Darf ein Apotheker rezeptpflichtige Medikamente aus seinem Bestand einnehmen?

10 Antworten

Hi proftollface,gute Frage.Für AUT gilt folgendes:Im Notfall darf der Apotheker seinen Kunden die Kleinspackung auch ohne Rezept ausfolgen,ausgenommen solche,die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen.So kann der Apoteheker sich sekbst als kunde betrachten und die Kosten hiefür an sich selbst dem Betrieb rückvergüten.Er muss nicht alle Med auf Krankenkassenkassenkosten verbuchen.Wäre auch rechtlich nicht zulässig.LG Sto

Hi, Wenn auch etwas spät. In Deutschland ist dies rein rechtlich so geregelt, dass er das nicht darf. Dein Bekannter macht sich also strafbar. Ob er das im allgemeinen kann , aufgrund seiner Kompetenz, welche er im Studium und im späteren Berufsalltag in der Apotheke vermittelt bekommt, ist eine ganz andere Frage. In vielen Ländern ( zB. Schweiz) ist dies flexibler geregelt, vermutlich weil die Kompetenz des Apothekers anerkannt und durch diese flexibleren Regelungen auch viel besser trainiert wird. Einfach formuliert haben Apotheker weitreichende Kenntnisse in der Medizin sowie Ärzte in der Pharmakologie. Dies sollte eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ermöglichen. Jedoch stehen dem Prestige- und Machtansprüche genauso wie Ahnungslosigkeit auf beiden Seiten oft im Weg.

Spannende Frage - wenn auch etwas philosophisch ;-). Die Arzneimittel-Verschreibungsverordnung AMVV regelt ganz klar die Abgabe von Arzneimitteln - bei Tramadol muss eine ärztliche Verschreibung vorliegen. Und verabreichen darf ein Apotheker - mit ganz wenigen Ausnahmen - Arzneimittel auch nicht. Rein formal hätte Ihr Freund Ihnen das Mittel nicht geben dürfen, und wenn Ihnen etwas passiert wäre, hätte ich nicht in der Haut des Freundes stecken wollen. Andererseits haben Sie insofern völlig recht, dass ER der Arzneimittelfachmann ist, und es wird wohl keinen Apotheker geben, der nicht schonmal Selbstmedikation mit verschreibungspflichtigen Mitteln betrieben hat. Ganz früher (Galen) gab es sogar mal die Anweisung, dass ein Pharmazeut alle Mittel, die er abgibt, an sich getesetet haben muss ... HEUTE wohl ein Ding des Unmöglichen grins Noch eine Anmerkung aus der Praxis: Wir haben immer wieder Kunden, die ein bestimmtes Schlafmittel haben wollen, weil "es ihnen so gut geholfen hat, als die Nachbarin mir eine Tablette gegeben hat" ... daran sehen wir immer wieder, dass Valium & Co von Patient zu Patient fröhlich weitergegeben wird. Auch formal illegal ... aber wo kein Kläger ...

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