Darf die Polizei Akten eines Psychologen nach dem Tod des Psychologen vor Gericht benutzen?

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4 Antworten

Hallo

Wenn ein Psychologe stirbt und einen Patienten hatte der ihr gesagt hat, da er ja Schweigepflicht hat, dass er einen Mord begangen hat

Diplom-Psychologen unterliegen, insbesondere wenn Sie als Psychotherapeuten tätig sind, der Schweigepflicht nach § 203 StGB Gesetzestext. Eine Ausnahme sind nur bevorstehende Straftaten, die gem. § 138 StGB angezeigt werden müssen. Dies sind z.B. Hochverrat, Vorbereitung eines Angriffskriegs, Mord und schwerer Menschenhandel, aber auch Raub, räuberische Erpressung und Brandstiftung. In solchen Fällen besteht keine Schweigepflicht, mehr noch: Der Diplom-Psychologe muss Anzeige erstatten.

http://www.psychomeda.de/online-beratung/therapie/schweigepflicht-fuer-psychologen-auch-bei-mord-032011.html

Bei bereits abgeschlossenen Straftaten geht es nur noch um die Strafverfolgung, die in der Regel gegenüber der Schweigepflicht nicht als höherwertig zu erachten ist - es sei denn, es können weitere Straftaten verhindert werden.

Die ärztliche Schweigepflicht endet auch nicht mit dem Tode des Arztes; wie kurios wäre das denn?

Das Recht des Patienten, selbst darüber zu entscheiden, ob und wem er Informationen über sich preisgeben will, ist mit dessen Tod am letzten Stand der Dinge quasi eingefroren.

Beim Tod des Psychiaters dürfen dessen Akten nicht gelesen werden. Sollte die jedoch trotzdem geschehen sein, dürfte das nicht verwendet werden.

Die Akten des Psychiaters umfassen logischerweise nicht nur tote, sondern auch noch lebende Personen. Das das gelesen wird ist undenkbar und strafbar.

Nur mit einem Gerichtsbeschluss. Und solange da kein richtiges Geständnis drauf steht ist der Beweis eh nutzlos.

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