Tage wo sie laut Plan arbeiten muss. Ist sie allerdings länger Krank als der Dienstplan vorgeplant ist zählen anteilig die im Vertrag festgelegten Arbeitstunden.

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Sissi80 25.01.2016, 08:07

Wie gesagt, Arbeitsplan variiert. Meine Bekannte selbst arbeitet in der Regel 150 Std pro Monat (7,5 pro Tag), wobei die Schichten z.T. nur 6,5 betragen. Hat normalerweise nur alle 14 Tage einen freien Tag. Sie wurde im nächsten Monat mit 2 freien Tagen laut Plan eingeteilt, wg Überstundenabbau und bekam mit dem Arbeitsplan das erwähnte Schreiben.

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Wie im Falle von Krankheit zu bezahlen ist, kommt immer auch auf die konkrete Situation an.

> Wenn in einem Dienstplan festgelegt wurde, dass eine Arbeitnehmerin z.B. mit einer 4-Tage-Woche an 2 Tage arbeiten und an anderen 2 Tagen Überstunden abbauen soll, dann aber erkrankt, erhält sie Entgeltfortzahlung auch nur für die 2 eingeteilten Arbeitstage; wegen der für den Überstundenabbau geplanten 2 freien Tage hat sie dann "Pech" gehabt.

Die Arbeitnehmerin ist dann also entsprechend dem konkreten Dienstplan zu bezahlen.

> Umgekehrt:  Gibt es eine solche Dienstplaneinteilung (noch) nicht, wenn eine Arbeitnehmerin erkrankt, darf der Arbeitgeber nicht freie Tage zum Überstundenabbau in die Krankenzeit legen.

In diesem Fall erhält die Arbeitnehmerin ein Entgelt im Durchschnitt der letzten 13 Wochen/3 Monate.

Grundlage ist das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" Abs. 1.


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Es werden lt Gesetz die Stunden bezahlt, die man hätte auch arbeiten müssen. Sind Überstunden lt Plan vorgesehen sind auch diese im Fall einer Krankheit zu bezahlen. (Außer dem Überstundenzuschlag)

Mit Überstundenabbau kann das Ganze aber nix zu tun haben. Während einer Krankheit kann kein Urlaub- oder Überstundenabbau erfolgen.

Ist sie zu weniger Stunden eingeteilt ist die Differenz zur vertraglich vereinbarten Arbeitszeit trotzdem zu zahlen.

Möglich wäre allerdings das sie vor der Krankheit Überstundenabbau vereinbart. Das bleibt dann auch dabei und wird nicht durch Entgeltfortzahlung ersetzt.

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Familiengerd 25.01.2016, 12:52

Außer dem Überstundenzuschlag

Das ist falsch!

Auch die Zuschläge sind zu zahlen (sofern es sie überhaupt gibt), wenn in einem Dienstplan Überstunden eingeplant waren.

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Normaler Weise sollte eine Lohnfortzahlung, anteilsmäßig anhand der Arbeitsstunden, die in den vor der Arbeitsunfähigkeit liegenden sechs Wochen geleistet wurden berechnet werden. 

Ob diese Regelung jedoch gesetzlich ist, oder nur Teil vieler Tarifverträge, dass kann dir dein Betriebsrat oder dein Gewerkschaftsvertreter sagen.

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Sissi80 25.01.2016, 08:02

Problem ist: Gibt in der Firma (Bäckerei) weder Tarifvertrag noch Betriebsrad. Meine Bekannte ist auch nicht Mitglied in Gewerkschaft.

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BrilleHN 25.01.2016, 08:35
@Sissi80

Dann hätte sie jetzt einen Grund um in die Gewerkschaft einzutreten.

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krankmeldung zählt für die tage wo man arbeiten muss und auch wenn ich den urlaub nicht wahr nehmen kann wegen krankheit da zählen aber glaub ich nur härte fälle wie krankenhaus, gebrochnes bein usw

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